Bau-Streik

Bau-Streik

— 18.06.2002

Ferienbeginn mit Megastau?

Weitet sich der Bauarbeiter-Streik auf Autobahnbaustellen aus? Dann knnte die bevorstehende Ferien-Reisewelle zum Verkehrschaos werden.

Seit Montag wird gestreikt: Nach Angaben der Industriegewerkschaft (IG) BAU haben 8000 der bundesweit 850.000 Beschftigten im Baugewerbe ihre Arbeit niedergelegt und fordern 4,5 Prozent mehr Lohn. Bisher sind nur einige Baustelle lahm gelegt. Doch nach Angaben des Automobilclubs von Deutschland (AvD) bedroht der Ausstand auch die termingerechte Fertigstellung von 120 der insgesamt 300 Autobahnbaustellen. Und das ausgerechnet zu Beginn der Ferienzeit.

Werden die Bauarbeiten nicht rechtzeitig vor der sommerlichen Reisewelle abgeschlossen, befrchtet der AvD ein Chaos auf den Autobahnen. Schon fr Freitag, den 20. Juni, erwartet der Automobilclub die erste groe Blechlawine. Eng kann es dann im Raum Karlsruhe (A 8) und beim Frankfurter Kreuz (A 3 und A 5) werden. Besonders das Kirchheimer Dreieck ist gefhrdet. Dort trifft der Reiseverkehr von der A7 aus Niedersachsen, Bremen, aus Norwegen und Dnemark auf den Fahrzeugstrom der A 4 aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thringen und Polen. Ob diese stark befahrenen Strecken tatschlich betroffen sein werden, konnte oder wollte die IG BAU auf Anfrage von autobild.de nicht sagen. Grundstzlich geht die Gewerkschaft aber von einer Ausweitung der Streikvorhaben aus. "Es muss auch mit Streiks auf Autobahnbaustellen gerechnet werden", besttigt Rdiger Lhr, Sprecher der IG BAU, fgt aber beschwichtigend hinzu: "Wir wollen keine Autofahrer verrgern."

Dass sich der Arbeitskampf allerdings zeitlich hinziehen kann, kndigte der Vorsitzende der IG BAU, Klaus Wiesehgel, bereits an. Er hat der Bauwirtschaft einen langen Streik angedroht, falls die Arbeitgeber ihr Lohnangebot nicht erhhen. "Von der finanziellen und logistischen Seite her sind wir in der Lage, den ganzen Sommer zu streiken", sagte Wiesehgel der Tageszeitung DIE WELT. Der AvD warnt jedoch vor Manahmen der Gewerkschaft auf Autobahnbaustellen. Ein Stau steigere immer die Gefahr von Unfllen. "Unbeteiligte sollten durch den Streik nicht in Geiselhaft genommen werden", so Jrgen Hvekenmeier vom AvD. Er hofft, dass die Vernunft siegen wird.

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