Besucherstau vorm Elbtunnel

Besucherstau vorm Elbtunnel

Besucherstau vorm Elbtunnel

— 28.10.2002

Elbtunnel-Party vom Winde verweht

Die 4. Röhre des Elbtunnels ist eröffnet. Ab sofort rollt der Verkehr. Doch bei der Eröffnungsparty war Chaos angesagt.

Hadag stellte Pendelfährbetrieb ein

Die Eröffnung der 4. Elbtunnelröhre geriet zu einer chaotischen Drängelei: Hunderttausende Besucher und ein aufziehender Sturm haben sowohl vor dem Nord- als auch Südende der Röhre einen Besucherstau verursacht. Wer mit einer Fähre von den Landungsbrücken zum Festplatz am Südufer übersetzen wollte, musste stundenlange Wartezeiten in Kauf nehmen. Am Nachmittag stellte die Hadag den Pendelfährbetrieb wegen der Herbststürme sogar ein. Drei wettertaugliche Fahrgastschiffe evakuierten die wartenden Massen vom Südufer.

Unterdessen machte Hadag die Baubehörde für Planungsfehler verantwortlich: "Ich habe mit diesem Chaos gerechnet", sagte der Fähreinsatzleiter Alfred Hustedt. Der Anleger an der vierten Röhre sei zu klein, um die Schiffe zügig zu entladen. Gleichzeitig drängten neue Leute vom Ufer auf die Schiffe: "Die Planung hierfür hatte die Baubehörde übernommen." Diese hatte mit 100.000 Besuchern gerechnet. Schon bis zum frühen Nachmittag wuchs die Zahl auf 130.000.

Bereits am Mittag hatte sich die Lage an den Landungsbrücken zugespitzt: Zehntausende wollten zum Südeingang des Tunnels – und erlebten, wie lange eine Hafenfähre zum Be- und Entladen braucht: nämlich eine halbe Stunde. Auf den Pötten fand jeweils nur ein Bruchteil der Wartenden Platz, geordnete Wartereien gab es nicht. "Typisch HVV. Eine Fähre können wir noch abwarten, dann habe die faxen dicke", fluchte eine Mutter.

Schill mit Pfiffen und Buhrufen begrüßt

Wer sich aus dem Schiff an Land quetschte, sah ebenfalls nicht glücklich aus. "Wir konnten gar nicht durch den Tunnel gehen. Es war so voll, außerdem waren wir völlig durchnässt", sagte die neunjährige Leonie enttäuscht. "Wir haben stundenlang angestanden, um zurückzukommen." Auch am Festplatz viel die feierliche Stimmung dem Wetter zum Opfer: Im strömenden Regen mussten die Tunnelbesucher mit ansehen, wie die große NDR-Bühne und eine Reihe von Buden abgebaut wurden – drei Stunden vor dem geplanten Veranstaltungsende.

Der große Tag hatte schon mit einem Fehlstart begonnen: Bereits eine Stunde vor der offiziellen Eröffnung drängelten sich tausende Hamburger am Nordeingang der vierten Elbtunnelröhre, während der Himmel kein Erbarmen zeigte: Es goss in Strömen, und unter den Regenschirmen und tropfnassen Windjacken machte sich allmählich Unmut breit. Als Innensenator Roland Schill in Vertretung des kranken Bausenators Mario Mettbach schließlich mit leichter Verspätung ein paar Grußworte an die wartende Menge richtete, wurde er mit Pfiffen und Buhrufen begrüßt.

So ging die Bedeutung, die er dem Tag beimaß, im allgemeinen Getümmel unter: "Wir haben die vierte Röhre lange herbei gesehnt, nachdem wir den Elbtunnel sehr gut durch Staus kennen gelernt haben", sagte Schill. Der fertige Tunnel sei ein "Nationaldenkmal". Das sei zu hoch gegriffen, meinten einige Besucher, aber der große Andrang zeigte, welche Bedeutung die neue Röhre für die Hamburger hat. Und für alle anderen: Erstmal bleibt es nämlich bei den üblichen Staus vorm Elbtunnel. Alle vier Röhren werden erst Ende 2003 für den Verkehr freigegeben.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.