Ehrung für Hans-Joachim Stuck

AvD ehrt Hans-Joachim Stuck

— 27.03.2012

Goldenes Ehrenabzeichen für "Strietzel"

Für seine großen Erfolge im Motorsport erhielt der deutsche Rennfahrer Hans-Joachim Stuck das "Goldene AvD-Sportabzeichen mit goldenen Eichenblättern und Brillant".

Der international bekannte deutsche Rennfahrer Hans-Joachim Stuck erhielt für seine großen Erfolge im Motorsport das "Goldene AvD-Sportabzeichen mit goldenen Eichenblättern und Brillant".  "Strietzel Stuck ist Inbegriff eines publikumsnahen Rennfahrers, der hunderte von Rennen gefahren und gewonnen hat", begründet der mit Stuck seit langem befreundete AvD-Präsident Rudolf Graf von der Schulenburg die Ehrung, "er ist wie nur wenige andere ein Synonym für großes Können, begeistertes Engagement und Freundschaft unter den Aktiven".

Hans-Joachim Stuck kam 1951 in Garmisch-Partenkirchen als Sohn des "Bergkönigs" Hans Stuck und Christa-Maria Stuck zur Welt. Den Spitznamen "Strietzel" erfand seine Patentante, die bei seiner Taufe eine Ähnlichkeit mit einem Hefezopf (Schlesisch: Strietzel) festgestellt haben will. An der Seite seines Vaters sammelte er auch am Nürburgring erste Rennsport-Erfahrungen. Per Sondergenehmigung bekam er mit 16 Jahren den Führerschein. Als 18-jähriger gewann er 1969 den Sportfahrerlehrgang der Scuderia Hanseat und verdiente sich mit Erfolgen bei kleineren Rennen die internationale Rennlizenz.

Als "König von Hockenheim" sorgte Stuck für ausverkaufte Rennen

1970 gewann der 19 Jahre junge Stuck mit seiner Eifel-Erfahrung die Erstausgabe des 24-h-Rennens auf dem Nürburgring auf einem BMW aus dem Koepchen-Rennstall. Diesen Erfolg konnte er 1998 (auf BMW Diesel) und 2004 (auf BMW M3 GTR) wiederholen. Prompt wurde Stuck 1971 Werksfahrer bei BMW in der Europameisterschaft für Tourenwagen, er machte  erste Gehversuche in der Formel 2 und entwickelte zudem sein Markenzeichen, den blauen Helm mit weißen Sternen um die Visieröffnung. Dank seines Freundes Jochen Neerpasch wechselte Stuck 1972 zu Ford und wurde unter anderem auf Ford Capri Deutscher Tourenwagenmeister. Mit der Formel 2 kehrte Stuck zu BMW zurück und sorgte im March als "König von Hockenheim" für ausverkaufte Rennen, unter anderem beim vom AvD ausgerichteten Jim-Clark-Gedächtnisrennen.

Seine Erfolge blieben nicht unbemerkt, und so startete er zwischen 1974 und 1979 in der Formel 1 für March, Brabham, Shadow und das deutsche ATS-Team. Typisch Stuck unterstützte er 1979 die neue Idee der Procar-Serie, in der unter anderem die schnellsten F1-Piloten in identischen 470 PS starken BMW M1 antraten und errang den zweiten Platz. Mit dem Gardemaß von 1,94m war er aber für Formelwagen zu groß, er wechselte zu den Rennsportwagen und gewann 1986 und 1987 das 24-Stunden-Rennen von Le Mans. 1990 wurde er Meister der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM).

In den Folgejahren trat er als Werkspilot für Porsche in deren Porsche 956 an, und gewann die 24 Stunden von Le Mans und den Supercup im Porsche 962 C in den Jahren 1986 und 1987. Auch im 12-Stunden-Rennen von Sebring war er siegreich, 1986, 1988 sowie schon 1975 für BMW. Stuck ließ keine Gelegenheit für spannende Rennen aus, fuhr in den USA in der Trans-Am-Serie sowie in der IMSA-GTO-Serie und 1988 und '89 trat Stuck für Audi so erfolgreich auf spektakulären Wagen an, dass sportliche Amerikaner begannen "Oohdi" zu lieben. In Deutschland dominierte er die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft und gewann 1990 auf Audi V8 die DTM, die als ITC Ende 1996 eingestellt wurde.

