Bentley Mulsanne auf der IAA

Bentley Mulsanne auf der IAA

— 16.08.2009

Einer für die Queen

Kommt hier der neue Dienstwagen für die Queen? Sie wäre sicher "amused". Denn der neue Bentley ist britisches Understatement pur. Auch sein Name bleibt nicht länger ein Geheimnis: Er lautet Mulsanne.

Queen Elisabeth II. reist nicht in Autos von der Stange. Der letzte Bentley des königlichen Fuhrparks wurde 2002 zum 50-jährigen Thronjubiläum spendiert, eine Sonderanfertigung natürlich. Doch nach sieben Jahren könnte ihre Majestät einen Wechsel zur Massenware durchaus in Erwägung ziehen, denn das neue Bentley-Flaggschiff ist im Anflug. Wobei Massenware natürlich eine deutliche Unterteibung ist. Der neue Brite hört nicht etwa auf den Namen "Grand Bentley" wie zuvor immer wieder vermeldet, sondern in Anlehnung an einen Vorgänger Mulsanne (gebaut 1980 bis 1992). Und der Kaiser unter den Bentley-Königen gibt sein Debüt nicht etwa auf der IAA 2009 (dort wird er auch stehen), sondern wählt mit dem Pebble Beach Concours D'Elegance die Bühne der Schönen und vor allem Reichen.

5,55 Meter purer Luxus

Auf den ersten Blick hat Bentley das Heck der Stilikone Arnage für den Mulsanne nur wenig verändert.

Es wurde durchaus Zeit, dass der Arnage seinen Thron räumt, immerhin gibt er seit 1998 den Chef am Hof. Der Thronfolger Mulsanne wuchs kräftig um 18 Zentimeter auf 5,55 Meter, der Radstand legte um 15 Zentimeter zu und soll den Passagieren noch mehr Raum spenden als der schon nicht bescheidene Vorgänger. Hier will Bentley künftig die Maßstäbe setzen und Rolls-Royce Phantom und Maybach 62 distanzieren. Und zwar in seiner vorerst einzigen Konfiguration, denn ein Langmodell folgt erst später. Auch der Kofferraum wächst, ist aber mit 415 Litern (Arnage 375) nahezu das einzig bescheidene an diesem Fahrzeug. Die Front wirkt durch die markant designten LED-Leuchten wesentlich frischer, während das Heck eng an den Vorgänger angelehnt bleibt, aber durch den höheren Kofferaumdeckel zusätzliches Volumen generiert.

Leichtbau? Nicht bei Bentley

Die Seitenansicht wirkt eleganter, trotz des hochgesetzten Kofferraumdeckels.

Bentley hat den Mulsanne nicht radikal auf Diät gesetzt, er ist gerade mal 25 Kilo leichter (2560 kg) als der Arnage und setzt weiter auf eine Stahlkarosse. Aber immerhin ist es es durch den Einsatz von Alu-Anbauteilen gelungen, den Größenzuwachs nicht mit einer Gewichtszunahme zu bezahlen. Zusätzlich wurde fleissig am 6,75-Liter-V8-Turbo geschraubt, damit der seinen Durst zügelt. Mit 505 PS und 1000 Nm bleibt er so stark wie vorher, soll aber unter anderem dank Zylinderabschaltung und neuer Nockenwelle fast 20 Prozent weniger Sprit verbrennen. Das war auch nötig, denn der Vorgänger genehmigte sich 20,8 Liter auf 100 Kilometer. Außerdem verträgt er umweltfreundliches Bio-Ethanol (E85), eine feiner abgestimmte Achtstufen-Automatik (statt sechs) reduziert die Gier nach Kraftstoff zusätzlich. Der Kunde kann bei der Ausstattung auf alles zurückgreifen, was gut und teuer ist, Bentley verspricht Holz und Leder satt, kombiniert mit frischer Infotainment-Technik und Fahrassistenzsystemen. Diesen Mehrwert müssen die Kunden sicher auch beim Preis kompensieren. Spätestens hier endet das britische Understatement.

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