Frau beim Tanken

Benzinpreise zu Pfingsten

— 09.05.2008

Neue Rekordmarke

Feiertag und Spritpreiserhöhung gehören zusammen wie Urlaub und Stau. Kurz vor Pfingsten kostet ein Liter Benzin vielerorts über 1,50 Euro. Wann ist die Schmerzgrenze der Autofahrer erreicht?

(dpa) Kurz vor Pfingsten zeigen die Preistafeln der großen Tankstellenketten in vielen Regionen Deutschlands einen Preis von 1,50 Euro oder mehr für einen Liter Benzin an. Eine weitere Höchstmarke ist also geknackt: Im Bundesdurchschnitt kostet ein Liter Benzin an Markentankstellen 1,51 Euro! Für Diesel müssen im Mittel 1,45 Euro gezahlt werden. Fast wöchentlich erreicht der Rohölpreis einen neues Maximum, werden Rekordstände gemeldet am europäischen Markt für Ölprodukte in Rotterdam. Die Benzin- und Dieselpreise ziehen nur wenig später nach. Die deutschen Autofahrer können noch froh sein, dass gleichzeitig mit dem Ölpreisanstieg der Dollarkurs auf Talfahrt ging. Sonst wäre der Benzinpreis an der Tankstelle noch deutlich höher. Ein Blick in die Vergangenheit macht deutlich, wie drastisch sich die Kosten für den Autofahrer dennoch erhöht haben. Vor zehn Jahren kostete ein Liter Superbenzin umgerechnet 81 Cent, Diesel war für 59 Cent zu haben. Damit hat sich der Dieselpreis auf heute 1,43 Euro mehr als verdoppelt. Ein Durchschnittsfahrer, der rund 1000 Liter Benzin im Jahr verbraucht, muss dafür 680 Euro zusätzlich aufwenden, Dieselfahrer sogar 840 Euro.

Wo liegt die Schmerzgrenze? Das sagen die autobild.de-Leser!

Bislang zahlen die Autofahrer die höheren Preise zwar unter lautem Murren, aber sie zahlen. Weder die Zahl der Autos noch die gefahrenen Kilometer pro Jahr haben sich spürbar verändert. "Das Autofahren ist so teuer, dass es kaum überflüssige Fahrten gibt, die sich einsparen lassen", sagt der ADAC-Verkehrsexperte Jürgen Albrecht. "Der Zweck der Mobilität ist nicht veränderbar." So nutzen die meisten Autofahrer ihren Pkw für die Fahrt zur Arbeit und in den Urlaub. Zwar klagen viele, dass sie sich ihr Auto eigentlich nicht mehr leisten können. Der Verzicht ist aber oft noch schwerer, zumal in ländlichen Regionen, wo der öffentliche Nahverkehr weniger effektiv ist als in Großstädten. "Es gibt nur wenige Stellschrauben, um an den Autokosten zu drehen", weiß Albrecht. Die Autofahrer versuchen, vor allem bei der Anschaffung zu sparen und benutzten ihren Wagen immer länger. Die Autos auf den deutschen Straßen sind im Durchschnitt mehr als acht Jahre alt. Außerdem fehlt das Geld, das in den Tank fließt, in anderen Wirtschaftsbereichen. Die Einkommen sind real in den vergangenen Jahren nicht gestiegen, also müssen die Verbraucher an anderer Stelle sparen. Der Einzelhandel kümmert seit Jahren vor sich hin, auch Gastronomie und Dienstleistungsbranchen klagen über nachlassende Kaufkraft ihrer Kundschaft.

Forderung nach steuerlicher Entlastungen haben wenig Chancen

Abhilfe ist nicht in Sicht. "Die Benzinpreise hängen im wesentlichen von den Steuern und den Rohstoffpreisen ab", sagt ADAC-Experte Albrecht. Mehr als 60 Prozent des Benzinpreises entfallen auf Steuern, die in den vergangenen zehn Jahren mehrfach kräftig angehoben wurden. Zuletzt erhöhte die große Koalition die Mehrwertsteuer von 16 auf 19 Prozent, zuvor führte die rot-grüne Regierung in mehreren Stufen die Öko-Steuer auf Kraftstoffe ein. Die Forderung nach steuerlicher Entlastung für Autofahrer wird zwar von Automobilclubs und Politikern aus der zweiten Reihe immer wieder erhoben, hat aber nur wenig Chancen auf Realisierung.

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