BlueMotion trifft Standard-Diesel

BlueMotion trifft Standard-Diesel

— 05.10.2009

Lohnt sich der BlueMotion Touareg?

BlueMotion – mit diesem Zusatz versieht VW besonders verbrauchs- und CO2-arme Varianten seines Modellprogramms. Jetzt gibt es auch den Touareg V6 TDI BlueMotion. Ein Vergleich mit seinem Bruder öhne Ökozusatz.

Blue, also Blau. Warum ausgerechnet Blau? Warum nutzt nicht nur Volkswagen diese Farbe als Kennzeichnung besonders verbrauchs- und CO2-armer Modelle? BlueMotion — die blaue Bewegung. Volkswagen schweigt sich dazu aus, warum man Blau gewählt hat statt Grün oder etwa Braun. Eine BlueMotion-Version gibt es ab sofort nicht nur für Polo, Golf und Passat, sondern auch für den in seinem letzten Modelljahr befindlichen Touareg. 2010 kommt der Touareg II, und bis dahin zeigt Volkswagen, was heute auch beim bisherigen Modell drin ist, wenn man es mit dem Spritsparen ernst meint. Nun fragt sich so mancher vielleicht, warum VW als BlueMotion-Basis den 3.0 V6 TDI Automatik erwählt hat und nicht den von vornherein sparsameren 2.5-TDI-Fünfzylinder. Weil die Tage des aufdringlich prasselnden Pumpe-Düse-Diesels gezählt sind: Aus dem VW Bus wurde er bereits hinauskomplimentiert, im Touareg II wird es ihn gar nicht erst geben: zu teuer, zu laut, zu schadstoffreich.

Alle News und Tests zum VW Touareg gibt es auf der Touareg-Seite

Mit Tricks zum Sparschwein: Beim Touareg BlueMotion zieht VW alle Register.

Also der Dreiliter-V6-TDI als Basis für den BlueMotion-Touareg. Der Ruf besonderer Sparsamkeit eilt dem eigentlich von Audi stammenden und in Ungarn produzierten V6-Turbodiesel nicht voraus. Um dem BlueMotion-Etikett gerecht zu werden, griffen die Volkswagen-Leute in die Trickkiste der Verbrauchsreduziermaßnahmen: Längere Achsübersetzungen (3,7:1 statt 3,9:1) senken das Drehzahlniveau des Motors um fünf Prozent. Andere Federn legen den Karosseriekörper um 25 mm tiefer; das reduziert den für den Luftwiderstand entscheidenden cw-Wert von 0,39 auf 0,38. Spezielle Reifen von Michelin senken den Rollwiderstand. Eine geregelte Lichtmaschine versucht, den notwendigen Strom möglichst nur in den Roll- und Bremsphasen zu produzieren, nicht beim Anfahren und Beschleunigen. Und schließlich erhielt der bewährte Turbodieselmotor selbst noch eine Trimmung: gleichhohes Drehmoment von 550 Nm, aber 15 PS weniger Höchstleistung sowie andere Einspritzdüsen, kleinerer Turbolader, höherer Einspritzdruck und eine wirkungsgradoptimierte Abgasrückführung.

Bei den Fahrleistungen ist der konventionelle 3.0 TDI im Vorteil

Marginal schneller als sein BlueMotion-Bruder: der Touareg 3.0 V6 TDI.

Der Lohn der Maßnahmen: Der Normverbrauch nach ECE reduziert sich von 9,3 auf 8,3 Liter/100 km. Die Messfahrten von AUTO BILD ALLRAD bestätigen die Theorie fast: Auf 100 Kilometer wird zwar kein ganzer Liter eingespart, aber immerhin 0,9 Liter. 9,5 statt 10,4 Liter Testverbrauch auf 100 Kilometer zeugen vom auch in der Praxis erlebbaren Erfolg des Sparpakets. Die Nachteile? Weniger Temperament durch die längeren Achsübersetzungen und die 15 Minder-PS sind nur mit Messgeräten aufspürbar. Bei der Beschleunigung verliert der Touareg BlueMotion ein paar Zehntelsekunden, aber auch nur im Bereich zwischen 50 und 130 km/h. Gemessene 6 km/h weniger Höchstgeschwindigkeit sind ebenfalls verschmerzbar. Etwas mehr Unterschiede bringt die Tieferlegung durch das andere Fahrwerk. Vorteile beim Kurventempo sind nicht auszumachen. Wohl aber kleine Nachteile beim Federungskomfort. Kurze Unebenheiten wie Kanaldeckel dringen etwas stärker zu den Insassen durch, die auf opulenten Sesseln einen hervorragenden Ausblick auf das Verkehrsgeschehen genießen.

Klar, dass sich durch die Tieferlegung auch die Bodenfreiheit reduziert. 25 mm weniger bedeuten 205 mm Restbodenfreiheit. Das ist klassentypisch, aber nicht mehr viel. Gut, dass der Touareg eine stabile Unterseite hat, die leichte Aufsetzer so schnell nicht krumm nimmt. Bleibt die Frage nach Preis und Kosten: Auf der einen Seite spart man beim Unterhalt. Nicht nur an der Tankstelle, wo man bei 15.000 km/Jahr immerhin rund 160 Euro gutmacht. Dazu kommt die um 50 Euro reduzierte Kfz-Steuer. Auf der anderen Seite liegt der Anschaffungspreis des BlueMotion höher. 50.950 Euro kostet er, satte 3200 Euro mehr als der normale Touareg V6 TDI. Doch fairerweise muss man die großzügigere Serienausstattung des BlueMotion berücksichtigen: Automatikgetriebe, Tempomat, Multifunktions-Lederlenkrad und die Makalu-Aluräder summieren sich auf 3040 Euro Gegenwert. Bleiben also ausstattungsbereinigt nur 160 Euro Aufpreis für den BlueMotion. Und die sind in weniger als einem Jahr wieder drin.

Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten und Tabellen gibt es als Download im Heftarchiv.

Autor: Martin Braun

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