Wolfgang Bernhard

Bernhard im Daimler-Vorstand

— 08.02.2010

Personal-Wechsel bei Daimler

Stühlerücken beim Daimler-Führungspersonal: Wolfgang Bernhard wird Mitglied des Vorstandes. Der Manager löst außerdem Rainer Schmückle als Chefeinkäufer für Mercedes ab.

(dpa/sb) Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche baut seine Führungsmannschaft weiter um: Mercedes-Vize Rainer Schmückle verlässt den Stuttgarter Autobauer. Abgelöst wird er vom bisherigen Chef der Transportersparte, Wolfgang Bernhard. Wie die Daimler AG in einer Pflichtmitteilung bekanntgab, soll Bernhard als zusätzliches Vorstandsmitglied in die Chefetage aufrücken. Dort wird er zuständig sein für Produktion und Einkauf der Pkw-Sparte Mercedes Cars, bisher der Verantwortungsbereich von Schmückle. Dieser Vorschlag von Aufsichtsratschef Manfred Bischoff muss noch im Kontrollgremium abgesegnet werden.

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Ein Daimler-Sprecher wollte die Personalie Schmückle nicht kommentieren. In der Mitteilung heißt es dazu lediglich, mit Schmückle "werden Gespräche geführt". Mit der anstehenden Berufung Bernhards wird der Daimler-Vorstand wieder auf die alte Größe von sechs Mitgliedern aufgestockt. Seit dem Weggang von Rüdiger Grube zur Deutschen Bahn AG bestand die Daimler-Spitze nur noch aus fünf Mitgliedern. Schmückle ist nicht Mitglied der obersten Daimler-Führungsebene. In Unternehmenskreisen hieß es, Zetsche habe nun seine Mercedes-Führungsmannschaft für seine nächste Amtszeit beisammen. Eine Verlängerung von Zetsches Vertrag in diesem Jahr gilt ebenso als sicher, wie die von Forschungsvorstand Thomas Weber. Der Posten des Mercedes-Vertriebschefs war erst im September 2009 mit Joachim Schmidt neu besetzt worden.

Bernhard wieder als Sanierer?

Der als Sanierer bekannte Bernhard war im vergangenen Jahr zu Daimler zurückgekehrt und hatte im April das Steuer der Transportersparte übernommen. Der 49 Jahre alte Manager ist in Stuttgart kein Unbekannter und gilt seit seiner gemeinsamen Zeit mit Zetsche bei der früheren US-Tochter Chrysler als enger Vertrauter des Vorstandschefs. Über seinen Aufstieg bei dem Premiumhersteller und das Aus von Schmückle wurde bereits seit einigen Monaten spekuliert. Bernhard war über den Umweg der Unternehmensberatung McKinsey Anfang der 1990er Jahre bei Daimler eingestiegen und über verschiedene Posten in der Pkw-Sparte schnell aufgestiegen. Von 2000 an setzte das Team Zetsche/Bernhard harte Einschnitte bei Chrysler durch und trimmte den US-Hersteller zumindest vorübergehend auf Profitabilität. 2004 endete Bernhards Karriere bei den Schwaben im Streit mit dem damaligen Vorstandsvorsitzenden Jürgen Schrempp.

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