Autozubehör

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— 25.09.2008

Dieses Zeug braucht kein Mensch

Gleicht Ihr Wagen einer rollenden Kirmesbude? Wunderbäume, CDs am Innenspiegel, Perlenketten für den Fahrersitz oder Barbies aus der Klopapierrolle. Lesen Sie mal, warum manches Zubehör völlig out ist.

Onkel Walter war ganz stolz. Nein, mehr als drei Prozent Rabatt wollte ihm der Händler nicht geben auf seinen nagelneuen Golf II CL. Aber vier Schmutzfänger hat der Onkel rausgeschlagen. Na, bravo! Hätte er stattdessen mal lieber auf eine Flasche Billigfusel bestehen sollen. Die Kopfschmerzen wären am nächsten Abend weg. Die Schmutzfänger bleiben. Und sind ja so uncool! Aber nicht für Onkel Walter. Der stülpte auch noch fiese hellbraune Schonfellbezüge über die Vordersitze, montierte auf die Winterräder silbern glänzende Radkappen aus dem Baumarkt und erneuerte jeden zweiten Samstag nach dem Waschen den grünen Wunderbaum am Innenspiegel. Mein Gott, Walter!

AUTO BILD hat die Karossen in der Stadt und auf dem Land genauer angesehen. Und festgestellt: Onkel Walter ist nicht nur von gestern. Onkel Walter lebt. Und wie: pelzige Lappen überm Lenkradkranz, dicke Endrohre, die nur Blenden sind, GTI-Schriftzüge, wo ein GL druntersteckt, Aufkleber von den Urlaubstouren der letzten zehn Jahre. Wie es bei diesen Leuten wohl zu Hause aussieht ... Lesen Sie mal, wofür man so alles sein Geld vergeuden kann.

Wunderbaum fährt mit – für viele ein Hit

Fluppe im Mund und Wunderbaum am Spiegel – beides riecht irgendwie.

Manchmal dünstete Onkel Walter animalische Gerüche aus – und das lag nicht an seinem Hund im Fond. Deshalb hängte sich Walter einen Wunderbaum an den Spiegel. Für 1,30 Euro gibt's das Ding in den Duftrichtungen Apfel, Vanille, Bergbrise oder auch Jasmin. Viele Raucher haben so ein Teil am Spiegel baumeln – in der Hoffnung, den Zigarettengestank zu übertünchen. Die bessere Lösung: gar nicht erst rauchen und ab und zu das Fenster runterkurbeln. Mmmh, lecker: Frischluft!

CD am Innenspiegel

Sind Sie etwa auch der Überzeugung, mit so einer reflektierenden CD am Innenspiegel könnten Ihnen die Blitzer nichts anhaben? Alles Kokolores! Wer zu schnell fährt, wird geblitzt. Übrigens kann so eine CD bei entsprechend einfallendem Licht den Gegenverkehr blenden und somit Unfälle verursachen. Also: runter damit!

Fellkranz – der pelzige Begleiter

Spätestens im November werden die Dinger wieder hervorgekramt. "Ist ja auch so kalt", sagt Tante Inge. Wir sagen: So ein Fellkranz ums Lenkrad ist absoluter Stuss! Erstens völlig uncool und zweitens auch noch gefährlich, wenn Inge das Lenkrad ruckartig bewegen muss. Aber, zugegeben: Viele frieren auf den ersten Metern. Deshalb unser Tipp: Wie wär's mit Autofahrerhandschuhen? Sehen erstens richtig cool aus, und zweitens ist der Schaltknauf auch warm.

Die Perlenkette für den Fahrersitz

Tante Helga, jetzt musst Du ganz stark sein: Deine Holzperlenauflage sieht ja so besch... aus. Klar, sie massiert deinen lädierten Rücken so schön, weil sich die Perlen bewegen, und Schwitzen ist auch passé. Aber dieses Geklapper. Na ja, immerhin sind die Perlen besser als diese unsäglichen Kuhfellbezüge.

