BMW 3er G20 (2018): Vorschau

BMW 3er G20 (2018): Vorschau

BMW 3er G20 (2018): Cockpit, Motoren, Erlkönig

Alle Infos zum neuen BMW 3er

Noch 2018 geht die neue Generation des BMW 3er an den Start – erstmals auch mit M-Diesel und Elektroantrieb. AUTO BILD hat alle Infos und neue Erlkönigbilder!

Vorstellung: Der 3er bleibt sich treu

Kaum ein BMW muss die Kernwerte der Marke so sehr hochhalten wie der 3er. Das meistverkaufte Modell der Marke ist agil, sicher, komfortabel und funktionell. Weil der Bestseller schon fast sechs Jahre alt ist, läuft der Countdown für die nächste Generation (G20), die im September 2018 in Serie geht. Die Erlkönigjäger von AUTO BILD haben jetzt einen Prototyp auf Testfahrt in München erwischt. Die Bilder zeigen: Die Proportionen der Karosserie wurden nur leicht geschärft, eine Design-Evolution ohne Risikozuschlag. Die Abmessungen ändern sich kaum: etwas mehr Radstand und Länge, etwas breitere Spur und eine dezent sportlichere Dachlinie.
Vom 3er – und dem technisch identischen Coupé 4er – wird es folgende Karosserievarianten geben:
Limousine (2018, Langversion nur für China)
Touring (2019)
4er Coupé (2020)
4er Cabrio – wieder mit Soft- statt Hardtop (2020)
• und dann noch einen gemeinsamen Nachfolger für 3er GT und 4er Gran Coupé (mit E-Antrieb, 2021).
Die Designer haben die Unterschiede zwischen den zwei Modellreihen deutlicher herausgearbeitet als bisher – besonders an Front und Heck. Eigenständig geformt sind unter anderem die Scheinwerfer und ihre Anbindung an die jeweils spezifisch geformte Niere, die Stoßfänger und die durch ein dünnes Leuchtenband verbundenen Rücklichter.

In welcher Klasse fährt der Neue?

Fast ein Shooting Brake: Der 3er Touring setzte schon immer auf sportliches Design.

In der Praxis ist die Einordnung der G20-Familie kompliziert. Die wichtigsten Einflussfaktoren:
Der nächste 1er wechselt vom Hinterrad- zum Vorderradantrieb und gibt damit einen wichtigen Markenwert auf.
Der 2er bleibt beim Hinterradantrieb, rückt mit dem 2er Gran Coupé allerdings ziemlich dicht an den 3er.
• Der M2 macht sich dort breit, wo vor zehn Jahren noch der M3 zu Hause war. Also muss dessen Nachfolger nach oben rücken. Ein schickes M4 Gran Coupé ist unter Umständen sinnvoller als ein bodenständiger M3.
• Der Touring wird uns zwar erhalten bleiben, doch seine biologische Uhr tickt immer lauter: Die Nachfrage beschränkt sich auf Europa, und der Active/Family Tourer ist die klar günstigere Alternative für Kunden mit Platzbedarf.

Neue BMW (2018, 2019, 2020, 2021, 2022, 2023 und 2024)

BMW Z4BMW i20 Illustration

Innenraum: Blicksteuerung und bessere Spracheingabe

Der 3er wird muskulös: Die neue Generation steht deutlich aggresiver auf der Straße.

Der neue 3er verspricht einen leichten Zugewinn an Platz im Innen-­ und im Kofferraum. Im G20 debütiert zudem die siebte Generation des iDrive mit größeren Displays und zusätzlichen Funktionen. Kernstück ist die Multimedia-Grafik-Unit (MGU) des Zulieferers Harman/Kardon, deren touchbetontes Bedienteil später um eine Blicksteuerung erweitert werden soll. Es bleibt aber im Prinzip beim Neben­einander von Dreh­-Drück­-Steller, Touchpad, frei programmierbarer Instrumentenkombi, optionalem Head­-up­-Display sowie Bildschirmen mit höherer Auflösung und schnelleren Prozessoren. Entwicklungsziele waren eine umfassendere Vernetzung, eine noch flexiblere Schnittstelle zwischen Fahrzeug und digitaler Welt, lernfähige Sprachsteuerung, drahtlos aufspielbare Updates sowie zusätzliche Personalisierungsmöglichkeiten. Zudem sollen Nutzerprofile (Zweitwagen/Mietauto) übertragbar und der unbe­schränkter Zugang zu sicherheitsrele­vanten Schwarmdaten der Open Mo­bility Cloud (OMC) möglich sein. 

