Pascal Wehrlein

Autounfall im DFB-Trainingslager

— 28.05.2014

Zwei Verletzte bei PR-Termin mit Mercedes

Bei einem Sponsorentermin von DFB und Mercedes mit Formel-1-Ass Nico Rosberg ist es zu einem schweren Unfall mit Verletzten gekommen. Direkt beteiligt war aber nicht Rosberg, sondern DTM-Fahrer Pascal Wehrlein.

(dpa/cj) Bei einer Sponsoren-Aktion im WM-Trainingslager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ist es am Dienstag (27. Mai 2014) im italienischen Passeiertal zu einem schweren Autounfall gekommen. Wie DFB-Generalsponsor Mercedes-Benz bestätigte, hatte der Wagen von Rennfahrer Pascal Wehrlein auf einer abgesperrten Strecke zwei Personen erfasst, die ins Krankenhaus gebracht werden mussten. Ein 63 Jahre alter Urlauber aus Deutschland erlitt schwere Verletzungen, berichtete am Abend Rosemarie Pamer, Bürgermeisterin der Gemeinde St. Martin. Der Mann musste mit dem Rettungshubschrauber nach Bozen in ein Krankenhaus geflogen werden. Seine Frau, die den Unfall miterlebte, stehe unter Schock, sagte die Bürgermeisterin. Das zweite Unfallopfer ist ein Angestellter der Gemeinde St. Leonhard, der bei den Fahrten als Streckenposten eingesetzt war.

Rosberg und Mercedes drücken Bedauern aus

DTM-Nachwuchsfahrer Pascal Wehrlein.

"Ich bin von dem Unfall schockiert", schrieb Mercedes-Pilot Nico Rosberg am Dienstagabend beim Kurznachrichtendienst Twitter. "Meine Gedanken sind bei den beiden Menschen, die verletzt wurden, und ich wünsche ihnen eine schnelle Genesung." Auch Wehrlein äußerste sich auf Facebook bestürzt. "Der Schock über die tragischen Ereignisse sitzt sehr tief", so der 19 Jahre alte Mercedes-DTM-Fahrer. "Meine ganze Hoffnung und meine Gedanken sind bei den beiden Verunglückten und ich bete, dass wir bald positive Nachrichten bekommen werden.” Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) äußerte ebenso großes Bedauern wie Mercedes-Sprecherin Claudia Merzbach. Mercedes werde alles tun, "um zur Aufklärung des Unfalls beizutragen". Gemeinsam mit der Gemeinde St. Leonhard habe man im Vorfeld alles dafür getan, dass die Strecke komplett abgesperrt wurde, erklärte Merzbach.

Die Schalker Nationalspieler Julian Draxler (l.) und Benedikt Höwedes (Foto: im Trainingslager vor dem Unfall) waren als Beifahrer an Bord.

Rosberg war nach Berichten von Augenzeugen bei einer Bergabfahrt von einer Frau am Fahrbahnrand offenbar irritiert worden und bremste plötzlich. Der hinter ihm fahrende Wehrlein erfasste die beiden Männer, als er Rosberg ausweichen wollte. In den Autos der Rennfahrer saßen die beiden Schalker Nationalspieler Benedikt Höwedes und Julian Draxler als Beifahrer. Weder die Motorsportler noch die Fußballer wurden verletzt. Die Autos sollen nicht mit gemäßigtem Tempo am Unfallort unterwegs gewesen sein, berichtete die Bürgermeisterin. Oswald Tschöll, der Bürgermeister der Gemeinde St. Leonhard, versicherte, dass alle Posten auf den ihnen zugeteilten Plätzen gewesen seien. Trotzdem haben sich nach seinen Angaben Schaulustige über "Schleichwege" Zugang zu der Fahraktion verschafft, "weil das Interesse an der deutschen Mannschaft so groß ist".

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Unfallopfer ohne Groll gegen die Piloten

Eines der Unfallopfer erhebt keine Vorwürfe gegen Wehrlein. "So etwas wollte doch niemand", sagte der Mann aus Südtirol im Interview mit dem "Express" und der "Hamburger Morgenpost". "Vielleicht hätten sie da nicht ganz so schnell sein müssen. Ich weiß es nicht", sagte er mit Blick auf die beiden Fahrer Rosberg und Wehrlein. Der DTM-Pilot habe sich bereits bei ihm entschuldigt. Er selbst habe vergeblich versucht, einen 63 Jahre alten deutschen Urlauber zu retten. Der Mann habe nicht auf der Straße gestanden, aber dicht dran. "Er wollte ein Foto machen und wohl auch ein Autogramm haben", berichtete der Verletzte. "Ich habe erst laut geschrien. Dann bin ich hinterher. Ich wollte ihn zurückziehen, habe es nicht mehr geschafft. Aber wenn es zwei Augenblicke länger gedauert hätte, hätte er mich auch voll getroffen. Ich hätte tot sein können."

PR-Termin mit Rosberg und Golfstar Kaymer

Prominenz beim DFB-Mercedes-Termin: Manager Oliver Bierhoff, Nico Rosberg, Pascal Wehrlein und Profigolfer Martin Kaymer (v.l.).

Rosberg und Wehrlein hatten gemeinsam mit Golf-Profi Martin Kaymer die Nationalmannschaft im Passeiertal besucht. Dabei fuhren die Rennfahrer auch mit den Fußballern auf dem abgesperrten Parcours. Eine solche PR-Aktion hatte es beim Nationalteam auch schon vor zwei Jahren in Frankreich während der damaligen EM-Vorbereitung gegeben – damals ebenfalls mit Rosberg sowie Michael Schumacher.

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