Benzinpreis vs. Pendlerpauschale — 22.02.2012
"Überprüfung nicht angedacht"
Steigende Benzinpreise, steigende Pendlerpauschale? Darauf lässt sich der Bundesfinanzminister nicht ein. Die Pauschale sei "losgelöst von den tatsächlichen Kosten".
Benzinpreis explodiert: Super E5 für 1,67 Euro!
Der Automobilclub ADAC hatte sich wegen der hohen Benzinpreise für eine Erhöhung der Pendlerpauschale stark gemacht. "Besonders die Pendler leiden unter den weiterhin sehr hohen Sprit-Preisen", sagte ADAC-Präsident Peter Meyer der BILD-Zeitung. "Gerade jetzt sollte die Politik nicht untätig dabei zusehen, wie für Millionen von Menschen Mobilität immer unbezahlbarer wird. Eine deutliche Erhöhung der Entfernungspauschale ist meiner Meinung nach alternativlos und muss unbedingt so schnell wie möglich auf die Agenda." Auch der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) fordert eine Erhöhuing der Pendlerpauschale. "Dem Staat fließen jährlich über 40 Milliarden Euro aus der Mineralölsteuer zu", sagte BVMW-Präsident Mario Ohoven der BILD. "Der Staat muss entweder die Steuern auf Benzin deutlich senken oder die Kilometerpauschale von heute 30 auf 40 Cent je Kilometer erhöhen. Davon würden Millionen Berufspendler profitieren."Der Bund der Steuerzahler fordert angesichts der Spritpreise ebenfalls eine höhere Pendlerpauschale, da der Staat derzeit kräftig abkassiere. "Wenn das Benzin 1,66 Euro kostet, sind 97 Cent Steuern", sagte Steuerzahlerbund-Präsident Karl-Heinz Däke am 22. Februar 2012 der Deutschen Presse-Agentur. "Der Fiskus verdient zudem an den höheren Spritpreisen über höhere Mehrwertsteuereinnahmen." Die 30 Cent je Entfernungskilometer würden die Kosten nicht mehr decken. Der "Leipziger Volkszeitung" sagte Däke, dass die Preise seit 2004 um ein Drittel gestiegen seien, deshalb sollte auch die Entfernungspauschale auf 40 Cent je Kilometer angehoben werden. Ein Steuerzahler, der an 220 Tagen zur Arbeit fährt, müsse bei einem Arbeitsweg von 50 Kilometern derzeit eine Deckungslücke von bis zu 2500 Euro verkraften.
Die Kälte, hohe Rohölpreise, der Konflikt mit dem Iran und ein niedriger Euro treiben die Spritpreise derzeit massiv nach oben. Zum Wochenbeginn hatten sie neue Rekordhöhen erreicht. Der Hamburger Energie-Informationsdienst EID warnt vor weiter steigenden Benzinpreisen. "Solange im Iran keine politische Ruhe einkehrt, ist weiter mit steigenden Preisen zu rechnen." Der verbraucherpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Erik Schweickert, kritisierte die Dominanz der wenigen großen Raffinerien. "Wir benötigen mehr Wettbewerb bei den Raffinerien, dann gibt es auch mehr Wettbewerb an der Zapfsäule und niedrigere Preise", sagte er der BILD.
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Kommentare zum Artikel (8)
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(2/2) So macht es mich geradezu ärgerlich, daß regelmäßig Tuningsemmeln wie der gedopte und völlig sinnfreie Up! von Tuner Abt mehrere Tage zu "bestaunen" sind, die Autobild aber mit für den Leser eventuell interessanten Neuerscheinungen geradezu vernachlässigend umgeht. Wieso wird einer Neuerscheinung wie dem neuen Meriva B LPG 1,4 Turbo (erster Autogasmotor mit Turbo ab Werk/120PS) nur 1 (!) ganzen Tag in der Hauptmaske eingeräumt? Sind solche Autos etwa unwichtig, liebe AB? mfG FNA
(1/2)\"Überprüfung nicht angedacht\". Das sagt wohl schon alles. Warum auch, solange der Staat wunderbar am Sprit mitverdient? Was ich nur nicht verstehe: Allgemein wird zwar von meinen Mitbürgern rumgejammert, man könne sich das Autofahren bald nicht mehr leisten, nur, über Alternativen wird nicht nachgedacht! Ich schlage den seit Jahren anziehenden Kraftstoffpreisen ein Schnippchen, indem ich glücklich und zufrieden im Alltag mit Autogas unterwegs bin! Für 0,65-0,72€ den Liter!
Ich finde auch Erhöhungen sind nicht drin, Griechenland braucht das Geld, und wenn sie es nicht zurückzahlen können brauchen wir 130 Milliarden. Das sind zwar keine Unsummen und sie werden dann auch für total voll wichtige Sachen ausgegeben. Und es sind ja auch total sichere Investitionen. Nicht so wie die Pendlerpauschale die man dem schmarotzenden Bürger einfach in den Rachen wirft! (Nachdem man ihm das Geld über die Mineralöl- und Mehrwertsteuer - die letztere ja auch für Fahrräder, Fahrradteile und Straßenbahnkarten erhoben - erstmal mehrfach aus der Tasche gezogen hat!)
Herr Däke, im Jahr 2004 hat der Diesel 74 Cent gekostet. das heißt der Preis hat sich verdoppelt und ist nicht nur um ein Drittel gestiegen. Sie sollten schon richtige Zahlen verwenden in Ihrem Amt.
@ GanzGenau ! Du willst also die Pendlerpauschale und die KFZ Steuer wegfallen lassen ??? Da haben wir mal wieder nen Dieselfahrer, der im Jahr bis zu 300 Euro Steuern zahlt. Selbst Schuld !!
Das lassen wir mal schön bleiben, da hätte ich mit 36 Euro KFZ Steuer im Jahr und ca. 330 Euro Steuerrückzahlung aber ein schlechtes Geschäft gemacht.