Verkehrssicherheits-Training

Axa Verkehrssicherheits-Report 2009

— 16.11.2009

Deutsche fahren am besten

Deutsche Autofahrer sind laut Axa Verkehrssicherheits-Report europaweit die besten. Das führt offenbar zur Selbstüberschätzung: Die Deutschen begehen auch die meisten Tempoverstöße.

Das tut gut: Nach einhelliger Meinung sind die Deutschen die besten Autofahrer in Europa. Diese Bewertung erfolgte im Rahmen einer Umfrage unter 8000 Befragten aus zehn europäischen Ländern für den Axa Verkehrssicherheits-Report 2009. Schon die erste Studie dieser Art im Vorjahr platzierte die Deutschen auf Rang eins. Auch die Deutschen Autofahrer selbst sind von den eigenen Fähigkeiten beeindruckt: 73 Prozent beurteilen die persönlichen Fahrkünste als gut, während es in Europa insgesamt nur 67 Prozent sind. Möglicherweise führt das bei den Landsleuten zur Selbstüberschätzung, denn auch die meisten Tempoverstöße räumen die Deutschen ein: 49 Prozent gaben an, in Ortschaften hin und wieder zu schnell zu fahren. Der Gesamtwert für ganz Europa beträgt hier 41 Prozent. Auch die Aufgeschlossenheit gegenüber Verkehrssicherheits-Initiativen ist in Deutschland niedriger als anderswo: Nur 20 Prozent geben an, sich von Kampagnen beeinflussen zu lassen – das ist der letzte Platz auf der Nationen-Skala.

Italiener halten Handy am Steuer für ungefährlich

Andere Länder, andere Fahrstile: Jenseits der Alpen fühlen sich viele Verkehrsregeln wachsweich an – und der Verkehrssicherheits-Report gibt diesem Eindruck Recht. So empfinden nur 76 Prozent der befragten Italiener das Fahren ohne Sicherheitsgurt als gefährlich, in Deutschland hingegen 94 Prozent. Auch das Benutzen des "telefonino" am Steuer scheint vielen Italienern im Blut zu liegen: Denn jeder Fünfte (19 Prozent) hält Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung am Steuer nicht für gefährlich. Das sind mehr als in allen anderen befragten Ländern. Trotz Verbots telefonieren die Italiener auch am häufigsten ohne Freisprecheinrichtung (38 Prozent). Ein teurer Spaß – denn wer sich in Italien dabei erwischen lässt, zahlt bis zu 600 Euro Strafe. In Deutschland hat's anscheinend bei 75 Prozent der Autofahrer geklingelt; das restliche Viertel räumt ein, gelegentlich auch am Steuer das Handy ans Ohr zu nehmen.

Mehrheit der Deutschen für Null-Promille-Grenze

Kampf der Geschlechter: Frauen fahren sicherer als Männer, ergab die Verkehrssicherheits-Studie der Axa.

Noch gefährlicher ist Alkohol am Steuer – und das meinen auch 90 Prozent der deutschen Autofahrer. Dazu passt der nüchterne Umkehrschluss, dass sich zehn Prozent der befragten Deutschen gelegentlich trotz leichten Alkoholkonsums hinters Lenkrad klemmen. Im europäischen Durchschnitt sehen wir damit noch gut aus: Insgesamt mehr als 20 Prozent fahren mitunter alkoholisiert ans Steuer. Um welche Mengen es sich handelt, wird allerdings nicht gesagt. Überraschend: Knapp zwei Drittel der befragten Deutschen vertreten die Ansicht, dass eine Null-Promille-Grenze eingeführt werden sollte. Diese Ansicht findet nur noch in England und Irland mehr Anhänger, nämlich 83 Prozent. Hier spielt vermutlich die alarmierende Unfallstatistik der beiden Inselnationen eine Rolle.

Auch Männer halten Frau am Steuer für fähiger

Frauen sind die besseren Autofahrer – quer durch Europa: Die Hälfte (51 Prozent) der befragten Fahrer und Fahrerinnen halten Frauen für kompetenter hinter dem Lenkrad; nur 19 Prozent sind der Meinung, männliche Fahrer seien die besseren Fahrer. Außerdem zeigen Frauen Stärke in Sachen Verkehrssicherheit: Bei Verkehrsdelikten belegen Männer die unrühmlichen ersten Plätze. Während rund ein Drittel der Männer (31 Prozent) hin und wieder ohne Freisprechanlage im Auto telefonieren, sind es bei den Frauen nur 18 Prozent. Männer (31 Prozent) missachten auch häufiger als Frauen (20 Prozent) den Sicherheitsabstand und neigen zudem eher zu Geschwindigkeitsüberschreitungen. Sie fahren auch dreimal häufiger als Frauen nach zwei oder mehr alkoholischen Getränken Auto (16 Prozent gegenüber fünf Prozent). Ein Kampf der Geschlechter herrscht beim Thema Geschwindigkeitsbegrenzung: Während acht von zehn Frauen (78 Prozent) denken, dass Geschwindigkeitsbeschränkungen der Unfallvermeidung dienen, sind nur 60 Prozent der Männer dieser Meinung. 24 Prozent der Männer glauben, Tempolimits seien vor allem eine Einnahmequelle für den Staat; nur rund zehn Prozent der Frauen teilten diese Einschätzung.

Autor: Roland Wildberg

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