BMW 1er/Alfa Giulietta/Audi A3/VW Golf: Vergleich — 03.08.2011

Einser gegen alle

Nicht nur seinen Hängebauch hat er wegtrainiert, auch technisch wirkt der 1er nun eine ganze Ecke fitter. Wie fit, das zeigt der erste Vergleich des Topdiesels mit Alfa Giulietta, Audi A3 Sportback und VW Golf.

Zu beneiden sind sie ja nicht, die Herren Entwickler. Schon Jahre bevor ein Modell in Serie geht, müssen sie ihm in vollgepferchten Segmenten eine Nische finden, sollen sie riechen, wohin sich seine Konkurrenten entwickeln, haben sie zu wissen, was die Klientel bei ihm wohl wollen wird. Nur zum Verständnis: Das ist irgendwie so, als ob man heute sagen müsste, was man 2014 zum Essen kocht. Warum also ist die neue 1er-Generation zu dem geworden, was sie nun ist? Eine Hypothese: Ebenjenes Produktorakel war sich sicher, dass die 1er-Kundschaft inzwischen eine ganze Ecke flippiger drauf sein wird.

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Video: BMW 1er (2011)

Neuer kleiner Bayer

Vielleicht haben ihm die Jungs aus der Mini-Abteilung aber auch einfach nur mal gesteckt, wie viele Autos man allein wegen poppiger Farben und weiß lackierten Applikationen verkaufen kann. Egal wie, selbst eine Giulietta, für die wir Schreiberlinge ja schon mal Erinnerungen an die Lollobrigida aus der Textkiste kramen, wirkt neben so einem 120d – und das liegt nicht nur an der Farbe – auf einmal verblüffend blass. Doch auch unter dem hippen Dress der neuen Urban-Line, die gemeinsam mit ihrem Sport-Pendant fortan 1900 Euro über der Basisversion rangiert, hat BMW sein Einstiegsmodell ordentlich renoviert. Die laschen Saugmotoren weichen aufgeweckten Turbos, optional lassen sich diverse Assistenzsysteme zubuchen, die Rückbank klappt dreigeteilt, und den vormals hautengen Fond säumen eine tief montierte Rückbank sowie der um drei Zentimeter gewachsene Radstand etwas auf. Zugelegt hat der 1er aber vor allem beim Fahrkomfort. Im Gegensatz zur ersten Generation, die einem jede noch so winzige Bodenwelle gegens Steißbein drosch, streicht selbst das statische Standardfahrwerk Verwerfungen nun sauber glatt.

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Bildergalerie

BMW 120d BMW 120d BMW 120d
Gegen Aufpreis stehen zudem zwei Alternativen zur Wahl: die gewohnt knackige M- Lösung und das Adaptivfahrwerk, das sich mittels Kippschalter entweder etwas nachweichen lässt oder typische BMW-Charakteristika wie die ausgewogene Achslastbalance und das spontane Einlenken mit einer strafferen Dämpferkennlinie unterstützt. Positiv dabei: Die einzelnen Fahrwerksvarianten lassen sich vollvariabel mit den Ausstattungslinien kombinieren. Ein Urban-1er lässt sich also genauso mit M-Fahrwerk verknüpfen wie andersherum eine M-Version mit den softeren Standard- oder Adaptivalternativen. Einigermaßen mithalten kann beim Komfort – Überraschung – nur der betagte A3 Sportback.

Im Gegensatz zum Alfa, der recht unbeholfen über Kanten poltert, und dem Golf, den der 170-PS-TDI stets mit der Sportausführung GTD verheiratet, gibt sich der Audi alle Mühe, Asphaltfalten einigermaßen aus der Wahrnehmung zu bügeln. Dass ihm zu seinem bayerischen Dauerrivalen dennoch dieses Quäntchen fehlt, wird er verschmerzen können, zumal sich die Karrieren der beiden nur um wenige Wochen überschneiden. Zum alten Eisen abstempeln lässt sich der A3 dennoch nicht: Qualitäts- und Materialanmutung setzen noch immer Maßstäbe, die Raumausnutzung der verlängerten Sportback-Karosserie ist, abgesehen von den seltsam hoch montierten Sitzen, tadellos, die Lenkung agiert unaufgeregt, und in Gestalt des 170 PS starken Common-Rail-TDI lugt einer der besten Dieselmotoren durch den Single-Frame, den man in der Kompaktklasse derzeit kriegen kann.

Doch obwohl er vorbildlich start-stoppt, sensibel anspricht, ansatzlos auf die Drehzahlleiter hechtet und kraftvoll von Sprosse zu Sprosse klimmt – der neue Zweiliter des BMW ist ihm sowohl längsdynamisch als auch beim Verbrauch stets einen Tick voraus. Weitere Details zum Vergleich des BMW 1er gegen Audi A3, Alfa Giulietta und VW Golf gibt es in der Bildergalerie. Den kompletten Vergleich mit allen technischen Daten und Tabellen lesen Sie in AUTO TESTS 8/2011 .

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Kommentare zum Artikel (162)

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Inhalt

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priusfan
08.11.2011, 09:11Uhr

@ infos für den VW fan im forum ! Eure Probleme möchte ich haben :-) Frage ist doch wohl eher, wo die ganzen Autos denn dann noch fahren sollen wenn Toyota bis 2020 10 Millionen jährlich baut :-)

Marco_BS
23.08.2011, 12:21Uhr

Der alte 1er war nicht nur optisch für mich der reinste Flopp. Schön zu sehen, dass BMW aus Fehlern lernt. Daumen hoch

@Infos für den vw-Fan im Forum
11.08.2011, 21:06Uhr

.I.

@@glasklar
11.08.2011, 20:07Uhr

ein mini ist zu klein für heckantrieb, und deshalb holzklasse

Infos für den vw-Fan im Forum
11.08.2011, 19:54Uhr

mit solchen Modellen wie dem grandiosen neuen 1er, dem Massstab seiner Klasse, zieht BMW der (selbsternannten) Konkurrenz weiter davon:
lt. Printausgabe ams Juli 2011, S.15, erwarten Analysten im Jahre 2020 die Produktion von ca 2,3 Mio BMW, und von ca 1,5 Mio Audi (BMW produziert dann 50% mehr Autos als "Audi" :-D))
Witziges am Rande: der vw a3 wird nun auch auf über 70% Händlerzulassungen kommen, damit er in den Zulassungsstatistiken wahrgenommem werden kann, wie 2011 schon der sog. "mini-schreck" a1 ([finanzen.net:] a1 im 1. Quartal 2011: 71% Händlerzulassungen .... :-D)

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