Stuck ist der perfekte Allrounder

Ab Mitte der 1990er Jahre war Stuck wieder bei Porsche, ab 1998 folgte eine weitere Zeit bei BMW und 28 Jahre nach seinem ersten Sieg beim 24-h-Rennen Nürburgring gelang ihm 1998 ein erneuter Sieg auf einem BMW 320d Diesel. Für BMW fuhr er gleichzeitig in Deutschland  Tourenwagen und in den USA die American Le Mans Series (ALMS), ohne die Langstreckenrennen in Europa zu vernachlässigen. 2004 gewann der Deutsche das 24-h-Rennen Nürburgring zum dritten Mal und 2005 wurde er Zweiter. Einen besseren Allrounder, der gleichzeitig auch noch kundig und unterhaltsam plaudern kann, konnte das Fernsehen sich nicht wünschen, Stuck wirkte bis zum Ende der Formel 1-Saison 2007 als Formel 1-Experte beim Fernsehsender Premiere.

"Strietzel" hat mehr als 350 Siege auf dem Konto

Nach seinem Unfall am 28. April 2007 auf dem Nürburgring begann er, seinen Sohn Johannes aktiv zu fördern und belegte im Team mit Claudia Hürtgen im BMW-Z4-M-Coupé beim 24-h-Rennen am Nürburgring den fünften Gesamtrang sowie den ersten in der Klasse bis 3500 cm³ Hubraum. Gleichzeitig probierte er in der FIA European Truck Racing Championship 2007 die Schwergewichte. 2008 fuhr er für VW den neuen VW Scirocco beim 24-h-Rennen Nürburgring auf der Nordschleife und gewann seine Klasse, er war 2009 maßgeblich an der Entwicklung des Audi R8 LMS beteiligt und feierte im Rahmen der VLN-Langstreckenmeisterschaft den einzigen Sieg eines R8 LMS dieser Saison. Nach dem 24-Stunden-Rennen vom Nürburgring 2011 beendete Stuck seine aktive Rennkarriere nach mehr als 350 Siegen. Bei diesem Rennen bildete er mit seinen Söhnen Ferdinand und Johannes sowie Dennis Rostek auf einem Reiter-Lamborghini Gallardo das Team Stuck und wurde Fünfzehnter.

Heute ist Stuck bei VW für den Motorsport zuständig und kümmert sich intensiv auch um die Nachwuchs-Förderung.  Dieses einzigartige Lebenswerk mit so vielen unterschiedlichen Fahrzeugen und Aktivitäten ist dem AvD die Auszeichnung mit dem "Goldene AvD-Sportabzeichen mit goldenen Eichenblättern und Brillant" wert, das anlässlich einer Feierstunde im Beisein von AvD-Präsident Rudolf Graf von der Schulenburg und AvD-Vizepräsident Volker Strycek jetzt überreicht wurde.

Das AvD-Sportabzeichen in seiner jetzigen Form wurde 1953 geschaffen und gilt als höchste Auszeichnung des AvD für besonders erfolgreiche Fahrer. Die Verleihung erfolgt in mehreren Stufen und nur an deutsche Fahrer. Schon Stucks Vater, Hans Stuck sen., gehörte zu den ersten Fahrern, die 1955 die damals höchste Stufe – das AvD-Sportabzeichen mit goldenen Eichenblättern – erhielten. Mit ihm zusammen geehrt wurden z.B. Huschke von Hanstein, Petermax Müller, Helm Glöckler, Richard von Frankenberg sowie der erst kürzlich im 97. Lebensjahr verstorbene Helmut Polensky.

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.