Bentley Flying Spur: Fahrbericht

— 10.05.2013

Speerspitze im Luxusmarkt?

Im Juni 2013 startet Bentley den neuen Flying Spur und preist das Auto als beste Luxuslimousine der Welt. autobild.de war mit dem edlen Briten in Peking untwerwegs.



Nichts! Man hört einfach nichts. Obwohl unter der imposanten Haube ein Zwölfzylinder mit den Leistungsdaten eines Supersportwagens arbeitet und wir mit 150 Sachen über die Autobahn fliegen, ist im neuen Bentley Flying Spur kaum mehr zu hören als das Ticken der Armbanduhr: Kein Motorsound, kaum Windgeräusche, selbst die Reifen geben Ruhe. Wer in diesem Auto sitzt, so lautet die Botschaft der Briten, der hat es geschafft und ist der Welt entrückt. Nicht umsonst nennt Projektleiter Ken Scott den Wagen ohne falsche Bescheidenheit "die beste Luxuslimousine der Welt". Zwar trägt der Flying Spur die Verwandtschaft nicht mehr im Namen. Doch natürlich gehört auch er in die Continental-Baureihe der Briten und macht deshalb einen eher evolutionären Generationswechsel mit. Wo man bei Coupé und Cabrio aber schon fast zweimal hinschauen muss, zeugen bei der Limousine mehr als der jetzt beinahe senkrechte Kühlergrill und die neuen Augen von der stilistischen Überarbeitung. Denn die Flanke des 5,30 Meter langen Luxusliners wirkt mit den von einem schwungvollen "B" durchzogenen Sportwagenkiemen und den markanten Sicken im Blech deutlich dynamischer. Und das Heck hat eine völlig neue Kontur bekommen: Die C-Säule ist breiter, der Heckdeckel sitzt tiefer und läuft länger aus.

Sportlicher Luxus hoch zwei: Bentley Flying Spur

Video: Bentley Flying Spur

Der pure Luxus!

Außen ist der Bentley von einer fast barocken Eleganz, innen gibt es Lack und Leder satt. Doch nach dem Austausch von über 600 Bauteilen ist vom Mief der Monarchie in dem piekfeinen Salon nichts mehr zu spüren. Im Gegenteil: Mit einem aufwendigen Infotainment-System und riesigen Bildschirmen im Fond ist der Flying Spur in der Neuzeit angekommen und buhlt mit einer herausnehmbaren Touchscreen-Fernbedienung sogar um die Gunst der Generation iPhone. Schließlich ist der Durchschnittskunde etwa in China kein ergrauter Earl, sondern nicht einmal 40 Jahre alt. Mit ihr oder auf Wunsch auch mit einer identisch programmierten App fürs Mobiltelefon lassen sich zahlreiche Komfortfunktionen von den Rollos bis zur Sitzheizung steuern, das Internet oder Filme von der 64 GB großen Festplatte auf die Monitore zaubern, das Navi programmieren oder auch im Fond die Daten des Bordcomputers verfolgen.

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Die 625 PS und 800 Newtonmeter haben leichtes Spiel mit dem 2,5 Tonnen schweren Flying Spur.

Im Grunde zwar immer noch ein Plattformbruder des VW Phaeton, ist der Bentley zu Recht ein Teil des Auto-Adels: Auch er fährt mit Allradantrieb und einem Zwölfzylinder in W-Form. Aber der ist bei den Briten nicht nur mit einer Achtgang-Automatik gekoppelt, sondern auch mit zwei Turboladern beatmet. Sie treiben die Leistung des Luxusliners auf 625 PS und mobilisieren schier unglaubliche 800 Newtonmeter. Obwohl der Flying Spur mit 2,5 Tonnen beileibe kein Fliegengewicht ist, beschleunigt er deshalb mit einer fast gespenstischen Mühelosigkeit. Wenn der Fliegende Sporn mit seinen 265-Rädern ausschreitet und seine Masse in 4,6 Sekunden auf Tempo 100 wuchtet, kann die Autobahn gar nicht lange und frei genug sein.

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Selbst wenn er vielleicht nicht ganz oder zumindest nicht allein die beste Limousine der Welt ist, hat Bentley mit dem Flying Spur einen eindrucksvollen Luxusliner auf die Räder gestellt, der seinem Besitzer zu Preisen ab 191.590 Euro so ziemlich alle erdenklichen Annehmlichkeiten bietet, die man auf der Straße erwarten kann. Zugleich allerdings stürzt er die Bentley-Boys aber mehr denn je in ein arges Dilemma. Vorne links oder hinten rechts – selten war die Entscheidung über den besten Platz in einem Auto so schwer wie diesmal.

Bilder: Bentley Flying Spur Facelift

Bentley Flying Spur Facelift fahrend Frontansicht Bentley Flying Spur Facelift fahrend Heckansicht Bentley Flying Spur Facelift Frontansicht

Autor: Thomas Geiger

Stichworte:

Luxuslimousine



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