Benzinpreis-Explosion 2005

Benzinpreis-Explosion 2005

— 05.09.2005

Sprit kostet bald 1,50 Euro

Benzin ist so teuer wie nie. Experten erwarten einen weiteren Anstieg und schließen eine weltweite Energiekrise nicht aus.

Der Benzinpreisschock nach dem Hurrikan "Katrina" schürt die Angst vor einer Energieknappheit. Experten befürchten sowohl Versorgungsengpässe als auch einen weiteren Anstieg der Preise. In Deutschland ist demnach ein Preis von 1,50 Euro für den Liter Normalbenzin schon bald möglich. Die teilweise Freigabe staatlicher Ölreserven – unter anderen von Deutschland – lasse die Preise nicht dauerhaft sinken, sagten Ökonomen.

In Deutschland mußten die Autofahrer einen Preisanstieg von 18 Cent in nur zwei Tagen verkraften. Super-Benzin kostete am ersten September-Wochenende durchschnittlich 1,44 Euro, Normal 1,36 Euro und Diesel 1,18 Euro. Anfang 2005 war Super noch für 1,10 Euro, Diesel für 98 Cent und Normal-Benzin für 1,08 Euro an den Zapfsäulen zu bekommen. "Dieses Preisniveau werden wir auf lange Sicht nicht wieder erreichen", zitierte die "Bild am Sonntag" den Chef-Volkswirt von Allianz und Dresdner Bank, Michael Heise. "Der Liter Normal-Benzin könnte schon bald 1,50 Euro kosten." Auch die Mineralölkonzerne schlossen einen weiteren Preisanstieg nicht aus.
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In Deutschland hat das Spritsparen einer Polis/USUMA-Umfrage dem "Focus" zufolge schon begonnen. 16 Prozent der Autofahrer beschränken sich auf berufliche Fahrten. 47 Prozent sagten, sie nutzten das Auto weniger. Angesichts der steigenden Benzinpreise warben Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) und SPD-Chef Franz Müntefering eindringlich für alternative Energien und eine Loslösung vom Erdöl. Auch die Autoindustrie will den Einsatz von Biokraftstoffen vorantreiben.

Dagegen stieß eine von der Union in Aussicht getellte Senkung der Ökosteuer um drei Cent auf scharfe Kritik in der rot-grünen Koalition. Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) kritisierte die Ankündigung von Kanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU) und CSU-Chef Edmund Stoiber als populistisch und finanzpolitisch unseriös. Die Unionsparteien wollen nach einem Wahlsieg unerwartete Steuereinnahmen aus den steigenden Benzinpreisen an die Bürger zurückgeben. Stoiber sagte, eine Möglichkeit dafür sei der Teil der Ökosteuer, der nicht in die Rentenkasse fließe.

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