Billigreifen im Test — 15.04.2011

Wer spart, riskiert sein Leben

Billig ist doch gut genug: Das gilt vielleicht für Badelatschen, nicht aber für den Kontakt eines Autos zur Straße – also für seine Reifen. Im Test: Billigheimer, Markenreifen und Pneus mit gefährlichem Restprofil.

Ostern voraus – das sollte Autofahrer an die "O bis O"-Regel erinnern: Von Oktober bis Ostern gehören (im Normalfall) Winterreifen ans Auto. Also ist jetzt bald die Zeit zum Wechsel auf die Sommerreifen. Dabei spricht grundsätzlich nichts dagegen, die Exemplare aus dem vergangenen Jahr aufzuziehen. Vorausgesetzt, sie verfügen noch über ausreichende Profiltiefe. Zwar sind nur 1,6 Millimeter gesetzlich vorgeschrieben, drei Millimeter sollten es aber mindestens sein, sonst ist das Fahrverhalten bei Nässe viel zu schlecht. Das Problem: In der Regel ist die Profiltiefe gebrauchter Sommerreifen unterschiedlich – je nachdem, ob sie zuvor an der Vorder- oder Hinterachse montiert waren. Ist die Lauffläche eines Reifens zu weit runter, verlangt der Gesetzgeber den Austausch. Ihm ist dabei völlig gleich, ob alle vier Reifen vom selben Hersteller sind.

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Mehr zum Thema: Reifentests im Überblick

Wie sieht es aber bei einem bunten Mix mit der Sicherheit aus? Reicht der Reifen zum Dumpingpreis aus dem Baumarkt? Und wohin mit den besseren Reifen, an die Vorder- oder an die Hinterachse? Wir prüften das in einem aufwendigen Test mit unterschiedlichen Profilen: No-Name-Reifen, Markenreifen und Pneus mit einer Profiltiefe, die gerade noch über der Verschleißgrenze lag. Mal waren alle Reifen am Auto das gleiche Modell, mal gemixt. Die wichtigste Erkenntnis vorab: Ein paar gute Reifen an der Vorderachse und hinten schlechte mit minimalem Grip – das ist eine teuflische Mischung. Ein Gefühl, als ob das Heck ständig über Eis schlittert, während die Vorderachse wie auf Schienen spurt. Ohne ESP ist der Wagen dann kaum zu beherrschen – und das Fahren wird zur gefährlichen Grenzerfahrung.

Oben in der Bildergalerie: So verhielt sich der Billigreifen im Test

Bremswege mit verschiedenen Reifenkombinationen*
Reifenkombination Bremsen trocken Bremsen nass
hinten Markenreifen, vorn Markenreifen 37,4 Meter 45,4 Meter
hinten Billigreifen, vorn Markenreifen 38,1 Meter 46,9 Meter
hinten Markenreifen, vorn Billigreifen 40,1 Meter 51,1 Meter
hinten Billigreifen, vorn Billigreifen 41,1 Meter 54,9 Meter
* Bremsweg aus 100 km/h mit ABS (Markenreifen: Continental Premium Contact 2; Billigreifen: Infinity INF-040)
Bernd Volkens

Bernd Volkens

Fazit

Wer beim Reifenkauf sparen und deshalb nur zwei statt vier Reifen ersetzen möchte, kann das machen – der Reifentest von AUTO BILD hilft bei der richtigen Wahl. Aber Vorsicht: Eine unbekannte Dumpingmarke birgt Gefahren. Wer die Billigreifen dann noch an der Hinterachse montiert, riskiert zu viel.

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Kommentare zum Artikel (15)

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Akav
12.05.2012, 10:47Uhr

Was sind denn "Markenreifen" und "Billigreifen"? Wer bestimmt, welcher Reifen in welche Kategorie Schublade gesteckt wird?
Bei unabhängigen Vergleichstests sind nicht immer die Reifen von bekannten Marken Testsieger geworden, häufig landeten sie bestenfalls im Mittelfeld. Außerdem variiert auch innerhalb ein und desselben Herstellers die Qualität des Testergebnisses sehr stark unter den verschiedenen Modellen.
Ohne nähere Angaben über die verwendeten "Billig-" und "Markenreifen" bleibt die Studie also ohne jede Aussagekraft.

RuthardW
05.12.2011, 20:01Uhr

Es ist genial wie so manchem Autofahrer suggeriert wird dass er, wenn er den Testsieger XY fährt, die Physik ausser Kraft gesetzt wird. Dann bilden sich manche Herrenraser ein sie können jeglichen Mist zusammen fahren, ihr Zauberreifen korrigiert jeden Fehler.

pitgsx
22.07.2011, 23:23Uhr

Egal welches Auto, mit oder ohne ESP oder ABS, bei einer NOTsituation kommts auf den Zentimeter an ob es mit oder ohne Schaden ab geht. Es muß ja nicht der teuere Premiumreifen sein, aber ein gut bewerteter Reifen aus dem mittleren Segment ist einem mangelhaft bewerteten Billigheimer immer vor zu ziehen. Es hängt nicht nur euere Gesundheit von ein paar Zentimern ab

Michael Allard
18.04.2011, 18:15Uhr

Man darf natürlich Billireifen und China oder Japanreifen nicht über einen Kamm scheren.

Ich war jahrelang von Michelin überzeugt doch seit einigen Jahren fahre ich nur noch

Hankookreifen auf allen Fahrzeugen bei mir im Hause sowohl Sommer als auch Winter. Ich

kann aus eigener Erfahrung, und nicht nur vom Hören und Erzählen sagen ,ein Top Reifen

und gut ein Drittel billiger als der Premium von Michelin.Also günstig oder billig muss nicht

unbedingt schlecht sein

gimlo
18.04.2011, 10:02Uhr

Wenn man einen Test durchführt, dann sollte man das auch ordentlich machen. Sicher spielt bei der Verteilung der Reifen auch eine Rolle, ob das Testfahrzeug Front- oder Heckantrieb hat. Und solche unkonkreten Aussagen wie Billig- oder Markenreifen bringen ja mal ganrichts.

Bleiben lassen!!!

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