Preistafel bei Aral

Benzinpreis-Entwicklung

— 29.12.2011

Spritpreis-Karussell rotiert

Schöner Schein: Aral hat im Jahr 2011 den Benzinpreis öfter gesenkt als erhöht. Doch was nützt es? Unter dem Strich war die Preisentwicklung im Jahresverlauf für die Autofahrer äußerst unerfreulich.

(dpa/cj) Es klingt nach heiler Welt an Deutschlands Zapfsäulen: 254 mal haben die hiesigen Aral-Tankstellen in diesem Jahr bis zum 28. Dezember 2011 die Kraftstoffpreise angehoben. Dem standen tägliche Preissenkungen an 362 Tagen um durchschnittlich 2,3 Cent pro Liter gegenüber, wie der Marktführer in Bochum mitteilte. Damit ist zumindest klar: Das Preiskarussell an den deutschen Tankstellen dreht sich immer schneller. Gab es 1999 noch 43 Preiserhöhungen im gesamten Jahresverlauf, waren es zwölf Jahre später schon fast sechsmal so viele.

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Das Tanken in Deutschland war 2011 so teuer wie nie. Der Spritpreis stieg im Jahresverlauf um mehr als drei Cent.

Während die Mineralöl-Branche die häufigen Preisveränderungen als Beleg für einen besonders intensiven Wettbewerb wertet, unterstellen Politik und Kartellbehörden den Unternehmen gern Willkür und überhöhte Preise. Laut Aral-Vorstand Stefan Brok zählt der deutsche Tankstellenmarkt "zu den wettbewerbsintensivsten in Europa". Dafür spreche, dass die Preise ohne Steuern im unteren Drittel der 27 EU-Länder liegen. Das Bundeskartellamt hatte dagegen 2011 in einer Studie festgestellt, dass ein Oligopol aus fünf Firmen (Aral, Shell, Esso, Total, Jet) den deutschen Markt dominiere und auch ohne kartellwidrige Absprachen zu gleichgetakteten Preisen komme. So gingen Aral und Shell bei Preiserhöhungen voraus, der Rest der Branche folge.

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Den meisten Autofahrern dürften die Zahlen aus dem Hause Aral ein schwacher Trost sein – oder gar wie Hohn vorkommen. Denn im Jahresverlauf 2011 ist der Durchschnittspreis für Benzin um mehr als drei Cent gestiegen. So startete er im Januar bei 1,487 Euro für einen Liter Super E 5, erreichte im September mit 1,578 sein höchstes Niveau, um im Dezember laut Aral bei 1,522 Euro pro Liter zu landen. Diesel war im November mit 1,466 Euro je Liter besonders teuer, im Dezember sind es bislang 1,43 Euro je Liter. Und auch die Zahlen für diese Woche lassen keine Freude am Fahren aufkommen: Wie der ADAC mitteilte, stieg der Durchschnittpreis für einen Liter Super E 10 nach zwei Minusrunden wieder um 4,4 Cent auf 1,507 Euro. Diesel wurde gar um 4,6 Cent teurer und kostete im Wochendurchschnitt 1,423 Euro je Liter.

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