Blancpain

Blancpain: Bernd Schneider im Interview

— 16.09.2016

"Für alle mit Benzin im Blut"

Die Blancpain-Endurance-Serie fährt am Nürburgring. ABMS spricht mit Bernd Schneider über sein GT-Engagement im 550 PS starken Mercedes AMG GT3.

Herr Schneider, Sie fahren 2016 die gesamte Saison in der Blancpain-GT-Sprint-Serie. Wieso das Comeback?

Bernd Schneider (52): Ich bin ja schon seit mehreren Jahre sporadisch dabei, und dieses Jahr hat es sich einfach zeitlich ergeben, dass ich eine volle Sprint-Saison fahren kann. Als Comeback würde ich das also nicht bezeichnen.

Also hat sich die Herangehensweise seit Ihrer DTM-Zeit geändert...

Es gibt einen riesigen Unterschied: Damals bin ich nur Rennen gefahren und habe mich voll darauf konzentriert. Heute ist es eher ein Hobby. Aber das Feuer brennt noch immer genauso in mir. Solange ich das Tempo halten und den Teams helfen kann, will ich das weitermachen. Ich fahre, wann immer es die Zeit neben der Tätigkeit als Mercedes-AMG-Markenbotschafter zulässt.

Haben Sie dann auch noch konkrete Ziele?

Ich würde gerne das 12-Stunden-Rennen von Bathurst und das 24-Stunden-Rennen von Daytona bestreiten. Aber das ist alles noch Zukunftsmusik.

Was ist das Besondere an der Blancpain GT Series?

DTM-Veteran Bernd Schneider mit seinem Mercedes

Ich glaube, dass die Serie deshalb boomt, weil die Budgets noch überschaubar sind. Für die Zuschauer und uns Fahrer ist es sehr interessant, dass so viele Sportwagen-Marken vertreten sind. Hier sieht man BMW gegen Porsche, Mercedes-AMG gegen Lamborghini, Bentley gegen Ferrari. Diese Vielfalt an Marken und der Altersunterschied der Piloten machen es so besonders. Es ist eine Serie für Profis und Amateure – also für jeden, der Benzin im Blut hat.

Was sind die Unterschiede zur DTM, die Sie fünfmal gewinnen konnten?

Das ist sehr schwer zu vergleichen. Die GT3-Autos basieren auf dem Serienmodell, entsprechend sind viele Serienteile verbaut. Zum Fahren sind sie sehr schön, weil sie ABS und Traktionskontrolle haben. Das macht es für Piloten doch etwas einfacher, ans Limit zu gehen. Man hat keine stehenden Räder und kann etwas mehr Gas geben, ohne sich gleich wegzudrehen. Wir haben auch etwas weniger Aerodynamik als die DTM-Autos.

Seit Sie ausgestiegen sind, hat sich die DTM verändert. Zum Vorteil?

Ich finde, man sollte nicht immer alles mit früher vergleichen, denn da bleiben einem immer nur die positiven Sachen in Erinnerung. Der Sport ist klasse und die Marken eng beisammen.

Die Favoriten am Ring

Die Blancpain-Sprint-Serie mit insgesamt fünf Rennen à 60 Minuten, in der Bernd Schneider fährt, startet an diesem Wochenende nicht am Nürburgring. Zum Drei-Stunden-Rennen nach Deutschland kommt nur die große Schwester, die Blancpain-Endurance-Serie (Tickets für 20 Euro unter www.nuerburgring.de). Mit elf Herstellern bietet diese eine einzigartige Markenvielfalt.

Auch McLaren greift am Wochenende in der Eifel an

Neben Porsche, Ferrari, Audi, Lamborghini, Nissan, Bentley, BMW, Mercedes und Aston Martin mischen auch Exoten wie der Emil Frey Jaguar mit. Oder der McLaren 650S GT3. Zwei der vier Endurance-Rennen haben Rob Bell (37), Shane Van Gisbergen (27) und Côme Ledogar (25) dieses Jahr schon für sich entschieden. Ins Finale am Nürburgring gehen sie als Tabellenführer.

Angetrieben wird der McLaren von einem fast 500 PS starken 3,8-Liter-V8-Twin-Turbo, der zusammen mit dem Formel-1-Getriebehersteller Ricardo im eigenen Haus entwickelt wurde und auf einem ursprünglich für die IndyCar vorgesehenen Konzept beruht. Eigentlich sollte von diesem McLaren auch eine Version für das 24-Stunden-Rennen von Le Mans entstehen. Eingesetzt wird der Bolide vom Team Garage 59, das Bas Leinders (41) managt – der einstige Minardi-Formel-1-Testfahrer und Erfolgsteamchef von Marc VDS.

Ebenfalls noch im Titelrennen: ein Bentley Continental GT3, ein BMW M6 GT3 und ein Mercedes-AMG GT3.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Hersteller / Picture-Alliance

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