BMW 3er G20 (2018): Vorschau

BMW 3er G20 (2018): Vorschau

BMW 3er G20 (2018): Cockpit, Motoren, Erlkönig

— 14.02.2018

Alle Infos zum neuen BMW 3er

Noch 2018 geht die neue Generation des BMW 3er an den Start – erstmals auch mit M-Diesel und Elektroantrieb. AUTO BILD hat neue Infos und eine geleakte Motorenliste!

Vorstellung: Der 3er bleibt sich treu

Kaum ein BMW muss die Kernwerte der Marke so sehr hochhalten wie der 3er. Das meistverkaufte Modell der Marke ist agil, sicher, komfortabel und funktionell. Weil der Bestseller schon fast sechs Jahre alt ist, läuft der Countdown für die nächste Generation (G20), die im September 2018 in Serie geht. AUTO BILD hat den Erlkönig beim Wintertest in Skandinavien erwischt. Die Bilder zeigen: Die Linienführung trägt die Handschrift des langjährigen Chefdesigners Karim Habib, der BMW mittlerweile verlassen hat. Die treibende Kraft hinter dem neuen Look ist Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich, der ein mutigeres und moderneres Erscheinungsbild einfordert. Nach dem aktuellen 5er und dem nächsten X3 sind bei BMW ab 2018 also wieder deutlich emotionalere Autos angesagt.

Sechszylinder, Hinterradantrieb und ein sportliches M-Modell: Der 3er bleibt sich treu.



Vom 3er – und dem technisch identischen Coupé 4er – wird es folgende Karosserievarianten geben:
Limousine (2018, Langversion nur für China)
Touring (2019)
4er Coupé (2020)
4er Cabrio – wieder mit Soft- statt Hardtop (2020)
• und dann noch einen gemeinsamen Nachfolger für 3er GT und 4er Gran Coupé (mit E-Antrieb, 2021).

Die Designer haben die Unterschiede zwischen den zwei Modellreihen deutlicher herausgearbeitet als bisher – besonders an Front und Heck. Eigenständig geformt sind unter anderem die Scheinwerfer und ihre Anbindung an die jeweils spezifisch geformte Niere, die Stoßfänger und die durch ein dünnes Leuchtenband verbundenen Rücklichter.

In welcher Klasse fährt der Neue?

Fast ein Shooting Brake: Der 3er Touring setzte schon immer auf sportliches Design.

In der Praxis ist die Einordnung der G20-Familie kompliziert. Die wichtigsten Einflussfaktoren:
Der nächste 1er wechselt vom Hinterrad- zum Vorderradantrieb und gibt damit einen wichtigen Markenwert auf.
Der 2er bleibt beim Hinterradantrieb, rückt mit dem 2er Gran Coupé allerdings ziemlich dicht an den 3er.
• Der M2 macht sich dort breit, wo vor zehn Jahren noch der M3 zu Hause war. Also muss dessen Nachfolger nach oben rücken. Ein schickes M4 Gran Coupé ist unter Umständen sinnvoller als ein bodenständiger M3.
• Der Touring wird uns zwar erhalten bleiben, doch seine biologische Uhr tickt immer lauter: Die Nachfrage beschränkt sich auf Europa, und der Active/Family Tourer ist die klar günstigere Alternative für Kunden mit Platzbedarf.

Neue BMW (bis 2024)

BMW i5 Illustration BMW X5 Illustration BMW X4 Illustration

Innenraum: Blicksteuerung und bessere Spracheingabe

Noch 2018 präsentiert BMW ein neues, großflächiges und weitgehend frei programmierbares Anzeigekonzept, das auch im 3er für Aufsehen sorgen dürfte. Kernstück ist die Multimedia-Grafik-Unit (MGU) des Zulieferers Harman/Kardon, deren touchbetontes Bedienteil später um eine Blicksteuerung erweitert werden soll. Gleichzeitig arbeitet BMW an einer Spracheingabetechnik, die langfristig im Alleingang Kommandos geben und ausführen soll. Das Head-up-Display gewinnt als wichtigste Instrumentierung an Bedeutung. Daneben können großflächige Projektionsflächen im Sichtfeld der Mitfahrer nach Wunsch bespielt werden. Die meisten Systeme sind lernfähig und halten regelmäßig Rücksprache mit dem Benutzer.

