Abschleppen Stadt

AVD warnt vor Abschlepp-Nepp

— 05.12.2008

Vorsicht Abzocke!

Falschparker werden immer mehr abgezockt: Mit sogenannter "Parkraumbewirtschaftung" machen Abschlepper in Städten dicke Geschäfte, verlangen hohe Gebühren. Wie Sie das vermeiden können – der AvD gibt Tipps.

Eine Abschleppvorgang zählt zu den wohl ärgerlichsten Dingen im Autofahrer-Alltag: Nicht nur, dass der fahrbare Untersatz verschwunden ist und nun 20 Kilometer entfernt von einer Abstellhalde am Stadtrand abgeholt werden will. Auch die Kosten sind erheblich, gehen schnell in die Hunderte. Der Automobilclub von Deutschland (AvD) warnt jetzt vor verstärktem Abschlepp-Nepp in Großstädten: Mit sogenannter "Parkraumbewirtschaftung" werden ominöse Geschäfte gemacht: Inzwischen gibt es in vielen Städten Unternehmen, die sich darauf spezialisiert haben, widerrechtlich geparkte Fahrzeuge von Privatparkplätzen zu entfernen. Den Besitzern werden anschließend hohe Rechnungen präsentiert. Die Unternehmen bestehen meist auf Sofortzahlung, drohen sonst mit Einbehaltung des abgeschleppten Autos. Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt bereits, inwieweit der Tatbestand der Nötigung vorliegt.

Überzogene Rechnungen gerichtlich checken lassen

AvD-Rechtsexpertin Petra Schmucker rät Betroffenen, die Zahlung zunächst nur unter Vorbehalt zu leisten. Zur Dokumentation sollte dies auch schriftlich festgehalten werden. Erscheint der Rechnungsbetrag unverhältnismäßig hoch, kann man diesen gerichtlich überprüfen lassen. Zwar haben Gerichte den Besitzern von Privatparkplätzen in vielen Fällen den Ersatz der Abschleppkosten zugesprochen – jedoch gehören überzogene oder zusätzliche Gebühren für Parkraumbewirtschaftungs-Firmen nach Ansicht des AvD nicht zu den zu ersetzenden Abschleppkosten. Deshalb können sie dem Falschparker auch nicht aufgebürdet werden. "Polizisten und kommunale Ordnungshüter müssen jedoch den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit beachten", erklärt Schmucker. "Bestehen daran Zweifel, kann man gegen den Kostenbescheid Widerspruch einlegen. Parkt ein Wagen etwa unberechtigt auf einem Behindertenparkplatz oder in einer Feuerwehrzufahrt, besteht allerdings wenig Hoffnung, allein mit einem Knöllchen davon zu kommen."

Augen auf bei der Parkplatzsuche

Um  gar nicht erst  in die Situation zu kommen, über Abschleppkosten streiten zu müssen, empfiehlt der AvD, beim Parken aufmerksamer zu sein. Autofahrer sollten sich immer davon überzeugen, dass sie nicht auf Privatgrundstücken oder auf nur für Kunden reservierten Parkplätzen stehen. Trotz der Parkraumknappheit in diversen Städten gilt es darauf zu achten, ob im Umfeld des eigenen Wagens Schilder stehen, die darauf hinweisen, dass unberechtigt parkende Fahrzeuge abgeschleppt werden.
Im öffentlichen Verkehrsraum drohen Falschparkern neben den Abschleppkosten auch Bußgelder von bis zu 35 Euro. Falls ein Rettungsfahrzeug im Einsatz behindert werden sollte, wird es teurer. Dann können bis zu 50 Euro Geldbuße und zudem ein Punkt in Flensburg verhängt werden.

Autor: Jan Kretzmann

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