BMW 120d von Schubert Motors

BMW 120d Streetcar von Schubert Motors und TÜV Rheinland BMW 120d Streetcar von Schubert Motors und TÜV Rheinland

BMW 120d von Schubert Motors

— 14.06.2007

Vom TÜV gesegnet

Mal zeigen, wie Tuning im Rahmen der StVO gemacht wird – aber trotzdem richtig dick auftragen. In Zusammenarbeit mit Schubert Motors hat sich der TÜV Rheinland dieser Herausforderung gestellt.

Neben den Tests von Waschpulvern und der Sicherheitszertifizierung von Eierkochern zählt auch die technische Überwachung von Fahrzeugen zu den vorrangigen Aufgaben des TÜV Rheinland. Wer sich derat intensiv mit gesetzlichen Bestimmungen und dem Automobil beschäftigt, hegt Wünsche und hat Ideen. 2006 wurde motiviert von bester Rennlaune ein kühner Plan in die Tat umgesetzt: Extrem-Tuning by TÜV Rheinland – warum nicht ein Fahrzeug nach allen Regeln der StVZO so tunen, dass das Resultat auch bei eingfleischten Szene-Anhängern auf Akzeptanz stößt. Tuning vom TÜV, das kann ja nix wildes werden, würde manch einer hierzu denken. Das BMW 120d Streetcar belehrt all jene eines Besseren.

Am Anfang stand ein Sieger

Der Schubert-Motors-1er wartet auf seinen Renneinsatz am Nürburgring.

Basierend auf dem Schubert-Siegerauto (BF Goodrich Langstreckenpokal), ein BMW 120d, der auch am 24-Stunden-Rennen vom Nürburgring 2006 teilnahm und dort als Gesamtfünfter ins Ziel kam, sollte ein für die Straße zugelassenes Pendant entstehen, das sich nur marginal vom Rennauto unterscheidet. Nach monatelanger Bauzeit und diversen Abnahmeterminen war dieses Ziel erreicht. Bis auf ein Mehrgewicht von zirka 180 Kilogramm, wurde der Wagen 1:1 für den öffentlichen Verkehrsraum umgesetzt. Die Jungs von Schubert Motors haben dabei ganze Arbeit geleistet, und tief in die Know-How-Kiste des Kfz-Handwerks gegriffen. Bevor die ersten Arbeitsschritte jedoch angegangen werden konnten, musste eine Basis her, quasi ein Gerüst, um das das Streetcar letztlich modelliert wurde. Gefunden hat man dafür einen guten Gebrauchten: BMW 120d, fünftürig, mit geringer Laufleistung. Der Wagen wurde komplett gestrippt, sprich entweidet, und von Grund auf neu aufgebaut.

Übern Berg zum Shoppen

Die Renntechnik wurde unter extremen Anforderungen getestet.

Um schon früh etwas für's Auge zu haben, wurde die selbsttragende Stahlblechkarosserie dem Renn-Pendant angegepasst: Vorne und hinten bekam der Wagen neue Schürzen, in deren Verlängerung Kotflügelverbreiterungen aus GFK-Verbundwerkstoff um die vier Radhäuser modelliert wurden. Das ausgestellte Blech bot nun Platz für BBS-Aluräder in 19 Zoll mit Reifen in der Dimension 235/35 (Dunlop-Sport-Maxx). Bei derartigem Querschnitt lacht das Tunerherz, ebenso bei den Änderungen am Fahrwerk des kleinsten BMW. Schubert entschied sich für dreifach verstellbare KW-Stoßdämpfer an Vorder- und Hinterachse sowie eine Ein-Gelenk-Federbeinachse vorne und Fünf-Lenker-Achse hinten. Beide Achskonstruktionen verfügen über eine vergrößerte Spurweite; schnelle Kurvengeschwindigkeiten bei Berg- und Talfahrten sind damit genauso gewährleistet wie die flinke Parkplatzhatz beim Samstagvormittagseinkauf. Damit sich die hochmotivierten Mechaniker von Schubert Motors bei ihren Taten im Rahmen der STVZO bewegen, standen die Ingenieure vom TÜV-Rheinland zu jeder Zeit bereit, um das Maximum auszuloten.

Optimierte Mechanik von der Bremse bis zum Lenkrad

Bei aller Liebe zu stabilen Fahrleistungen und möglichst hohen Geschwindigkeiten, stehen für den TÜV Rheinland vor allem Sichheitsaspekte im Focus. So beäugten die Ingenieure und Techniker des Prüfinstitutes die Änderungen an der Bremsanlage sehr genau. Unter ihrer Regie verbauten die Mechaniker von Schubert Motors an beiden Achsen Mov'it-Vierkolben-Bremssättel aus Aluminium. Diese garantieren in jeder Situation einen kräftigen Biss. Die servounterstützte Zahnstangenlenkung blieb im seriennahen Zustand. Bei der Motorleistung wollten die Profis dem Commonrail-Diesel mit serienmäßig 163 PS nicht zuviel zumuten – schließlich ist auch die Haltbarkeit der Technik ein nicht zu vernachlässigender Punkt. Unter dieser Vorüberlegung leistet das Diesel-Treibwerk dank AC Schnitzer Software-Kit nun 200 PS, das reicht für eine Höchstgeschwindigkeit von echten 230 km/h.



Im Juni 2007 hat das BMW 120d Streetcar nun die ersehnte Straßenzulassung erhalten und dreht selbstbewusst seine Runden. Im Zuge dieser Information hat die AUTO BILD TUNING-Redaktion selbstverständlich die Hand hochgehalten, als die Frage nach Testfahrten aufkam. Wollen doch mal sehen, ob uns die Jungs vom TÜV Rheinland und Schubert Motors mit ihrem 1er überzeugen können.

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