Barkas B1000 von Andreas Gärtner

Barkas B1000 von Andreas Gärtner Barkas B1000 von Andreas Gärtner

Barkas B1000 von Andreas Gärtner

— 01.11.2005

Shitbox

Einige Jungs geben ihren Autos Namen. Andreas Gärtner auch. Er und seine Truppe von der IFA IG Wittenberg nannten ihren Barkas aufgrund des rattigen Retro-Styles einfach "Shitbox".

"Ost-Bully" wird zum Party-Mobil

Viele werden sich jetzt sicher fragen: "Was ist das denn?" Diejenigen, denen dieses Fahrzeug völlig unbekannt ist, stammen mit Sicherheit nicht aus dem Osten der Republik Deutschlands. Dort ist der Barkas B1000 dafür um so bekannter. Viele getunte Exemplare gibt es allerdings noch nicht zu sehen.

Der Retro-Kult greift gerade massiv um sich und macht auch vor der IFA-Szene (Industrieverband Fahrzeugbau der ehemaligen DDR) nicht halt, egal ob Trabant, Wartburg, Barkas und so weiter. Zur Zeit legen sich die Schrauber in den neuen Bundesländern viel lieber unter die Autos, auf die ihre Eltern damals Jahre lang warten mußten, als unter Golf und Co.

Andreas und seine Kumpels horten alles, was auf den Namen Wartburg hört. Daher hatten sie schon immer den Wunsch, einen Bus zu besitzen, der von eben jenem legendären Zweitakt-Herz angetrieben wird. Von den Berliner "Trabimakers" wurde dieser dann für einen kleinen "Goldtaler" übernommen.

Mattschwarz und tief war er damals schon. Aufgrund von Getriebe- und Motorproblemen wurde in der heimischen Garage gleich ein Ersatzteil aus dem Regal gezogen und in den B1000 verpflanzt. Das sollte für die erste Saison reichen. Auf diversen Treffen entwickelte sich der "Ost-Bully" zum absoluten Party-Mobil und erweckte jede Menge Aufsehen. In dieser Zeit erhielt er dann auch den Namen "Shitbox".

Alu-Unterfahrschutz für "Feindberührung"

Im Winter 2003/2004 wurde das Fahrwerk komplett umgebaut. Der Barkas sollte dem Erdboden so nah wie möglich kommen. Bei einem B1000 ist das gar kein Problem. Man muß nur die Drehstäbe bis zur Schmerzgrenze herunterdrehen. Zusätzlich wurde die "Shitbox" mit Gasdruckdämpfern vom Volkswagen T2 und T4 modifiziert. Problem: Der Bus war jetzt so tief, daß ständig der Auspuff weggerissen wurde; also wurde er höher gehängt und die Motoraufhängung umgebaut. Da es dann immer noch nicht ohne "Feindberührung" ging, entschied Andreas sich, den Motor zusätzlich mit einem Alu-Unterfahrschutz zu schützen.

Die Stoßstange wurde durch die des ersten Modells getauscht und – genau wie das Dach – mit Karos eingehüllt. Auf das Dach setzte man einen Retro-Gepäckträger mit Ersatzrad. Der Griff der Hecktür wurde ausgeflext, mit Löchern versehen und schräg wieder eingesetzt. Das sieht einfach stylischer aus.

Auf der Hinterseite der Tür schnitt man die Preßpappe aus und plazierte darunter eine große Endstufe und zwei Boxen für den nötigen Sound. Die Ladefläche besitzt hinten eine zweite Sitzreihe, weil "die alte Dame" früher ein Einsatzwagen der Feuerwehr war. Etliche Freunde verewigten sich auf den Seitenverkleidungen mit "weisen Sprüchen des Lebens" und Grüßen. Mittendrin hängen noch Fotos von der heimischen Wartburg-Sammlung.

311er-Wartburg-Lenkrad und 13-Zoll-Felgen

Die Scheiben verzieren viele Sticker von unzähligen Trabi- und IFA-Treffen. Der Fahrer sitzt auf nachträglich belederten Sitzen im Karo-Design und steuert den Barkas mit dem Lenkrad eines Wartburg 311. Die Original-13-Zoll-Felgen wurden rot lackiert und auf 175/70er Pneumant-Weißwandreifen gesteckt. Für diesen Winter soll das Dach mit seinem Karo-Design erneuert und die Technik gewartet werden, damit man nächstes Jahr wieder stilgerecht auf die Treffen cruisen kann.

Die "Ostalgie-Welle" rollt also unaufhaltsam weiter. Der AUTOTUNING-Redaktion sind bereits zwei weitere Barkas-Umbauprojekte bekannt. Wenn diese in den Startlöchern stehen, werden wir exklusiv darüber berichten. Von unserer Seite aus dürft Ihr Euch auch weiterhin auf noch mehr Köstlichkeiten aus dem Osten freuen.

Autor: Sebastian Schulz

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