Ausstattung: Stauassistent bis Tempo 60

Natürlich werden aber auch die Assistenzsysteme verfeinert und weiter ausgebaut. Der Stauassistent funktioniert im neuen 3er zunächst bis Tempo 60, Spurwechsel werden auf Befehl oder vollautomatisch eingeleitet, der Fahrer darf unter bestimmten Voraussetzungen sogar für kurze Zeit den Blick von der Straße nehmen. Die erweiterte Einparkautomatik kann im Auto oder per Fernbedienung wie beim aktuellen 7er von außen gestartet werden. Ganz wichtig: Die meisten Systeme lassen sich updaten und sind rückmeldefähig. Das heißt: Sie können untereinander und mit dem Datenspeicher in der Cloud kommunizieren.

BMW macht den 3er noch dynamischer

Der nächste Dreier sieht gut aus. Eine Design-Ikone wird er aber nicht. Dafür fallen die Änderungen zu gering aus.

Wie jeder neue BMW soll auch der neue 3er Maßstäbe in Sachen Fahrdynamik setzen. Obwohl rein technisch schon heute teilautonom und ab 2021 vollautonom gefahren werden kann, wollen die Bayern langfristig genau den Kunden die Treue halten, die bevorzugt selbst das Steuer übernehmen. Fahrwerkstechnisch wird der neue 3er ein kleiner 5er – ohne aufwendige Wankstabilisierung. Die Hinterachs­lenkung, die deutlichen Verbesserungen in Bezug auf Handling, Wendigkeit und Stabilität bringen soll, dürfte zunächst dem M3 vorbehalten sein. Für alle 3er soll der integrierte Bremskraftverstärker (IBC) Serie sein – als Zwischenschritt auf dem Weg zur elektromechanischen Bremse. Die leichte und kompakte Anlage bündelt die Kraft in einem elektrisch angetriebenen Aktuator, der schneller mehr Druck aufbaut und so den Anhalteweg verkürzt.

BMW 3er G20 (2018): Vorschau

Connectivity: BMW baut Serviceangebot aus

Mit einem breiten Serviceangebot will BMW Connected-Car-Rivalen wie Google, Microsoft und Telekom in die Schranken weisen. Während Apple über CarPlay eingeschränkten Zugang zur Schaltzentrale (Head Unit) erhält, soll vor allem der Datenkrake Google so lange wie möglich daran gehindert werden, sich im lukrativen Geschäftsfeld zwischen Automobilhersteller und Kunde einzunisten. Um schnell reagieren zu können, will BMW den Verbraucher an die kurze Leine nehmen – ohne Zwischeninstanz und ohne Umweg über den Händler. Die Kundenprofile sind innerhalb der BMW-Gruppe auch auf Mini, Mietwagen und entsprechend aufgerüstete Gebrauchtwagen übertragbar. Die Basisdienste gibt es umsonst, doch nach oben sind dem blühenden Geschäft mit den Mobilitätsservices kaum Grenzen gesetzt.

Motoren: 3er erstmals mit M-Diesel

BMW hält dem Verbrennungsmotor die Treue, setzt aber verstärkt auf Vierzylinder. Erstmals wird im 3er ein Selbstzünder das M-Label tragen. Der M340d xDrive M Performance wird von einem 320 PS starken Sechszylinderdiesel mit 680 Nm Drehmoment angetrieben. Der Sechszylinderbenziner M340i M Performance mit 360 PS ist unterhalb des M3 positioniert und tritt gegen Konkurrenten wie den Mercedes-AMG C 43 4Matic und den Audi S4 quattro an. Beide Motorisierungen verfügen über Allradantrieb. Den soll übrigens auch der neue M3 bekommen, der sich die adaptive xDrive­-Tech­nik des M5 schnappt und ab 2020 mit mindestens 462 PS und 570 Nm antritt. Für hohe Stückzahlen sind mehr denn je die Zweiliter-Vierzylinder mit Partikel­filter (Benziner) und AdBlue-Zugabe (Diesel) zuständig, die eine Leistungsspanne von 150 PS bis 231 PS abdecken. Sparfüchse sollten sich den 320i EfficientDynamics näher ansehen (180 PS/260 Nm), der nach der neuen, strengeren WLTP-­Norm einen Öko­ Mixverbrauch von 4,95 Litern verspricht. Den einzigen Dreizylinder erwarten wir im 318i, der mit 140 PS und 220 Nm antreten dürfte. Ersatzlos gestrichen ist nach Aussagen von Händlern dagegen der schlappe 316d.

3er BEV fährt rein elektrisch

Achtung, Tesla: BMW nimmt mit dem 3er BEV das Model 3 der Amerikaner ins Visier.