Ausstattung: Stauassistent bis Tempo 60

Natürlich werden aber auch die Assistenzsysteme verfeinert und weiter ausgebaut. Der Stauassistent funktioniert im neuen 3er zunächst bis Tempo 60, Spurwechsel werden auf Befehl oder vollautomatisch eingeleitet, der Fahrer darf unter bestimmten Voraussetzungen sogar für kurze Zeit den Blick von der Straße nehmen. Die erweiterte Einparkautomatik kann im Auto oder per Fernbedienung wie beim aktuellen 7er von außen gestartet werden. Ganz wichtig: Die meisten Systeme lassen sich updaten und sind rückmeldefähig. Das heißt: Sie können untereinander und mit dem Datenspeicher in der Cloud kommunizieren.

BMW macht den 3er noch dynamischer

Stark getarnt: Noch sind die Erlkönige des neuen 3er gut verpackt.

Wie jeder neue BMW soll auch der neue 3er Maßstäbe in Sachen Fahrdynamik setzen. Obwohl rein technisch schon heute teilautonom und ab 2021 vollautonom gefahren werden kann, wollen die Bayern langfristig genau den Kunden die Treue halten, die bevorzugt selbst das Steuer übernehmen. Aktivfahrwerk und Luftfederung sind dabei in dieser Klasse nach wie vor kein Thema, doch der neue 3er kommt mit diversen Hightech-Goodies – darunter die Integral-Aktivlenkung, die gegen Aufpreis deutliche Verbesserungen in Bezug auf Handling, Wendigkeit und Stabilität bringen soll. Premiere hat das von ZF entwickelte integrierte Bremssystem IBC. Die leichte und kompakte Anlage bündelt die Kraft in einem elektrisch angetriebenen Aktuator, der schneller mehr Druck aufbaut und so den Anhalteweg verkürzt.

BMW 3er G20 (2018): Vorschau

Connectivity: BMW baut Serviceangebot aus

Mit einem breiten Serviceangebot will BMW Connected-Car-Rivalen wie Google, Microsoft und Telekom in die Schranken weisen. Während Apple über CarPlay eingeschränkten Zugang zur Schaltzentrale (Head Unit) erhält, soll vor allem der Datenkrake Google so lange wie möglich daran gehindert werden, sich im lukrativen Geschäftsfeld zwischen Automobilhersteller und Kunde einzunisten. Um schnell reagieren zu können, will BMW den Verbraucher an die kurze Leine nehmen – ohne Zwischeninstanz und ohne Umweg über den Händler. Die Kundenprofile sind innerhalb der BMW-Gruppe auch auf Mini, Mietwagen und entsprechend aufgerüstete Gebrauchtwagen übertragbar. Die Basisdienste gibt es umsonst, doch nach oben sind dem blühenden Geschäft mit den Mobilitätsservices kaum Grenzen gesetzt.

Motoren: 3er erstmals mit M-Diesel

Video: BMW 3er (2018)

So kommt der neue 3er

BMW hält dem Verbrennungsmotor die Treue, setzt aber verstärkt auf Vierzylinder. Erstmals wird im 3er ein Selbstzünder das M-Label tragen. Der M340d xDrive M Performance wird von einem 320 - 340 PS starkem Sechszylinderdiesel mit 680 Nm Drehmoment angetrieben. Der Sechszylinderbenziner M340i M Performance mit 380 PS ist unterhalb des M3 positioniert und tritt gegen Konkurrenten wie den Mercedes-AMG C 43 4Matic und den Audi S4 quattro an. Beide Motorisierungen verfügen über Allradantrieb. Der neue M3 hat wahrscheinlich 462 PS und stemmt 570 Nm auf die Kurbelwelle. Für hohe Stückzahlen sind mehr denn je die Zweiliter-Vierzylinder zuständig, die als 320i/325i/330i und als 318d/320d/325d/330d im Programm bleiben, wobei Leistung und Drehmoment in allen Fällen leicht zulegen. Laut einer geleakten Motorenliste verzichtet BMW bei den Benzinern auf einen 316i Dreizylinder. Anders sieht das bei den Selbstzündern aus. Hier soll auch weiterhin ein 316d, jetzt aber mit 136 PS, angeboten werden.

3er BEV fährt rein elektrisch

Achtung, Tesla: BMW nimmt mit dem 3er BEV das Model 3 der Amerikaner ins Visier.

