Bentley Continental GT V8/Mercedes CL 63 AMG PP: V8-Test
— 18.09.2012
Zwischen idyllisch und brachial
Sie sind den Zwölfzylindern unterstellt und werden ihnen eines Tages ein Ende setzen. Im AMG-CL läuft der Biturbo-Achtzylinder schon länger Sturm gegen das Establishment, im Continental GT nimmt er gerade Anlauf.
Vergleich ist eigentlich ein zu kleines Wort für das, was
Bentley und
Mercedes auf diesen Seiten austragen. Es handelt sich wohl eher um ein Duell oder noch besser um eine Partie, bei der es nicht nur um die Frage geht, wer besser ist, sondern auch darum, welches das beste von zwei der besten Autos der Erde ist. Vorneweg schneist der Continental in den Wald, als GT, mit Allradantrieb und dem neuen Konzernbeauftragten für Längsdynamik, den man für seine Englandmission mit 507 PS und 660 Newtonmeter bepackt. Sein glanzschwarzer Matrixgrill, die Red Labels und zellgeteilte Endrohre enttarnen ihn als Einstiegsmodell, die Breitling, seine extraklassige Verarbeitung und die 161.840 Euro Grundpreis zeigen indes, dass auch er dazugehört.
Ein Artikel aus AUTO BILD SPORTSCARS
Ob 30 innerorts oder volle 300 auf der linken Spur, macht in der Wahrnehmung kaum einen Unterschied.
Dahinter gewittert der CL durchs Dickicht. Regulär wuchern 544 PS Richtung Hinterachse, mit Hilfe des Performance-Packages lässt sich noch ordentlich aufforsten. Ergebnis: 571 PS, 900 Newtonmeter und die Favoritenrolle in diesem Vergleich, Verzeihung, in dieser Partie. Was sie verbindet, ist erstens ihr Schicksal, im Schatten der Zwölfzylinder zu stehen, ohne dass diese sie wirklich in den Schatten stellen; zweitens das Pech, dass immer ein paar von ihnen auf die schiefe Bahn geraten. In ihren Prospekten brausen sie durch einsame Bergwelten und laufen mit gut aussehenden Mittdreißigern vor Jachthäfen ein. In Wahrheit jedoch stehen sie gerne pink lackiert in Beverly Hills oder dort, wo Pink und Lack andere Rollen spielen.
In 15,8 Sekunden pumpt sich der Bentley auf 200 km/h, der Mercedes braucht fast zwei Sekunden weniger.
Aber selbst das ist am Ende nur Beweis dafür, dass eben auch geschmacklose Menschen Geschmack haben. Vor allem der Conti ist voll davon. Kaum schwingen die Türen nur einen Spalt breit auf, schwallt einem diese würzige Süße entgegen, wie man sie nur in Crewe komponiert bekommt. Der Wählhebel der feinen Achtstufenautomatik steht wie eine Skulptur mitten im Raum, an den Wänden wächst Eukalyptus großflächig ins Imperialblau des Ledermeeres hinein, während einen bildschöne Instrumente und feststehende Schaltsensen daran erinnern, dass der
Phaeton doch zu etwas gut gewesen sein muss.
W
eitere Details zu den beiden Sportlern und wie das Duell am Ende ausgeht erfahren sie in der Bildergalerie.
| Technische Daten |
Bentley |
Mercedes |
| Motor |
V8, Biturbo |
V8, Biturbo |
| Hubraum |
3993 cm³ |
5461 cm³ |
| kW (PS) bei 1/min |
373 (507)/6000 |
420 (571)/5500 |
| Nm bei 1/min |
660/1700-5000 |
900/2250-3750 |
|
| Messwerte |
| 0-100/0-200 km/h |
4,6 s/15,8 s |
4,5 s/13,9 s |
| Testverbrauch auf 100 km |
16,3 l Super Plus |
14,7 l Super Plus |
|
| Höchstgeschwindigkeit |
303 km/h |
300 km/h (abgeriegelt) |
|
| Preise |
| Serienfahrzeug |
161.840 Euro |
163.149 Euro |
| Ausstattung |
| 20-/21-Zoll-Räder |
-/in Sportpaket |
2.321 Euro (Schmiederäder/- |
| Adaptivdämpfer |
Serie |
Serie |
| Sportpaket |
10.912 Euro |
9.461 Euro |
| Vmax-Anhebung |
- |
3.213 Euro (Driver`s Package) |
| Wankregulierung (adaptiv) |
- |
Serie |
| Preis Testwagen |
172.752 Euro |
174.931 Euro |
Autor:
Stefan Helmreich
Fazit
Die Bewertung gleicht einem Ping-Pong-Spiel. Der CL geht besser und luftfedert feiner, der Bentley kurvt athletischer, lässt sich dank Allrad auch bei Nässe auskosten und preist sich wertiger ein. So entscheidet das Flair, das der GT mit dem jachtigen Sound und dem verspielten Innenleben luxuriöser ausbreitet.