Billige Diesel-Alternative im Selbstversuch

Ab jetzt wird fett gespart Ab jetzt wird fett gespart

Billige Diesel-Alternative im Selbstversuch

— 06.08.2003

Ab jetzt wird fett gespart

Seit drei Jahren fährt AUTO BILD-Autor Wolfgang Blaube mit Salatöl statt Diesel. Nun plant er den Umstieg: auf gebrauchtes Fett aus der Fritteuse.

Die "Pöler" bleiben ihrem Kraftstoff treu

"Liebe AUTO BILD, wo bleibt die Fortsetzung eurer Salatöl-Geschichten?" Selbst zwei Jahre nach dem Ende meines Tagebuchs reißen die Leserzuschriften nicht ab. Das Thema ist noch immer brandheiß. Salatöl und kein Ende?

Wie man's nimmt: Zwar bleibt die Großgemeinde der "Pöler" (so nennen sich die Pflanzenölfahrer) noch immer ihrem Kraftstoff treu. Aber preislich hat der Rapssaft derart angezogen, dass es langsam uninteressant wird. Anfang 2000 nahm Aldi noch 95 Pfennig pro Liter, während offizieller Selbstzünder-Sprit fast doppelt so viel kostete. Und heute? Verlangen sogar Ölmühlen um 65 Cent, der Diesel-Kurs dagegen ist gesunken. Für nicht einmal 20 Cent Aufpreis auf den Saukram verzichten? Inzwischen bin ich so weit, fahre ab und zu wieder bequem an die Shell-Tanke. Enttäuscht? Abwarten.

Tatsächlich besteht die Chance, nochmals wesentlich billiger unterwegs zu sein – mit Frittenfett. Richtig gelesen: mit dem Zeug, das von jeder Pommesbude entsorgt wird. Neu ist die Idee nicht: Stammleser erinnern unsere Reportage vom Fritten-Taxi (Heft 16/03), in deren Rahmen ich bereits meinen Selbstversuch mit der klebrigen Substanz ankündigte.

Nur wenige fahren mit altem Frittenfett

Schon vorher befasste ich mich mit dem schrägen Thema: Beim "Pölhölen"-Treffen am 19. Oktober 2002 (s. Fotos), bei dem sich etwa 70 Pöler aus dem Internet-Forum trafen, sprach ich erstmals mit "Altpölern". Für diese rare Spezies, quasi die Königsklässler der Pöl-Szene, ist Frittenfett als Kraftstoff fast selbstverständlich. Indes: In flüssiger Form ist es kaum zu bekommen, halbfest bedingt es ein beheiztes Spritsystem, mit Tank und Leitungen. Ein Wahnsinnsaufwand. Ganz zu schweigen vom Filtern. Und mit Diesel aus dem Zusatztank starten und später umschalten, das sei bei Altpöl eh unvermeidbar.

So weit also meine Vorabinfos. Jetzt will ich wissen: Was benötigt mein Golf dafür? Wie sieht es mit der Frittenfett-Beschaffung wirklich aus? Wie klappt die Reinigung der stinkenden Pampe günstig und komfortabel? Und: Was sagt am Ende die Kostenbilanz? Mein Selbstversuch hat begonnen. Schon sehr bald startet die neue Serie dazu: "Blaubes Frittenfett-Tagebuch". Bis dahin, Ihr Wolfgang Blaube.

Rückblick auf das Salatöl-Tagebuch

Ein Bild des legendären Salatöl-Golf, das alle Fans erschüttern dürfte: Nach dem Ausschlachten fand er am 24. April 2003 bei Kiesow in Norderstedt, dem größten Autoverwerter Deutschlands, seine letzte Ruhe. Bis dahin hatte der 84er GTD, den Kollege Blaube 1994 kaufte, fast elf Mal den Globus umrundet, die letzten 23.200 Kilometer davon mit Rapssaft.

Als vor drei Jahren sein Tagebuch begann, wollten wir noch erfahren, woran konkret der Motor im Salatölbetrieb krepiert. Als er nicht kaputtzukriegen war, begann Blaube, ihm durch Eigenumbauten Manieren beizubringen. Am Ende der Serie vor genau zwei Jahren startete und schnurrte der greise Turbodiesel mit Pflanzensaft genauso wie mit Diesel. Mittlerweile sind in Deutschland über 20.000 Diesel mit Rapsfahne unterwegs – völlig legal und weitgehend problemlos. Viele davon werden von unseren Lesern gefahren.

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