Barbie grüßt aus der Klopapierrolle

Früher häkelte Tante Inge Klopapierhäubchen. Und Marlene, ihre Freundin aus dem Gesangverein, schuf ein Exemplar mit eingearbeiteter Barbie-Puppe. Gehört so was ins Auto? Ja, wenn's ein 74er Granada ist, nein im modernen Focus.

Baby fährt mit – am Innenspiegel

Die kleinen Stinkerchen sind immer dabei, auch wenn sie gerade zu Hause das Babyfon zubrülllen. Sorry, liebe Mamas und Papas, aber der Babyschuh am Innenspiegel ist Elternstolz, der einfach zu weit geht. Genau wie der Aufkleber am Heck: "Noah und Yannick an Bord" – wer will das wissen? Glaubt Ihr wirklich, dass deswegen auch nur ein BMW- oder Audi-Fahrer mehr Abstand halten wird?

Aufkleber: Schaut her, wo ich war!

Onkel Erich hat die Aufkleber sämtlicher Urlaubsregionen nicht nur am Wanderstock, sondern auch auf der Scheibe. Der Onkel ist wirklich ein Globetrotter. Längst klebt sich die Caffè-Latte-Fraktion den Sylt-Umriss aufs Blech. Motto: Guckt mal, was wir uns leisten können – Urlaub in der Sansibar.

Wackeldackel – wie süß!

In den 70ern war er Pflicht auf der Hutablage jedes Stufenheckmodells: der Wackeldackel. Sollten Sie noch einen haben: Packen Sie ihn bloß nicht auf die Heckablage Ihres Neuwagens. So was kann wie die Klopapierrolle mit eingebauter Barbie oder der Ekstase-Elvis allenfalls unter der Bezeichnung "zeitgenössisches Tuning" durchgehen. Und gehört deswegen in kultige 70er-Kisten.

Aufkleber: Schaut her, so bin ich

Nur Brummifahrer dürfen so was: "Meiner ist 16 Meter lang." Aber viele andere Aufkleber sollte man abkratzen. Den oben etwa. Oder den mit "Abi 007" auf Papis Passat. Und diesen ganzen Freizeitpark-Kladderadatsch. Motto: Ich bin schon in ganz Deutschland Achterbahn gefahren. Nur bei einem drücken wir ein Auge zu – dem vom Lieblings-Fußballklub. Heja BVB, Olé VfB, Forza St. Pauli.

Schmutzfänger - igitt!

Sollte Ihnen der Händler als Ausdruck der Wertschätzung Schmutzfänger an Ihren Wagen montieren – drohen Sie ihm mit der Geschmackspolizei, verklagen Sie Ihn, unternehmen Sie was. Schmutzfänger gehören nur an die Offroader der Vereinten Nationen im Krisengebiet, nicht an Ihren Wagen.

Der Orient für den Fahrgastraum

Tante Helga hat das im Auto vom Chef gesehen, musste das auch haben: Perserteppich statt Fußmatte. Aber Tante Helga fuhr Opel Kadett Stufenheck. Und der Chef ’nen Jaguar. Helgas Sohn Kevin hat jetzt Fußmatten aus Riffel-Alu. Noch schlimmer.

Die Auspuff-Blender

Kumpel Atze ist auch so einer: Blende auf den Auspuff geschraubt und mit Doppelrohr auf dicken Macker gemacht. Völlig uncool, Alter! Und Vortäuschung falscher Tatsachen. Ein 55-PS-Polo muss nicht mit so einem Rohr gepimpt werden!

Und mit diesem Zubehör liegen Sie auch daneben

Baumelt an Ihrem Auto auch so ein Gummiteil herunter Richtung Asphalt? Das soll so was wie ein Erdungskabel sein – und ist nichts weiter als Hokuspokus. Und dann die geschwungenen Initialien an den Türen: Pech, wenn Uschi Schluss macht und die nächste Freundin mit "S" statt "U" anfängt. Ebenso untragbar: Motorsound aus dem Radio, GPS-Antennen-Attrappe, farbige Fensterfolien, Lampenspoiler zum Nachrüsten für den bösen Blick. Das Geld sollten Sie sich sparen!

Autor: Andreas May

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