Baja Boot von Steve McQueen

Baja Boot

— 14.08.2009

Rennsemmel von Steve McQueen

Für 235.000 US-Dollar hat ein Baja Boot in den USA den Besitzer gewechselt. Was das ist? Ein Rohrrahmen, zwei Sitze, Lenkrad, Getriebe, vier Geländereifen und ein Chevy-V8 mit über 350 PS.

Steve McQueen war in seinen Filmen meist ein echt harter Kerl. Seine Rolle als Lieutenant Frank Bullit im gleichnamigen Krimi und die zehnminütige Verfolgungsjagd im grünen Mustang durch San Francisco sind legendär. Privat war er ein absoluter Autofreak und begeisterter Amateurrennfahrer. 1970 schaffte McQueen es beim 12-Stunden-Rennen von Sebring, USA, mit einem Porsche 908 bis auf Platz 2. Offenbar mochte er es aber auch schmutziger. Denn diese wilde Off-Road-Rennsemmel hier, ein Baja Boot Baujahr 1967, gehörte mal dem Hollywoodstar. Mit ihr hat er an der "Baja 1000" teilgenommen, dem härtesten Off-Road-Rennen weltweit. Der aktuelle Besitzer hat den Baja Boot gerade für 235.000 US-Dollar versteigert. Kein schlechter Preis für einen Rohrrahmen mit zwei Sitzen, Lenkrad, Getriebe und Reifen. Auch wenn er einen 5,7-Liter-Chevy-V8 mit über 350 PS und Allrad zu bieten hat.

Der Motor ist rückwärts eingebaut

Keinem geringeren als Hollywood-Rauhbein Steve McQueen gehörte die wilde Rennsemmel.

Die Idee für den Baja Boot hatte Ende der Sechziger Vic Hickey, damals einer der wichtigsten GM-Ingenieure. In nur 26 Tagen baute er den Boot laut Informationen des Verkäufers gemeinsam mit Drino Miller bei Hurst zusammen. Das Chassis besteht aus einem Stahlrohrrahmen, in der Aufhängung finden sich Teile aus dem Heckantrieb einer Corvette und ein Verteilergetriebe von Dana für den Allradantrieb des Buggy. Der Baja Boot hat eine umgekehrt eingebaute Antriebseinheit. Der V8 ist rückwärts eingebaut. Der Kühler sitzt hinten, ausgestattet mit einem einem riesigen Propeller, der die Motorwärme absaugt. Der Allradantrieb stammt von Chevrolet. Über das Verteilergetriebe kann der Fahrer die Hinterachse zuschalten. Weitere Features sind eine Sicherheitslenksäule und Bremsscheiben von Hurst. Die waren mit knapp 26 Zentimeter nicht groß, aber für 1967 immerhin.

Nur zwei Baja Boot wurden nachweislich überhaupt gebaut

Die "Baja 1000", das härteste Off-Road-Rennen der Welt, ist Steve McQueen 1969 mit dem Baja Boot mitgefahren.

Steve McQueen ist mit seinem Boot 1968 in Las Vegas das "Stardust 7-11"-Rennen gefahren. 1969 nahm er gemeinsam mit Harold Daign im Boot die 1000 Meilen der "Baja 1000" durch die Wüste von Nordmexiko unter die Räder. Leider kamen die beiden nicht an. Das Getriebe fiel aus und machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. 1996 gab ein Vorbesitzer die Komplettrestaurierung der wilden Kiste in Auftrag. Daraufhin wurde der Boot bei "Ryan Falconer Racing Engines" in den Originalzustand zurück versetzt, Lack und Aufkleber von Hurst inklusive. Am "Tecate Score 2000"-Rennen eines Museums hat er inzwischen wieder teilgenommen und steht vor der Aufnahme in die Baja 500 Hall of Fame. Ein Stück Autogeschichte zum Anfassen und ein wahnsinniges Spaßgerät hat sich der aktuelle Besitzer da an Land gezogen.

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