Bitter Type 3

Bitter Type 3 3.9 Bitter Type 3 3.9

Bitter Type 3

— 19.03.2003

Am Ende nur fünf Prototypen

Ohne Isuzu hätte es den Type 3 wohl nicht gegeben – mit Isuzu gab es ihn aber auch nicht wirklich: Nur eine Hand voll Versuchsfahrzeuge wurden gebaut.

Isuzu – klingt wie Pritschenwagen

Aller guten Dinge sind drei. Aber nicht immer. Die Idee des dritten Bitter kommt nämlich von American Isuzu Motors. Der Name klingt nach Diesel und Pritschenwagen, und das soll sich ändern. 1986 beschließen die GM-Bosse, dass künftig Klasse und Rasse in die eher von Vernunft-Käufern frequentierten Showrooms ihrer japanischen Tochtermarke einziehen sollen. Als bürgerliche Basis dient der damals brandneue Rekord-Nachfolger Omega A – nicht gerade der Stoff, aus dem automobile Träume sind.

Nix Diplomat, kein Senator, vorbei mit der Herrlichkeit der oberen Chargen. Über dem verhinderten Isuzu steht kein guter Stern. 35 Zentimeter weniger sollen mehr sein – so viel schneidet Bitter raus, um ein Roadster-Kleid über die Opel-Basis zu ziehen. Ein Kleid, man merkt es noch heute, das vor allem für die US-Kundschaft geschneidert ist. Zwar nicht ausufernd, aber auch nicht so italienisch-knapp wie die Alta Moda der Vorgänger.

Während das Heck mit seinen runden Corvette-Leuchten noch Rasanz vermittelt, versinkt der Bug in Mittelmäßigkeit. Vor allem die Stoßfänger erinnern an Massenprodukte aus Japan und Amerika. Unser Type 3 ist ein 1,7 Tonnen schwerer Prototyp, Baunummer 1. Mit bei CECOMP in Italien per Hand über Holzformen geklopften dicken Blechen, wie sie eben nur Einzelstücke haben, die vor allem gut aussehen sollen. Fällt einem dieser Kofferdeckel auf die Hand, kann der Arzt schon mal den Gips anrühren.

GM-Ehrgeiz mit plötzlichem Ende

Macken hat der Type 3 hin und wieder – der Wagen lebt, weil er nie wirklich leben durfte. Die Fensterheber streiken ab und an, dafür funktioniert das hydraulische Verdeck tadellos. Und das sieht geschlossen gar nicht mal so übel aus. Der Innenraum dagegen versprüht das Flair einer Opel-Generation, die auf die Namen Omega, Vectra und Calibra hört. Weder Wurzelholz noch feines Leder kann den halbrunden Uhren und profanen Schiebereglern diesen Stallgeruch austreiben.

Das gelingt nur dem Motor: Die kräftige, langhubige Maschine aus dem SC 3.9 (sie wurde nur im ersten Type 3 verbaut) wummert vielversprechend aus den eckigen Endrohren, erinnert an bessere Zeiten und legt sich so ins Zeug, dass eines schnell klar wird: Dies wäre die sinnvolle Motorisierung gewesen. Doch vorgesehen ist der Reihensechser aus dem Omega 3000, der ewige Wiedergänger seit den späten 60er Jahren – 177 PS stark, aber 1986 am Ende seiner Karriere angelangt. Wie der Type 3.

"Mindestens 10.000 Einheiten" sollen ab 1988 pro Jahr in den USA abgesetzt werden. So weit kommt es allerdings nicht, der Ehrgeiz bei General Motors nimmt ein plötzliches Ende. Braun gebrannte Erfolgsmenschen in Isuzu-Showrooms bleiben Theorie. Die Praxis zählt fünf Prototypen, inklusive eines Crash-Modells. Ebenso wenig wie der in der Theorie 90.000 Mark teure Roadster werden der Type 3 2+2 und der viertürige Type 4, die "Bitter Diplomat Limousine", realisiert.

Technische Daten Bitter Type 3 3.9

Für Martin Wilhelm vom Bitter-Club International besitzt der über die Erprobungsphase nie hinausgekommene Zweisitzer den größten Reiz: "Den Type 3 mag ich von allen Bitter-Autos am liebsten." Das sehen wir anders. Unser Liebling: der SC, offen, mit dem dumpf und satt grollenden V8 des CD – das Beste aus drei Jahrzehnten.

Technische Daten Reihensechszylinder, vorn längs • zwei Ventile je Zylinder • Hubraum 3848 cm3 • Leistung 154 kW (210 PS) bei 5100/min • max. Drehmoment 327 Nm bei 3400/ min • Hinterradantrieb • Fünfgangschaltgetriebe • rundum Einzelradaufhängung • rundum Scheibenbremsen, vorn belüftet • Reifen 215/55 VR 16 • Länge/Breite/ Höhe 4450/1765/1395 mm • Radstand 2380 mm • Leergewicht 1300 kg • 0–100 km/h in 7,6 s • Höchstgeschwindigkeit 227 km/h • Preis damals 90.000 Mark.

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