BMW 3er G20 (2018): Voschau

BMW 3er G20 (2018): Voschau

BMW 3er G20 (2018): Vorschau und Erlkönig

— 07.04.2017

Der 3er zwischen zwei Welten

Spannende Aufgabe für den neuen 3er BMW: Die Mittelklasse darf die Stammkundschaft nicht vergraulen – und muss sich trotzdem neu erfinden.

Video: BMW 3er (2018)

Bestseller in neuem Look

Kaum ein BMW muss die Kernwerte der Marke so sehr hochhalten wie der 3er. Das meistverkaufte Modell ist agil, sicher, komfortabel und funktionell. Weil der Bestseller schon über fünf Jahre auf dem Buckel hat, läuft der Countdown für die nächste Generation (G20), die im September 2018 in Serie geht. Die Linienführung trägt die Handschrift des langjährigen Chefdesigners Karim Habib, der BMW überraschend vor wenigen Monaten verlassen hat. Die treibende Kraft hinter dem neuen Look ist jedoch der Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich, der ein mutigeres und moderneres Erscheinungsbild einfordert. Nach dem aktuellen 5er und dem nächsten X3 sind deshalb bei BMW ab 2018 wieder deutlich emotionalere Autos angesagt.

Vom 3er – und dem technisch identischen 4er – wird es folgende Karosserievarianten geben:
· Limousine (2018, Langversion nur für China)
· Touring (2019)
· 4er Coupé (2020)
· 4er Cabrio – wieder mit Soft- statt Hardtop (2020)
· und dann noch einen gemeinsamen Nachfolger für 3er GT und 4er Gran Coupé (mit E-Antrieb, 2021).

Die Stylisten haben die Unterschiede zwischen den zwei Modellreihen deutlicher herausgearbeitet als bisher – besonders an Front und Heck. Eigenständig geformt sind unter anderem die Scheinwerfer und ihre Anbindung an die jeweils spezifisch geformte Niere, die Stoßfänger und die durch ein dünnes Leuchtenband verbundenen Rücklichter.
Alles auf einen Blick: BMW 3er

BMW setzt vor allem auf Verbrenner

Stark getarnt: Noch sind die Erlkönige des neuen 3er gut verpackt.

Wie jeder neue BMW soll auch der neue 3er Maßstäbe in Sachen Fahrdynamik setzen. Obwohl rein technisch schon heute teilautonom und ab 2021 vollautonom gefahren werden kann, wollen die Bayern langfristig genau den Kunden die Treue halten, die bevorzugt selbst das Steuer übernehmen. Aktivfahrwerk und Luftfederung sind dabei in dieser Klasse nach wie vor kein Thema, doch der neue 3er kommt mit diversen Hightech-Goodies wie der Integral-Aktivlenkung, die gegen Aufpreis deutliche Verbesserungen in Bezug auf Handling, Wendigkeit und Stabilität in Aussicht stellt. Premiere feiert das von ZF entwickelte integrierte Bremssystem IBC. Die leichte und kompakte Anlage bündelt die Kraft in einem elektrisch angetriebenen Aktuator, der schneller mehr Druck aufbaut und so den Anhalteweg verkürzt.

Stauassistent bis Tempo 60

Natürlich werden aber auch die Assistenzsysteme verfeinert und weiter ausgebaut. Der Stauassistent funktioniert im neuen 3er zunächst bis Tempo 60, Spurwechsel werden auf Befehl oder vollautomatisch eingeleitet, der Fahrer darf unter bestimmten Voraussetzungen sogar für kurze Zeit den Blick von der Straße nehmen. Die erweiterte Einparkautomatik kann im Auto oder per Fernbedienung wie beim neuen 7er von außen gestartet werden. Ganz wichtig: Die meisten Systeme lassen sich updaten und sind rückmeldefähig. Das heißt: Sie können untereinander und mit dem Datenspeicher in der Cloud kommunizieren.

BMW setzt vor allem auf Verbrenner

BMW hält dem Verbrennungsmotor die Treue, die Liebe der Münchner zum legendären Reihensechszylinder scheint dagegen langsam zu erkalten – Schuld daran tragen die schärferen Abgasgesetze und in Folge die weltweit sinkenden Marktanteile. Ab 2018 können wahrscheinlich nur noch drei Modelle bis sechs (Zylinder) zählen: M340d (320 PS/680 Nm), M340i (388 PS/480 Nm) und M3 (462 PS/570 Nm). Für hohe Stückzahlen sind mehr denn je die 2,0-Liter-Vierzylinder zuständig, die als 320i/325i/330i und als 318d/320d/325d/330d im Programm bleiben, wobei Leistung und Drehmoment in allen Fällen leicht zulegen. Im Programm bleiben auch die beiden 1,5-Liter-Dreizylinder: 316i mit 140 PS/240 Nm, 316d mit 120 PS/290 Nm.

Plug-in-Hybrid und 3er BEV

Achtung, Tesla: BMW nimmt mit dem 3er BEV das Model 3 der Amerikaner aufs Korn.

