Biodiesel

Biosprit-Diskussion

— 28.03.2008

Millionen zahlen drauf

Die Diskussion um einen höheren Biosprit-Anteil erhält neue Nahrung: Der ADAC geht davon aus, dass mehr als drei Millionen Fahrzeuge kein E10 vertragen. Die Alternative: teures Super Plus.

Der ADAC geht davon aus, dass 3,12 Millionen Autos und Motorräder für den Betrieb mit dem für 2009 geplanten Ottokraftstoff E10 nicht geeignet sind. Das hätten Recherchen bei den Fahrzeugherstellern ergeben, die am Freitag (28. März) veröffentlicht wurden. "Da bislang noch für rund vier Millionen Fahrzeuge keine Aussagen vorliegen, ist zu befürchten, dass diese Zahl weiter steigt", heißt es in einer Mitteilung des Automobilclubs. Die Besitzer der betroffenen Fahrzeuge müssen auf das um bis zu 15 Cent teurere Super Plus umsteigen statt wie bisher mit Normal- oder Superbenzin fahren zu können. Weil bei der Herstellung des Biosprits mehr Kosten anfallen, müssten laut ADAC künftig voraussichtlich auch alle anderen Autofahrer tiefer in die Tasche greifen. Der Verband sprach von einer "Zumutung" für die ohnehin von ständig steigenden Kraftstoffpreisen gebeutelten Auto- und Motorradbesitzer. Er fordert deshalb, die Einführung von E10 von 2009 auf 2012 zu verschieben, wie das auch in anderen Ländern der EU vorgesehen sei. Bis dahin könnten dann auch alle noch offenen Fragen zur technischen Verträglichkeit sowie zur Gesamt-Klimabilanz geklärt werden. Ein Aufschub würde zudem die Zahl der E10-untauglichen Fahrzeuge reduzieren, weil es vor allem die älteren Baujahre sind, die mit einem höheren Ethanol-Anteil nicht zurechtkommen.

Zahlenspiele ohne Wert

Bisher gibt es noch keine einheitlichen Angaben zur Zahl der Fahrzeuge, die einen zehnprozentigen Anteil von Bio-Ethanol vertragen. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) geht von etwa 375.000 Fahrzeugen aus, die künftig teures Super Plus tanken müssen, der ADAC sprach zuvor von einer Million Autos. Der VDA will eine Liste der Pkw mit Ottomotor herausgeben, die nicht für E10 geeignet sind und weiterhin mit konventionellem Kraftstoff betrieben werden müssen.

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