Radar, Laser, Lichtschranke: So blitzt die Polizei

Blitzer: Jagd auf Raser mit Lasern und Radarfallen

Mit diesen Geräten blitzt die Polizei Raser

Mit High-Tech-Blitzern geht die Polizei gegen Temposünder und Raser vor. Überblick über Radarfallen, Lasergeräte und Blitzer-Türme aller Art.

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Tempokontrollen sind ...
Sie heißen Radarfalle, Blitzer, Starenkasten: Mit solchen Geräten macht die Polizei Jagd auf Temposünder. Denn zu schnelles Fahren ist Unfallursache Nummer eins in Deutschland. Mit Hightech gehen die Ordnungshüter dagegen vor und benutzt dabei teils raffiniert getarnte Lasergeräten, die die Daten per Funk direkt an die Bußgeldstelle weitergeben. Manchmal sogar auf mehreren Spuren gleichzeitig, sogar in verschiedenen Fahrtrichtungen. Viele sind raffiniert getarnt, so wie beispielsweise der als Anhänger verkleidete "Enforcement Trailer" der Firma Vitronic oder das Gerät Poliscan Speed, das neuerdings auch in Hamburg eingesetzt wird.

Reaktion auf einst 13.000 Verkehrstote pro Jahr

Die neueste Laserwaffe gegen Raser ist die Poliscan Speed.

Seit rund sechs Jahrzehnten setzt die Polizei auf strahlende Messtechnik: 1956 stand der Prototyp der ersten Radarfalle VRG 1 von Telefunken auf der Internationalen Polizeiausstellung in Essen. Nach ersten Feldversuchen trat das Gerät 1957 in Düsseldorf, Hamburg und Ulm als Weiterentwicklung VRG 2 ihren bundesweiten Siegeszug an. Der Anlass: Die Zahl der jährlichen Verkehrstoten in der noch jungen Bundesrepublik war trotz geringen Verkehrsaufkommens auf erschreckende 13.000 geschnellt. Zum Vergleich: Im Jahr 2017 ging die Zahl der Verkehrstoten auf 3177 zurück, so wenig wie zuletzt vor rund 60 Jahren. Mit Blitzlicht konnten damals dank der ersten Radargeräte Temposünder sogar in der Nacht erwischt werden. Die Zeitungen feierten die neue Technik damals als "Wunderwaffe" der Polizei. Als Stichtag der ersten Radarkontrolle gilt in vielen Publikationen der 21. Januar 1957 mit einem Test in Düsseldorf.

Radarfalle erwischt Pferd: Kuriose Blitzerfotos

Geblitzter Fernfahrer erschoss Polizeibeamten

Bei Autofahrern ist das Instrumentarium der Polizei seit jeher unbeliebt. Begriffe wie "Abzocke" und "Wegelagerei" sind heute noch üblich. Inzwischen sind etwa 1800 Geräte als fest montierte "Starenkästen" über das Land verteilt und versetzen mit ihren Blitzen Autofahrer immer wieder in ohnmächtige Wut. Welchen abgrundtiefen Hass eine Radarkontrolle auslösen kann, musste die Polizei im Jahr 2000 in Hessen erfahren: Als ein Fernfahrer geblitzt wurde und um seinen Führerschein fürchten musste, kehrte er um, erschoss einen Polizisten und verletzte einen zweiten Beamten schwer.

Warngeräte und Blitzer-Apps

Felix Hoffmann, der Leiter des Deutschen Polizeimuseums, zeigt das Radargerät VRG2 von Telefunken von 1957.

Felix Hoffmann, Leiter des Deutschen Polizeimuseums im westfälischen Salzkotten, sammelte teils haarsträubende Einsprüche gegen die Bußgeldforderungen nach Blitzerfotos. Beispiel: "Bei der Beurteilung ist zu berücksichtigen, dass dem Verantwortlichen für das Königsschießen das Bier ausgegangen war." In einigen Fällen konnten Rechtsanwälte den Abbau der Blitzer erzwingen, wo deren Millioneneinnahmen allzu offensichtlich mehr der klammen Staatskasse dienten denn der Verkehrssicherheit. Dennoch blitzt es seither ohne Unterlass, nicht nur beim Blitz-Marathon, bei dem jährlich zehntausende Temposünder geschnappt werden. Die Gegner der Radargeräte haben illegal aufgerüstet: Warngeräte für das Auto und reflektierende Folien für das Nummernschild sollen vor Bußgeld, Punkten in Flensburg und Führerscheinentzug schützen. Auch fürs Smartphone gibt es Warn-Apps.

Polizei-Neuheit: halbstationäre Laserfalle

Der Super-Blitzer "Enforcement Trailer" ist gut getarnt und unkaputtbar.

Die Polizei kontert seit einigen Jahren mit modernen und kleinen Lasergeräten, die die Radartechnik in Genauigkeit übertrumpfen. Stylische Säulen säumen den Straßenrand, innen die modernste Blitzertechnik. Neu ist die halbstationäre Radarfalle. Die Anlagen sind auf Anhängern installiert und können personalsparend jeweils für mehrere Tage an wechselnden Orten aufgestellt werden, ohne von Beamten bewacht zu werden. Der sogenannte "Enforcement Trailer" der Firma Vtronic wird bereits in mehreren Bundesländern eingesetzt. Raffiniert: Er tarnt sich als Anhänger, hat eine eigene Stromversorgung und eine drahtlose Verbindung zur Polizei, falls jemand versuchen sollte, ihn außer Gefecht zu setzen. Er ist sogar kugelsicher! Andere Radarfallen tarnen sich als Stromkästen, sind in Kofferräumen versteckt oder können gleich mehrere Raser auf einmal schnappen: Sie überwachen mehrere Spuren, manche sogar in beiden Fahrtrichtungen. Aktuell wird auf ganzen Autobahnabschnitten die "Section Control" getestet, bei der Raser über eine errechnete Durchschnittsgeschwindigkeit geschnappt werden. Hier ein Überblick über die Blitzgeräte auf deutschen Straßen!

Radar, Laser, Lichtschranke: So blitzt die Polizei

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