Bentley Continental/Aston Martin Virage: Vergleich — 17.08.2011
Kronjuwelen
Zusammen leisten Bentley Continental und Aston Martin Virage über 1000 PS. Und: Beide Gentleman-Racer werden von fetten Zwölfzylindern befeuert. Welcher hat den stärkeren Charakter?
Übersicht: Alle News und Tests zum Bentley Continental GT
Ein Aston sieht immer aus wie ein Aston. Dem Virage haben sie zwar einen leicht prolligen LED-Lidstrich über die Xenon-Augen gezogen, und die blassweiß verglasten Rückleuchten strahlen so fahl wie der Teint scheuer Schlossherren, doch die Silhouette hat Doppelgänger Potenzial. Das Interieur ist im bewährten My-Car-is-my-Castle-Stil gehalten – edles Leder, soweit das Auge reicht; ein hübsch gemachtes, aber veraltetes Instrumentarium; eine rundum auf Tuchfühlung bedachte Architektur und ein durch keine Assistenzsysteme getrübtes Elektronik-Selbstverständnis. Auch ein Bentley muss immer auftreten wie ein Bentley. Dem Conti GT haben sie zwar ein neues Blechkleid auf den kaum veränderten Korpus geschneidert, aber die stilistische Weiterentwicklung ist nicht der Rede wert, und der modische Hüftschwung wirkt ebenso aufgesetzt wie der vom Mulsanne ausgeborgte Limousinen-Heckabschluss.Übersicht: Alles News und Tests zum Aston Martin Virage
Racer versus Gleiter
Der Bentley ist ein Meister der virtuellen Geschwindigkeit: sauschnell und dabei unschuldslammfromm, von turbinenhafter Mühelosigkeit und trotz aller Explosivität fast aufreizend gelassen. Der Aston Martin lässt uns dagegen fast distanzlos teilhaben am linearen Prozess der Kraftentfaltung, der untrennbar mit hohen Drehzahlen und mit einem Soundtrack verbunden ist, der süchtig macht. Geschaltet wird bevorzugt über zwei Carbonsicheln am Lenkrad. Während der Continental GT die nächsthöhere Getriebestufe mit der Lässigkeit eines Dandys durch die Gasse schlenzt, knallt der Virage die Zähnräder mit dem Spann volley durch das Ölbad. Keine Frage – wer die Unmittelbarkeit des Geschehens hören und fühlen will, der dürfte am rascher getakteten und schärfer abgeschmeckten Aston Martin mehr Gefallen finden. Doch wer den Vorwärtsdrang lieber aus der Tiefe des Raumes schöpft und über einen unsichtbaren Gummizug mit dem Horizont verbunden sein möchte, der wird sich wohl eher in das Wesen des Bentley verlieben. Hier wie dort animieren Drucktasten zum Ausleben der fahrdynamischen Talente. Der Virage ändert im Sportmodus die Taktik für Motor, Getriebe und Gaspedal vom Querpass- zum Steilpass-Spiel. Gleichzeitig variiert die Dämpferkennung das Ansprechverhalten der Radaufhängung von demi-sec zu brut.
Hintergrund: So testet AUTO BILD
| Technische Daten | Aston Martin | Bentley |
|---|---|---|
| Motor | V12 | W12, Biturbo |
| Einbaulage | vorn längs | vorn längs |
| Hubraum | 5935 cm³ | 5998 cm³ |
| kW (PS) bei 1/min | 365 (497)/6500 | 423 (575)/6000 |
| Nm bei 1/min | 570/5750 | 700/1700 |
| Antriebsart | Hinterrad | Allrad |
| Getriebe | 6-Gang sequenziell | 6-Stufen-Automatik |
| Leistungsgewicht | 3,6 kg/PS | 4,0 kg/PS |
| Beschleunigung von 0–100 km/h | 4,6 s | 4,6 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 299 km/h | 318 km/h |
| Preis in Euro | 189.995 | 183.974 |
Kommentar verfassen









































Kommentare zum Artikel (71)
Erstellt
Inhalt
Funktion
"Bandscheibenfeindliche Ladekante"? Mensch Schreiberling! Machst du jeden morgen drei Kniebeuge! Wirst sehen, kriegst die Sporttasche da rein!
Und in "Richtung schöne grüne neue Welt" kommt man mit Luxuscoupés leider auch nicht, es sei denn man verkauft sie und investiert den Erlös in einem Biobauernhof.
Schema F kann man bei solchen Tests einfach nicht anwenden, das spielt in dem Segment überhaupt keine Rolle. Bitte mehr Wesentliches und weniger Phrasen!
eigentlich hatte ich mich für den Aston entschieden, aber ihr habt mich voll überzeugt. Ich nehm beide!
@hal
ich konnte schon mehr a7 als den neuen cls in natura sehen.
wer das glück hat sich zwischen den beiden autos entscheiden zu können wird wohl nicht lange überlegen müssen. wem luxus wichtiger ist, der wird sich für den bentley entscheiden und die sportfans greifen zum aston martin.
@Rolandus: Der Bentley teilt sich die Plattform mit dem Phaeton, d.h. bedient er sich genauso am Konzernregal. Man nehme zwei VR6 mit ca. 3l Hubraum aus dem Golf und fügt diese zusammen, dann bekommt man einen W12 mit ca. 6l Hubraum. Aber auch der Aston V12 basiert auf einem Volumenmotor, es ist eine "Weiterentwicklung" vom Ford 3,0-l-Duratec-V6..