Biodiesel

Biosprit-Quote wird gesenkt

— 07.07.2008

Gegen den Hunger

Die EU hat ein Einsehen: Weil die Nahrungsmittelpreise weltweit steigen, sollen weniger Flächen für die Produktion von Bio-Kraftstoffen verwendet werden. Die angestrebte Quote von zehn Prozent Biosprit fällt.

Angesichts der Rekordpreise für Grundnahrungsmittel deutet sich ein Kurswechsel bei der umstrittenen Förderung von Biokraftstoffen in der Europäischen Union an. Beim informellen EU-Ministerratstreffen in Paris zeichnete sich eine entsprechende Änderung des Ziels ab, den Anteil erneuerbarer Energien im Verkehrssektor bis zum Jahr 2020 EU-weit auf zehn Prozent zu erhöhen. Dies solle sich künftig nicht nur auf Biosprit, sondern auch auf Elektroautos beziehen, sagte der amtierende Ratsvorsitzende, der französische Umweltminister Jean-Louis Borloo, zum Abschluss dreitägiger Beratungen der Umwelt- und Energieminister über das Klimaschutzpaket der EU. Die Verwendung von Pflanzen wie Mais und Weizen zur Herstellung von Biokraftstoffen ist heftig umstritten, da sie für einen großen Teil der Preissteigerungen von Nahrungsmitteln verantwortlich gemacht wird. Frankreich hat bis Ende des Jahres turnusgemäß die EU-Ratspräsidentschaft inne. Bis dahin will die EU ihr Klima- und Energiepaket unter Dach und Fach bringen, um mit den Verhandlungen der internationalen Staatengemeinschaft über ein neues Welt-Klima-Abkommen Schritt zu halten.

Die 27 Staats- und Regierungschefs hatten im März 2007 beschlossen, den Anteil erneuerbarer Energien am Energiemix auf ein Fünftel zu erhöhen. Im Transportsektor soll er bei mindestens zehn Prozent liegen. Zu den Klimazielen zählt auch eine 20-Prozent-Absenkung beim Ausstoß des Treibhausgases CO2 sowie die Erhöhung der Energieeffizienz um 20 Prozent. Die Mitgliedstaaten streiten jedoch unter anderem um die Lastenverteilung. So fordern die mittel- und osteuropäischen Staaten, den Zusammenbruch ihrer Industrien nach dem Ende des Ostblocks zu berücksichtigen. Deutschland verlangt, energieintensive Sektoren zu schonen, und Frankreich will eine spezielle Importsteuer auf Waren aus Ländern mit niedrigeren Umweltstandards.

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