BMW 320d von Nico Walter

BMW 320d von Nico Walter BMW 320d von Nico Walter

BMW 320d von Nico Walter

— 27.04.2004

Der glatte Wahnsinn

Der Frühling kommt und mit ihm die ersten Boliden der Saison. So frisch, so nagelneu, dass man den Lack fast noch riechen kann.

Der wohl krasseste Dreier Deutschlands

Bingen. Das muss man mal so stehen lassen. Genau so lange, bis sich der geneigte Leser fragt: Und? Was ist das? Darauf antworten wir: Eine Stadt ohne eigenes Kfz-Kennzeichen. Das ist, an sich, auch nicht unbedingt selten. Etwas Besonderes bietet Bingen jedoch. In Bingen rollt die krasseste Dreier-Limousine Deutschlands herum.

Aber: Der Wagen ist gerade fertig, da soll er auch schon wieder vom Hof. 31.000 Euro soll der potenzielle Pokaljäger kosten, verriet Noch-Besitzer Nico Walter dem Reporter. Na, rechnen scheint der 20-jährige BWL-Student ja zu können! Wir stellen diese Info dem Artikel voran, damit sich Interessenten ganz schnell unter www.h-h-motorsport.de melden können. Dort wird der aalglatte Dreier unters Volk gebracht. Verstehe das, wer will und kann. Dann holt sich eben ein anderer die Pokale. Uns doch egal – und Nico auch, scheint es.

Doch nun zur Vorgeschichte. Nicos Bewerbung ging in der Redaktion ein, als draußen vor dem Fenster noch alles grau und schmuddelig war. Sogar die Meisen, die ab und an gegen unsere Fenster fliegen, trugen noch Schal und Mütze. Bei einem solchen Wetter sind keine Fotoproduktionen zu stemmen. Als der Frühling plötzlich und unerwartet Einzug hielt, fanden wir uns und unsere Augenringe an einem frühen Montagmorgen plötzlich auf der Autobahn wieder. 300 Kilometer bis Bingen.

Den Umbau erledigte die Fachwerkstatt

Dort angekommen war die Müdigkeit schnell verflogen. Anerkennendes Staunen fordert nämlich für gewöhnlich den ganzen Mann. Denn man muss schon zugeben: Die Optik der glatten Fläche haben wir selten so konsequent umgesetzt gesehen. Respekt! Dabei ist dieser BMW Nicos Debüt. Und zwar in doppelter Hinsicht. Das erste Auto und das erste Tuningprojekt.

Wie kommt ein Zwanzigjähriger zu einem edlen Dreier-BMW? Nico grinst wissend. "Das ist der ehemalige Firmenwagen meines Vaters. Ich bin sowieso fast jedes Wochenende damit rumgefahren. Und als das Unternehmen den Dreier dann aus dem Fuhrpark nahm, habe ich zugegriffen. Ich habe seit vier Jahren auf ein Auto gespart und mir sonst kaum etwas geleistet." Selber zahlen gern, selber bauen, naja, lieber nicht.

Den Umbau ließ er in einer Fachwerkstatt durchführen. Vielleicht rührt die eher lockere emotionale Bindung zum Dreier ja daher? Aber so ein Umbau soll ja irgendwann fertig werden. Nico studiert fast den ganzen Tag. Da bleibt zum Schrauben keine Zeit. Man muss eben Prioritäten setzen. Und während Nico an Zukunft und Karriere feilte, flogen in besagter Werkstatt die Fetzen oder besser: das Blech.

An diesem Bayern ist alles clean

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: selbst mit Kennerblick und unter Zuhilfenahme alles ans Licht bringender, unbarmherzig direkter Sonneneinstrahlung lassen sich keine Mängel erkennen. "Die kniffligste Sache war der Umbau des Daches", sagt Nico, "denn da wurden die Regenrinnen weggecleant und dem Dach dadurch insgesamt eine rundere Form verpasst."

Zu eventuellen weiteren Schwierigkeiten kann Nico nichts sagen. Er war ja nicht dabei. Deshalb hier die nackten Fakten: Die Front des BMW kommt ganz anders daher, als man es von "normalen" Dreier-Umbauten gewöhnt ist. Die Haube und die Kotflügel wurden verlängert. Dadurch verengten sich die Scheinwerfer erheblich, was allerdings auf den ersten Blick nicht unbedingt auffällt. Ganz anders verhält sich's da mit den Nieren.

Nicos Wagen hat keine mehr. Auch keine schwarzen. Gar keine. Dort, wo einst die Wahrzeichen bayrischen Automobilbaus prangten, finden sich jetzt zwei Lufteinlässe. Das allein zieht schon jede Menge Blicke an. Äußerst ungewöhnlich, zumindest in der BMW-Szene, sind die aalglatten Flanken. Solch derbe Eingriffe haben wir an einem E46 noch nie gesehen, denn normalerweise ist radikales Cleaning das Metier anderer Marken.

Kein Griff, keine Leiste, keine Mulde

Egal, einer muss in Führung gehen – auch wenn das mit den Dynatech-DTM-Felgen schwierig werden dürfte. Wir nehmen Wetten an, was aufgrund mangelnder Kühlung und hoher Betriebstemperaturen wohl zuerst Schaden nimmt: die Felgen oder die Bremsen. Über die spektakulären, geschlossenen 18-Zöller (ET 14) wölben sich die üppig verbreiterten Kotflügel, deren Weitung eindeutig jenseits der Drei-Zentimeter-Marke liegt. Vorn wurden die dicken Backen mit M3-Kiemen veredelt. Den M-Look führen Rieger-Front- und Heckschürze konsequent fort. Selbstverständlich musste das Spoilerwerk ebenfalls verbreitert werden.

Am Heck ist nichts mehr, wie es war. Kein Griff keine Leiste, keine Kennzeichen-Mulde – alles weg. Das sieht tatsächlich ziemlich wüst aus. Wir schreiben das im positiven Sinn. Allerdings kann man sich über die Position des Kennzeichens trefflich streiten. Manch einer hätte es vielleicht doch lieber in der Heckschürze gesehen? Ihr könnt ja vielleicht bald persönlich nachbessern, falls ihr die Kohle für den cleanen Dreier übrig habt.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.