Echte Innovationen sind das 48-Volt-System und der damit verbundene Mildhybrid, der bis zu 15 kW und 20 Nm Zusatzkraft bringt. Mithilfe einer Speicherbatterie können Nebenaggregate und der elektrische Lader betrieben werden. Der zusätzliche Drehmomentkick kommt vor allem bei Ampelstarts und Überholvorgängen zur Geltung. Erst im September 2019 rechnen wir dagegen mit dem ersten und zunächst einzigen Plug-in-Hybriden des G20. Im 325e iPerformance mobilisieren ein 150 PS straker Benziner und ein E-­Motor mit 110 PS eine Sys­temleistung von 230 PS. Der 330e mit 282 PS ist dagegen noch nicht bestätigt. Komplett neu im Programm ist der 3er BEV: Der reine E-Antrieb kommt im gemeinsamen Nachfolger für 3er GT und 4er Gran Coupé. Zum System gehören zwei E-Motoren, zwei angetriebene Achsen, zwei Kühlkreisläufe und ein auch induktiv aufladbarer Lithium-Ionen-Akku. Wir rechnen 2021 mit einer Kapazität von 65 kWh und einer Leistung von 350 PS.

Technische Daten: Motorenliste

Offiziell bestätigt sind diese Angaben noch nicht, doch voraussichtlich sieht die Motorenliste für den neuen 3er also wie folgt aus:

Benzin:

BMW 318i • Getriebe: 6-Gang-Handschaltung / 8-Gang-Automatik • Leistung: 140 PS • Antriebsart: Hinterradantrieb
BMW 320i • Getriebe: 6-Gang-Handschaltung / 8-Gang-Automatik • Leistung: 204 PS • Antriebsart: Hinterradantrieb / xDrive (Allradantrieb)
BMW 320i Efficient Dynamics • Getriebe: 6-Gang-Handschaltung / 8-Gang-Automatik • Leistung: 170 PS • Antriebsart: Hinterradantrieb
BMW M340i • Getriebe: 8-Gang-Automatik • Leistung: 360 PS • Antriebsart: xDrive (Allradantrieb)

Plug-in-Hybrid:

BMW 325e iPerformance • Getriebe: 8-Gang-Automatik • Leistung: 260 PS • Antriebsart: xDrive (Allradantrieb)

Diesel:

BMW 318d • Getriebe: 6-Gang-Handschaltung / 8-Gang-Automatik • Leistung: 150 PS • Antriebsart: Hinterradantrieb
BMW 320d • Getriebe: 6-Gang-Handschaltung / 8-Gang-Automatik • Leistung: 204 PS • Antriebsart: Hinterradantrieb / xDrive (Allradantrieb)
BMW 325d • Getriebe: 8-Gang-Automatik • Leistung: 231 PS • Antriebsart: Hinterradantrieb / xDrive (Allradantrieb)
BMW M340d • Getriebe: 8-Gang-Automatik • Leistung: 320 PS • Antriebsart: xDrive (Allradantrieb)

Gebrauchtwagen: BMW 3er ab 16.000 kaufen

Auch als Gebrauchtwagen ist der aktuelle 3er noch heiß begehrt.

Sie spielen mit dem Gedanken, sich einen gebrauchten BMW 3er zu kaufen? Die Preise für Vor-Faceliftmodelle (vor Mai 2015) beginnen bei rund 16.000 Euro. Dafür gibt es den 316d mit 116 PS wahlweise als Kombi oder Limousine. Mehr Dampf bietet der insbesondere bei Vertretern beliebte 320d mit 163 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von fast 230 km/h. Das Topmodell bei den Selbstzündern ist der 335d (313 PS), der ab 32.000 Euro zu haben ist. Sie wollen lieber einen Benziner? Los geht es für gepflegte Exemplare ab rund 17.000 Euro (316i) mit immerhin 136 PS. Im Mittelfeld rangiert der 320i (184 PS), für den 20.000 Euro eingeplant werden müssen. Understatement unterhalb des M3 bietet der 340i mit 326 PS, für das Topmodell werden 50.000 Euro fällig. Der BMW 3er (F30) gehört beim TÜV zu den unauffälligen Kandidaten. Lediglich frühe F30 wurden bei uns wegen Problemen an der Lenkhilfe und des Bremsservos in die Werkstätten gerufen.

Neue Mittelklasse-Modelle (2018, 2019 und 2020)

Autoren: Georg Kacher, Michael Gebhardt, Elias Holdenried

Stichworte:

Kombi Limousine

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