Benzinkosten

Benzinkosten

— 01.04.2002

Ärger über hohe Osterpreise

Die kurzfristig angehobenen Benzinpreise über die Osterfeiertage haben Verärgerung bei Verbrauchern, Politikern und Automobilclubs ausgelöst. Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) drohte mit kartellrechtlichen Konsequenzen.

Bodewig warf den Öl-Konzernen "schamlose Preiserhöhungen" vor. In einem Kommentar für "Bild am Sonntag" schrieb Bodewig: "Mit Steuererhöhungen oder gestiegenen Rohölpreisen hat der Preissprung nach oben nichts zu tun. Die Unternehmen wissen: Jeder braucht Benzin, wenn er zum Beispiel mit der Familie in den Urlaub fährt. Die Unternehmen nutzen den erhöhten Bedarf für schamlose Preiserhöhungen." Die Bundesregierung nehme dies zum Anlass zu prüfen, "ob den Preissteigerungen keine widerrechtlichen Absprachen zwischen den Konzernen zu Grunde liegen. Dagegen würden wir dann auch kartellrechtlich vorgehen". Die Mineralölkonzerne versuchten, zeitgleich ihre Preisvorstellungen am Markt durchzusetzen.

Nach Auffassung des Automobil Clubs Europa (ACE) ist eine reduzierte Nachfrage die beste Möglichkeit, die von den Mineralölkonzernen in Gang gesetzte Preisspirale wieder zu stoppen. ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner kritisierte, dass es bislang nicht gelungen sei, der Mineralölwirtschaft kartellrechtswidrige Absprachen nachzuweisen. "Es schafft nur Verdruss, wenn Autofahrer immer wieder an den Zapfsäulen geschröpft werden, am Ende aber das Kartellamt als zahnloser Tiger vor seiner Verantwortung flieht", sagte Hillgärtner.

Dagegen wies der deutsche Marktführer Aral die Vermutungen zurück, dass die Preiserhöhungen mit den Ferien- und Feiertagsterminen in engem Zusammenhang stehen. "Die Tankstellenpreise folgen den Einkaufspreisen, wie in anderen Branchen auch", sagte Aral-Sprecher Detlef Brandenburg in Bochum. Die Ölkonzerne hatten den Liter-Preis nach eigenen Angaben um durchschnittlich zwei Cent erhöht. Die Automobilclubs errechneten dagegen bis zu fünf Cent je Liter. Der Ölpreis hatte in der Osterwoche ein Sieben-Monats-Hoch erreicht. Ein Barrel (159 Liter) OPEC-Öl habe am Donnerstag 24,36 Dollar (Vortag: 23,87 Dollar) gekostet, berichtete das OPEC-Sekretariat in Wien. Zuletzt war ein ähnlich hoher Preis im August registriert worden. (autobild.de/dpa)

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