Rettungsgasse für Einsatzfahrzeug.

AvD fordert Notarzt-Warner

— 13.10.2009

Bahn frei dank WLAN

Kommunikation zwischen Fahrzeugen rettet Leben auf vielerlei Weise: So könnten bald Rettungswagen im Einsatz vorausfahrende Autos frühzeitig per WLAN warnen. Der AvD fordert, die Innovation schnellstens möglich zu machen.

Rettungslos eingeklemmt: Ein Notarzt steckt im Stau, weil irgendeine Schlafmütze vor dem blaulichtblinkenden und jaulenden Einsatzfahrzeug nicht rechtzeitig Platz gemacht hat. Lebenswichtige Sekunden vergehen, bis sich die Stockung wieder aufgelöst hat und die Helfer weitergebraust sind. Wohl jeder hat diese Situation schon erlebt – vor allem für Sanitäter und Unfallärzte sind solche Fahrten Stress pur, weil sie schnellstmöglich und zugleich sicher am Einsatzort sein sollen – scheinbar unvereinbare Gegensätze. Zu oft vergessen Autofahrer, die Rettungsgasse auf der Autobahn zu bilden oder eine Kreuzung zu räumen. Dann setzen die Retter ihr eigenes Leben aufs Spiel. Dabei könnte das Problem schon bald entschärft sein, regt der Automobilclub von Deutschland (AvD) an: Elektronische Kommunikation zwischen Fahrzeugen, Car2Car-Kommunikation genannt, reicht weiter als die flackernden Blaulichter und das gellende Martingshorn. Über die Application "Emergency Vehicle Approaching" (Einsatzfahrzeug nähert sich) kann ein Rettungswagen Signale versenden, die in bis zu 1000 Meter Umkreis über drahtloses Internet (WLAN) von allen Autos empfangen werden.

Im Cockpit weist ein Blinklicht auf den nahenden Rettungswagen hin

Die beteiligten Fahrzeuge müssten lediglich mit Empfangsmodulen, mit WLAN und GPS-Einheiten, ausgestattet werden. Dann könnten sich mit Blaulicht nähernde Einsatzfahrzeuge auch virtuelle Signale an die Autofahrer im Umkreis senden. Auf deren Display würden entsprechende visuelle Warnmeldungen mit zeitgleichem akustischen Signal die Aufforderung auslösen, eine Rettungsgasse zu bilden. "Aus Sicht der Unfallforschung könnte die Notfallrettung mit einer zielgerichteten, zuverlässigen und nicht ablenkenden Warnung aller Autofahrer deutlich verbessert werden", so Johann Gwehenberger vom Allianz Zentrum für Technik. Zugleich würde auch die Überlebenschance der Patienten erhöht; denn jede Minute, die ein Rettungswagen später eintrifft, sinkt zum Beispiel die Überlebensrate beim einem Herz-Kreislaufstillstand um zehn Prozent. Gemeinsam mit dem Kraftfahrverband Deutscher Ärzte (KVDA) will der AvD sich nun dafür einsetzen, dass bereits ab 2015 jeder Neuwagen mit der notwendigen Technik ausgestattet sein wird, um Car2Car-Kommunikation einzurichten.

Autor: Roland Wildberg

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