Echte Innovationen sind das 48-Volt-System und der damit verbundene Mildhybrid, der bis zu 15 kW und 20 Nm Zusatzkraft bringt. Mithilfe einer Speicherbatterie können Nebenaggregate und der elektrische Lader betrieben werden. Der zusätzliche Drehmomentkick kommt vor allem bei Ampelstarts und Überholvorgängen zur Geltung. Im Prinzip aus dem Teileregal stammt dagegen der Plug-in-Hybrid, eine Kombination aus 2,0-Liter-Vierzylinder und E-Baustein mit einer Systemleistung von rund 260 PS. Komplett neu im Programm ist der 3er BEV: Der reine E-Antrieb kommt im gemeinsamen Nachfolger für 3er GT und 4er Gran Coupé. Zum System gehören zwei E-Motoren, zwei angetriebene Achsen, zwei Kühlkreisläufe und ein auch induktiv aufladbarer Lithium-Ionen-Akku. Wir rechnen 2021 mit einer Kapazität von 65 kWh und einer Leistung von 350 PS.

Technische Daten: Motorenliste geleakt

Wie das spanische Magazin "Motor.es" bereits erfahren haben möchte, soll der nächste Ableger der BMW 3er Serie mit folgenden Motoren vom Band rollen. Offiziell bestätigt sind diese Angaben aber noch nicht.

Benzin:

BMW 318i • Getriebe: 6-Gang-Handschaltung / 8-Gang-Automatik • Leistung: 150 PS • Antriebsart: Hinterradantrieb

BMW 320i • Getriebe: 6-Gang-Handschaltung / 8-Gang-Automatik • Leistung: 204 PS • Antriebsart: Hinterradantrieb / xDrive (Allradantrieb)

BMW 320i Efficient Dynamics • Getriebe: 6-Gang-Handschaltung / 8-Gang-Automatik • Leistung: 170 PS • Antriebsart: Hinterradantrieb

BMW 330i • Getriebe: 8-Gang-Automatik • Leistung: 265 PS • Antriebsart: Hinterradantrieb / xDrive (Allradantrieb)

BMW M340i • Getriebe: 8-Gang-Automatik • Leistung: 380 PS • Antriebsart: xDrive (Allradantrieb)


Plug-in-Hybrid:

BMW 325e iPerformance • Getriebe: 8-Gang-Automatik • Leistung: 230 PS • Antriebsart: xDrive (Allradantrieb)

BMW 330e iPerformance • Getriebe: 8-Gang-Automatik • Leistung: 265 PS • Antriebsart: xDrive (Allradantrieb)


Diesel:

BMW 316d • Getriebe: 6-Gang-Handschaltung / 8-Gang-Automatik • Leistung: 136 PS • Antriebsart: Hinterradantrieb

BMW 318d • Getriebe: 6-Gang-Handschaltung / 8-Gang-Automatik • Leistung: 163 PS • Antriebsart: Hinterradantrieb

BMW 320d • Getriebe: 6-Gang-Handschaltung / 8-Gang-Automatik • Leistung: 204 PS • Antriebsart: Hinterradantrieb / xDrive (Allradantrieb)

BMW 325d • Getriebe: 8-Gang-Automatik • Leistung: 238 PS • Antriebsart: Hinterradantrieb / xDrive (Allradantrieb)

BMW 330d • Getriebe: 8-Gang-Automatik • Leistung: 265 PS • Antriebsart: Hinterradantrieb / xDrive (Allradantrieb)

BMW M340d • Getriebe: 8-Gang-Automatik • Leistung: 320 - 340 PS • Antriebsart: xDrive (Allradantrieb)

Gebrauchtwagen: BMW 3er ab 16.000 kaufen

Auch als Gebrauchtwagen ist der aktuelle 3er noch heiß begehrt.

Sie spielen mit dem Gedanken, sich einen gebrauchten BMW 3er zu kaufen? Die Preise für Vor-Faceliftmodelle (vor Mai 2015) beginnen bei rund 16.000 Euro. Dafür gibt es den 316d mit 116 PS wahlweise als Kombi oder Limousine. Mehr Dampf bietet der insbesondere bei Vertretern beliebte 320d mit 163 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von fast 230 km/h. Das Topmodell bei den Selbstzündern ist der 335d (313 PS), der ab 32.000 Euro zu haben ist. Sie wollen lieber einen Benziner? Los geht es für gepflegte Exemplare ab rund 17.000 Euro (316i) mit immerhin 136 PS. Im Mittelfeld rangiert der 320i (184 PS), für den 20.000 Euro eingeplant werden müssen. Understatement unterhalb des M3 bietet der 340i mit 326 PS, für das Topmodell werden 50.000 Euro fällig. Der BMW 3er (F30) gehört beim TÜV zu den unauffälligen Kandidaten. Lediglich frühe F30 wurden bei uns wegen Problemen an der Lenkhilfe und des Bremsservos in die Werkstätten gerufen.

Autoren: Georg Kacher, Michael Gebhardt, , Elias Holdenried

Stichworte:

Kombi Limousine

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