Echte Innovationen sind das 48-Volt-System und der damit verbundene Mildhybrid, der bis zu 15 kW und 20 Nm Zusatzkraft bringt. Mithilfe einer Speicherbatterie können Nebenaggregate und der elektrische Lader betrieben werden. Der zusätzliche Drehmomentkick kommt vor allem bei Ampelstarts und Überholvorgängen zur Geltung. Im Prinzip aus dem Teileregal stammt dagegen der Plug-in-Hybrid, eine Kombination aus 2,0-Liter-Vierzylinder und E-Baustein mit einer Systemleistung von rund 260 PS. Komplett neu im Programm ist der 3er BEV: Der reine E-Antrieb kommt im gemeinsamen Nachfolger für 3er GT und 4er Gran Coupé. Zum System gehören zwei E-Motoren, zwei angetriebene Achsen, zwei Kühlkreisläufe und ein auch induktiv aufladbarer Lithium-Ionen-Akku. Wir rechnen 2021 mit einer Kapazität von 65 kWh und einer Leistung von 350 PS.

Blicksteuerung und verbesserte Spracheingabe

Anfang 2018 präsentiert BMW ein neues, großflächiges und weitgehend frei programmierbares Anzeigekonzept, das auch im 3er für Aufsehen sorgen dürfte. Kernstück ist die Multimedia-Grafik-Unit (MGU) des Zulieferers harman/kardon, deren touchbetontes Bedienteil später um eine Blicksteuerung erweitert werden soll. Gleichzeitig arbeitet BMW an einer Spracheingabetechnik, die langfristig im Alleingang Kommandos geben und ausführen soll. Das Head-up-Display gewinnt an Bedeutung als wichtigste Instrumentierung. Daneben können großflächige Projektionsflächen im Sichtfeld der Mitfahrer nach Wunsch bespielt werden. Die meisten Systeme sind lernfähig und halten regelmäßig Rücksprache mit dem Benutzer.

BMW baut sein Serviceangebot aus

Mit einem breiten Serviceangebot will BMW Connected-Car-Rivalen wie Google, Microsoft und Telekom in die Schranken weisen. Während Apple über CarPlay eingeschränkten Zugang zur Schaltzentrale (Head Unit) erhält, soll vor allem der Datenkrake Google so lange wie möglich daran gehindert werden, sich im lukrativen Geschäftsfeld zwischen Automobilhersteller und Kunde einzunisten. Um schnell reagieren zu können, will BMW den Verbraucher an die kurze Leine nehmen – ohne Zwischeninstanz und ohne Umweg über den Händler. Die Kundenprofile sind innerhalb der BMW-Gruppe auch auf Mini, Mietwagen und entsprechend aufgerüstete Gebrauchtwagen übertragbar. Die Basisdienste gibt es umsonst, doch nach oben sind dem blühenden Geschäft mit den Mobilitätsservices kaum Grenzen gesetzt.

In welcher Klasse fährt der Neue?

Fast ein Shooting Brake: Der 3er Touring setzte schon immer auf sportliches Design.

In der Praxis ist die Einordnung der G20-Familie kompliziert. Dies sind die wichtigsten Einflussfaktoren:
Der nächste 1er wechselt vom Hinterrad- zum Vorderradantrieb und gibt damit einen wichtigen Markenwert auf.
Der 2er bleibt beim Hinterradantrieb, rückt mit dem 2er Gran Coupé allerdings ziemlich dicht an den 3er.
• Der M2 macht sich dort breit, wo vor zehn Jahren noch der M3 zu Hause war. Also muss dessen Nachfolger nach oben rücken. Ein schickes M4 Gran Coupé ist unter Umständen sinnvoller als ein bodenständiger M3.
• Der Touring wird uns zwar erhalten bleiben, doch seine biologische Uhr tickt immer lauter: Die Nachfrage beschränkt sich auf Europa, und der Active/Family Tourer ist die klar günstigere Alternative für Kunden mit Platzbedarf.

BMW-Neuheiten bis 2021

BMW i5 Illustration BMW Z4 Illustration BMW 3er Illustration

Gebrauchten BMW 3er ab 16.000 kaufen

Stark getarnt: Noch sind die Erlkönige des neuen 3er gut verpackt.

Sie spielen mit dem Gedanken, sich einen gebrauchten BMW 3er zu kaufen? Die Preise für Vor-Faceliftmodelle (vor Mai 2015) beginnen bei rund 16.000 Euro. Dafür gibt es den 316d mit 116 PS wahlweise als Kombi oder Limousine. Mehr Dampf bietet der insbesondere bei Vertretern beliebte 320d mit 163 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von fast 230 km/h. Das Topmodell bei den Selbstzündern ist der 335d (313 PS), der ab 32.000 Euro zu haben ist. Sie wollen lieber einen Benziner? Los geht es für gepflegte Exemplare ab rund 17.000 Euro (316i) mit immerhin 136 PS. Im Mittelfeld rangiert der 320i (184 PS), für den 20.000 Euro eingeplant werden müssen. Understatement unterhalb des M3 bietet der 340i mit 326 PS, für das Topmodell werden 50.000 Euro fällig. Der BMW 3er (F30) gehört beim TÜV zu den unauffälligen Kandidaten. Lediglich frühe F30 wurden bei uns wegen Problemen an der Lenkhilfe und des Bremsservos in die Werkstätten gerufen.
Auf einen Blick: Gebrauchte BMW 3er

Autoren: Georg Kacher, Michael Gebhardt,

Stichworte:

Kombi Limousine

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