Lamborghini

Blancpain GT: Lambo versus Ferrari

— 27.09.2016

Italienisches Premium-Duell

Mit Ferrari und Lamborghini kämpfen in der Blancpain-GT-Serie zwei italienische Premiummarken gegeneinander – mit unterschiedlichen Konzepten.

Sonntagmittag am Nürburgring: Das fünfte und damit letzte Endurance-Rennen der Blancpain GT Series 2016 steht auf dem Programm. Die Nürburg verschwindet im Nebel, die Fahrer und Mechaniker ziehen sich in die warmen Team-Hospitalities zurück. Bei Lamborghini gibt es Pasta und Pizza in den verschiedensten Varianten. BeiKaspersky, einem der Ferrari-Teams, werden ebenfalls italienische Nudelgerichte serviert – das italienische Premiumduell wird nicht nur auf der Rennstrecke ausgetragen.

Von einem Zweikampf kann eigentlich gar nicht die Rede sein: Zwölf verschiedene Marken stehen am Start, die Leistung der Boliden wird durch unterschiedliche Luftmengenbegrenzer und Zusatzgewichte auf einen Nenner gebracht. „Eben weil die Balance of Performance die Autos angleicht, ist es unsere Philosophie, die Fahrzeuge so einfach wie möglich zu machen – nicht nur für die Fahrer, auch für die Teams“, erklärt Lamborghini-Sportchef Giorgio Sanna (41). „Die Aufhängungsgeome-trie, die Komplexität der Aerodynamik, die Setupmöglichkeiten – alles ist dar-auf ausgelegt, es den Kundenteams möglichst leicht zu machen."

Lamborghini lässt die Autos bei Dallara bauen

Der Lamborghini GT3 Huracán – angetrieben von einem über 500 PS starken 5,2-Liter-V10-Motor – ist ein Modell, das für den Kundensport entwickelt wurde. Die Aerodynamik entsteht bei der Chassisschmiede Dallara, bei der auch das F1-Team Haas eingemietet ist. Erst seit zwei Jahren gibt es bei Lamborghini ein eigenes Team, das die Kunden an den Strecken betreut, speziell mit einem Ersatzteile-Service.

Anders Ferrari: Hier ist AF Corse als Ferrari-Semiwerksteam für den Einsatz der Ferrari 458 Italia GT3 verantwortlich. „Wir sind in zwölf Serien vertreten, haben jedes Wochenende weltweit 100 Mitarbeiter im Einsatz“, zeigt Teammanager Bernardo Serra (48) die Dimension des Projekts auf. Um die Entwicklung der Boliden mit den 500 PS starken 4,5-Liter-V8-Turbos kümmert sich zwar die Firma Micholotto, der Rest aber wird von AF Corse abgewickelt. Selbst Kundenteams wie Kaspersky Motorsport in der Amateurklasse verfügen über einen Mechaniker- und Ingenieurs-Pool von AF Corse. Alex Moiseev (36), Fahrer und Manager von Kaspersky Motorsport, benennt die Vorteile: „Das hilft, Probleme schneller zu verstehen und zu beheben."

Mirko Bortolotti (26) kennt beide Marken: Er war schon Ferrari-Formel-1-Testfahrer und ist jetzt einer der Lamborghini-Stars. „Die italienische Herangehensweise kann man vor allem mit einem Wort beschreiben: Leidenschaft.“ Das leidenschaftliche Duell Ferrari versus Lamborghini könnte es bald auch in Le Mans geben: „Derzeit fokussieren wir uns auf die GT3, in Zukunft werden wir dann sehen“, sagt Sanna zu den Gerüchten um einen WEC-Einstieg von Lamborghini. 
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Autor: Michael Zeitler

Fotos: Hersteller

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