Blitzerskandal in Kassel
Anwalt stellt Strafanzeige

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Die umstrittenen Blitzer Marke Eigenbau in Kassel beschäftigen nun sogar die Staatsanwaltschaft. Ein Bußgeldverfahren könnte Licht ins Dunkel bringen.
Im Falle der Kasseler Bastelblitzer ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betrugs. Der Kasseler Rechtsanwalt Bernd Stein hat die entsprechende Strafanzeige gestellt. Demnach ergibt sich aus Hinweisen wie manipulierten Messprotokollen, dass hoheitliche Tätigkeiten wie der Filmwechsel sowie die Fotoauswertung nicht immer durch die Stadt erfolgten, sondern durch das von ihr beauftragte Privatunternehmen Safety First aus Reinhardshagen. Die Stadt räumt ein, dass in 47 Fällen kassiert wurde, obwohl die Fotos die Geschwindigkeit sowie in zwei Fällen die Uhrzeit nicht vollständig zeigten. Derzeit prüfe man daher alle 16.000 Bilder, so ein Stadtsprecher. Noch Anfang Februar sah man dazu keinen Anlass.
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Keine Ausschreibung, manipulierte Protokolle, unverwertbare Fotos: Bürgermeister Kaiser will davon nichts gewusst haben.
Bild: dpa
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Mehr Licht ins Dunkel könnte demnächst ein eigentlich abgeschlossenes Bußgeldverfahren bringen, für das Anwalt Stein die Wiederaufnahme erreichen konnte: Sowohl Kaiser als auch Safety-First-Chef Gerd Kautscha sind als Zeugen genannt und müssen vielleicht schon in wenigen Wochen vor Gericht aussagen. "Ich erwarte, dass sie geladen werden", so Stein.
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Fazit
Puh! Nach vier Monaten gibt Bürgermeister Kaiser endlich zu: Es ist doch was faul. Im besten Fall weiß der Mann wirklich nicht, was alles im eigenen Referat schiefgelaufen ist. Dann sollte er sich ernsthaft fragen, ob er für den Posten taugt. Oder schlimmer: Er wulfft. Verrät nur, was nicht mehr zu verschleiern ist. Hoffen wir, dass er als Zeuge geladen wird – und dann alle schlauer sind.
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