Automobilwirtschaft in Deutschland

Autokonjunktur belebt sich leicht Autokonjunktur belebt sich leicht

Besserung für die Automobilwirtschaft

— 09.09.2002

Autokonjunktur belebt sich leicht

Der Branchenverband VDA bleibt bei seiner Jahresprognose von 3,2 Millionen Neuzulassungen. Der Inlandsmarkt bleibt aber weiterhin schwach.

VDA erwartet 3,2 Millionen Neuzulassungen

Als "gar nicht so schlecht" wurden die jüngsten Zahlen der Automobilindustrie in der Branche bezeichnet. Trotz der Stabilisierung des Marktes sieht der Verband der Automobilindustrie (VDA) allerdings noch keinen Grund, seine Prognose von 3,2 Millionen Neuzulassungen für das Jahr 2002 anzuheben. Denn der Rückgang der inländischen Auftragseingänge im August 2002 um neun Prozent spiegele weiter die anhaltende Unsicherheit und die labile Konjunktur wider, erklärte der Branchenverband.

Als positives Zeichen für einen leichten Hoffnungsschimmer wertete der VDA, dass die deutsche Pkw-Produktion von Jahresanfang bis Ende August mit über 3,34 Millionen Fahrzeugen nur noch um sechs Prozent unter dem Vorjahreszeitraum gelegen habe. In den ersten vier Monaten dieses Jahres habe der Rückstand noch zehn Prozent betragen. In den Export gingen in den ersten acht Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit knapp 2,34 Millionen Einheiten vier Prozent weniger. Die Zahl der Neuzulassungen sank gegenüber Januar bis August 2001 um drei Prozent auf 2,24 Millionen Einheiten. Im August selbst wurde das bislang höchste saisonbereinigte Zulassungsergebnis dieses Jahres erzielt.

Zwar breche der Inlandsmarkt nach Ansicht von Beobachtern nicht weiter ab, der Export laufe gut und die Produktion zeige eine steigende Tendenz. Gleichwohl gebe es noch zahlreiche Unsicherheitsfaktoren. Die Zukunftssorgen der Bürger und die Angst um den Arbeitsplatz lassen die Nachfrage nach fahrbaren Untersätzen schrumpfen. Nach Ansicht von Branchenbeobachtern drückt vor allem aber auch die "Verteuerung der Mobilität" wie etwa durch die anstehende nächste Stufe der Ökosteuer sowie die hohen Kraftstoffkosten auf die Kauflust der Verbraucher in Deutschland. "Nicht die weltwirtschaftlichen, sondern die hausgemachten Probleme drücken das Kaufinteresse", kritisieren Experten die fehlende Unterstützung durch die Politik die Wirtschaft im Lande anzukurbeln.

Automobilsalon soll Aufschwung bringen

Die Automobilproduktion in Deutschland profitiert zwar vom besseren US-Markt, die so wichtige Binnennachfrage nach Pkw in Deutschland bleibt aber ohne nachhaltige Aufschwungsignale, glaubt man im Center of Automotive Research (CAR) in Gelsenkirchen. Daher ist das CAR bei seiner Prognose für die Zahl der Neuzulassungen pessimistischer als der VDA. Die Gelsenkirchener rechnen für 2002 mit 3,15 Millionen neu zugelassenen Fahrzeugen in diesem Jahr. Das Essener Marktforschungsinstitut Marketing Systems geht in diesem Jahr von 3,25 Millionen Neuzulassungen aus. Dies würde einem Rückgang von 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprechen, als noch 3,34 Millionen Fahrzeuge neu zugelassen wurden.

Für die Automobilindustrie dürften die Monate bis zum Jahresende noch einmal spannend werden. Viele Hoffnungen ruhen auf dem Ende September beginnenden Automobilsalon in Paris. Diese Leistungsschau soll der Branche weitere Impulse verleihen, damit das in der Regel starke vierte Quartal für die Automobilindustrie in diesem Jahr noch besser ausfällt. Impulse für den deutschen Markt werden aber auch von der Bundestagswahl erwartet. Als einen möglichen Belastungsfaktor sehen Experten allerdings einen Krieg gegen den Irak.

Einigkeit besteht bei den Branchenbeobachtern dagegen, dass das Jahr 2003 für die Automobilindustrie deutlich besser verlaufen wird. Das Gelsenkirchener CAR rechnet mit 3,4 Millionen Neuzulassungen. Marketing Systems aus Essen erwartet sogar einen Anstieg gegenüber 2002 von 7,8 Prozent auf 3,5 Millionen Neuzulassungen. Ein Jahr später soll die Zahl der Neuwagen auf Deutschlands Straßen sogar um weitere 8,6 Prozent auf 3,816 Millionen Fahrzeuge steigen. Damit wäre die Branche im Jahr 2004 wieder auf dem Stand des Jahres 1999.

Verluste für Fiat, Opel und VW

Von einem Aufschwung im nächsten und übernächsten Jahr dürften vor allem die zuletzt arg gebeutelten Volumenhersteller wie die Wolfsburger Volkswagen AG, Opel oder Fiat, aber auch weniger angeschlagene Hersteller wie Ford oder Renault profitieren. Während die Premium-Marken wie Mercedes-Benz, BMW oder Porsche in Deutschland im schlechtesten Fall beim Absatz auf dem Vorjahresniveau liegen, spüren die Rüsselsheimer Adam Opel AG, VW und Fiat die Konjunkturempfindlichkeit ihre Kunden besonders deutlich.

So ging der Absatz von Fiat in Deutschland zwischen Januar und Juli verglichen mit dem Vorjahreszeitraum von 82.049 auf 65.175 Fahrzeuge zurück. Opel verzeichnete im gleichen Vergleichszeitraum einen Absatzrückgang von 249.109 auf 198.731 Einheiten. Die VW-Gruppe musste im Inland einen Rückgang von 608.757 auf 583.820 Fahrzeuge hinnehmen. Ford kam mit einem Rückgang von 168.707 auf 167.455 Autos noch vergleichsweise glimpflich davon. Zulegen konnte dagegen Renault. Deutschlands führende Importmarkte steigerte ihre Verkäufe in den ersten sieben Monaten dieses Jahres gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 112.148 auf 123.667 verkaufte Neuwagen. Von einem Aufschwung dürften die Massenhersteller deutlich stärker profitieren als die Premium-Marken.







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