80 Prozent aller Tempokontrollen sind fehlerhaft.

AvD rügt Pannen bei Tempo-Kontrollen

— 18.03.2009

Zu blöd zum Blitzen

80 Prozent der Geschwindigkeitsmessungen auf unseren Straßen seien mangelhaft, moniert der AvD. Oft werde die Radarfalle falsch aufgestellt und auch schon mal das falsche Kennzeichen notiert.

Müssen Deutschlands Blitzer zur Nachschulung? Eine aktuelle Studie des Automobilclubs von Deutschland (AvD) legt diesen Schluss nahe. Die überwiegende Mehrheit der Bußgeldverfahren, die nach einer Tempomessung eingeleitet werden, seien mangelhaft. Nur 14,8 Prozent der untersuchten Fälle war laut AvD ohne Fehl und Tadel, 80 Prozent dagegen wiesen Fehler auf. Immerhin fünf Prozent hätten bei einer richterlichen Nachprüfung sofort eingestellt werden müssen. Dabei geht es keineswegs allein um weltferne Verfahrensfehler, die schlitzohrige Winkeladvokaten nach tagelangem Aktenstudium halb erfinden. Die Fehler sind oft erschreckend simpel: Da wird das Messgerät falsch aufgestellt, beim Lasern schreibt der zerstreute Kollege das falsche Kennzeichen auf, oft ist die Akte einfach unvollständig, sodass niemand mehr prüfen kann, ob die Messung ordnungsgemäß ablief.

Fehler bei den Kontrolleuren

"Die Zahl der fehlerhaften Verfahren ist erschreckend hoch", sagt Dorothee Lamberty, Verkehrsjuristin des AvD. Aus Sicht des Verbandes sind die Fehler beim Personal zu finden, das die Tempokontrollen durchführt. Oftmals hätten die Kontrolleure nicht die erforderliche Kenntnis der Materie, um die Prüfung korrekt durchzuführen und sich insbesondere zu überzeugen, dass alle Prüfparameter stimmen. Oftmals verließen sich die Prüfer blindlings auf die Technik. Hier gelte es, die Mitarbeiter umfassend zu schulen und für vorhandene Problemfelder zu sensibilisieren.

1810 Verfahren ausgewertet

Durchgeführt wurde die Untersuchung vom unabhängigen Prüfer "Verkehr Unfall Technik Sachverständigengesellschaft mbH" (VUT). Sie umfasste 1810 Ordnungswidrigkeiten-Verfahren und erstreckte sich über die vergangenen zwei Jahre. Bei den Messungen kamen sowohl Video- als auch Radargeräte und Laserpistolen zum Einsatz.

Autor: Roland Wildberg

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