Beteiligung von Porsche an VW

Beteiligung von Porsche an VW

— 13.10.2005

Gutachten fordert Piëchs Kopf

Eine von VW in Auftrag gegebene Studie sieht mögliche Interessenskonflikte zwischen Porsche und VW – und empfiehlt konkrete personelle Veränderungen.

Volkswagen will offenbar den Einfluß des neuen Großaktionärs Porsche begrenzen. Die Beziehungen zwischen den Partnern, die gleichzeitig Konkurrenten sind, müßten klarer geregelt werden, hieß es aus Kreisen unter Verweis auf eine Studie der Investmentbank J.P. Morgan. Die hatte Medienberichten zufolge in einer von Volkswagen beauftragten Untersuchung empfohlen, daß niemand aus dem Porsche-Vorstand oder dem Kreis der Großaktionäre im Aufsichtsrat von Volkswagen sitzen soll, um Interessenskonflikte zu vermeiden.

Damit müßte auch Porsche-Enkel und Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch seinen Platz räumen. Volkswagen bestätigte, daß der Vorstand bei J.P. Morgan eine Studie zum Einstieg von Porsche in Auftrag gegeben hatte. Ziel sei es gewesen, zu erfahren, wie die Finanzwelt darüber denkt, sagte ein Sprecher. Der Aufsichtsrat habe das Papier in seiner Sitzung am Montagnachmittag diskutiert. Laut Medienberichten konstatierten die Gutachter große Interessenskonflikte für den Fall, daß Porsche im Aufsichtsrat vertreten sein sollte - weil der Sportwagenbauer dann gleichzeitig Großaktionär, Geschäftspartner und Wettbewerber von Volkswagen sei. Mit der Folge, daß Porsche im Aufsichtsrat aus Eigeninteresse dagegen stimmen könnte, wenn VW eine Kooperation etwa mit DaimlerChrysler eingehen wolle.

Aufsichtsratschef Piëch hatte erst kürzlich betont, er wolle trotz der Interessenkonflikte, die aus seiner Doppelrolle als VW-Chefkontrolleur und Miteigentümer von Porsche resultieren, an seinem Amt festhalten. Der Sportwagenbauer will zwei bis drei Vertreter aus dem eigenen Haus, darunter Vorstandschef Wendelin Wiedeking und Finanzvorstand Holger Härter, in den VW-Aufsichtsrat entsenden. Porsche hat sich gut 18,5 Prozent an VW gesichert und ist damit größter Aktionär.

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