Gebrauchtwagen-Test BMW 5er (F10) vs. Golf VII

BMW 5er (F10) vs. Golf VII: Gebrauchtwagen-Test

Macht gebraucht glücklicher?

Gebrauchter 5er oder neuer Golf? Wer sich diese Frage stellt, dem liefert dieser AUTO BILD-Gebrauchtwagentest eine klare Antwort!
Überzeugungskraft basiert auf guten Argumenten – die allerdings schnell verblassen können, wenn Emotionen im Spiel sind. Vielleicht kochen die bei Ihnen gerade hoch, weil Sie sich über diesen Vergleich von zwei Autos ärgern, die auf den ersten Blick nicht so recht zusammenpassen. Eines "alt", das andere neu, dazu noch aus völlig unterschiedlichen Klassen ... An dieser Stelle kann ich Ihnen verraten, dass man als AUTO BILD-Redakteur gar nicht so selten in den engsten Beraterkreis von Freunden und Bekannten gezogen wird, die sich mit genau so einer quälenden, weil auch emotionalen Wahl herumplagen müssen.

Gebrauchtwagensuche: BMW 5er

Nach drei Jahren ist der Verlust beim Golf fünfstellig

Wertverlust? Beim gebrauchten 5er kein Thema. Dazu lockt bei der zwischen 2010 und 2017 gebauten Generation eine famose Verarbeitungsqualität.

Beginnen wir mit einem nüchternen Thema: dem Wertverlust. In unserem Fall lässt sich grob überschlagen: In drei Jahren ist unser heute noch neuer Golf nur noch rund 50 Prozent vom ehemaligen Neupreis wert. Der liegt übrigens nur theoretisch bei 28.350 Euro. Rabatte im zweistelligen Prozent-Bereich lassen sich an dieser Stelle ohne Weiteres unterstellen. Allerdings auch, dass es der Käufer nicht bei den nackten Tatsachen des im Konfigurator aufgeführten Basismodells belässt. Dennoch wird der Verlust nach drei Jahren wahrscheinlich fünfstellig ausfallen. Apropos fünf, wir haben noch gar nicht über den BMW gesprochen. Der hat den schlimmsten Wertverlust bereits hinter sich und leistet sich kaum Mängel. Unrund laufende Motoren aufgrund defekter Injektoren, schleifende Steuerketten und Defekte an der luftgefederten Hinterachse sind insbesondere bei den jüngeren Modellen ab 2013 sehr selten. Lediglich eine erhöhte Verschleißanfälligkeit des Fahrwerks ist geblieben. Doch insgesamt betrachtet sucht die zwischen 2010 und 2017 gebaute Generation mit dem Baureihencode F10 ihresgleichen, wenn es um die Verarbeitungsqualität geht. Die Dauertestnote 1+ sei an dieser Stelle noch einmal erwähnt. Allerdings hat auch ein Golf Sportsvan kürzlich ein ähnlich gutes Ergebnis in unserem Langzeit-Stresstest – sogar über 150.000 Kilometer – eingefahren.

Technische Daten: BMW 520d Touring
Motor Vierzylinder, vorn längs
Ventile/Nockenwellen 4 pro Zylinder/2
Hubraum 1995 cm³
Leistung 140 kW (190 PS) bei 4000/min
Drehmoment 400 Nm bei 1750-2500/min
Höchstgeschwindigkeit 227 km/h
0–100 km/h 8,3 s
Tank/Kraftstoff 70 l/Diesel
Getriebe/Antrieb Sechsgang manuell/Hinterrad
Länge/Breite/Höhe 4907/1860/1462 mm
Kofferraumvolumen 560-1670 l
Leergewicht/Zuladung 1800/575 kg
Überblick: Alles zum BMW 5er und VW Golf

Platzverhältnisse: Hier macht der BMW das Rennen

Auch dank seiner guten Variabilität stößt der BMW im Alltag selten an seine Kapazitätsgrenze.

Doch auch in den Punkten Fahrspaß, Effizienz, Komfort, Langstreckentauglichkeit und Variabilität spielt der 5er in der obersten Liga, wo es nur wenige gibt, die ihm das Wasser reichen können. In diesen Disziplinen kann der Golf naturgemäß auch als Neuwagen nicht mithalten. Das Thema Platzverhältnisse brauchen wir nicht näher zu beleuchten, denn die Runde geht klar an den BMW. Unser Modell vom Autohus in Bockel legte in gut drei Jahren etwas über 70.000 Kilometer zurück, für 5er-Firmenwagen eine beinahe noch moderate Jahreslaufleistung. Fast schon ein Schock: Der silberne 520d hat drei Pedale und will von Hand geschaltet werden. Einst die Kernkompetenz der Münchner, bis BMW die famose ZF-Achtstufenautomatik verbaute und nahezu perfekt auf den 5er abstimmte. Im Übrigen auch der Grund, warum der Kombi ein paar Tage länger im Showroom des Autohus verweilen dürfte. Nicht dass das Schaltgetriebe nicht auch hervorragend funktioniert. Bei der Schaltarbeit kommt wie gewohnt Fahrfreude auf. Nur macht es die Automatik eben deutlich besser und dazu komplett eigenständig.

Kosten: BMW 520d Touring
Unterhalt
Testverbrauch 6,3 l D/100 km
CO2 167 g/km
Inspektion 350-600 Euro
Haftpflicht (19)* 582 Euro
Teilkasko (28)* 294 Euro
Vollkasko (27)* 1097 Euro
Kfz-Steuer (Euro 6) 260 Euro
Ersatzteilpreise**
Lichtmaschine 805 Euro
Anlasser 505 Euro
Wasserpumpe 389 Euro
Zahnriemen entfällt, Steuerkette
Hauptschalldämpfer 731 Euro
Kotflügel vorn links, lackiert 969 Euro
Bremsscheiben und -klötze vorn 702 Euro
*Onlinetarif der HUK24-Versicherung: Zulassung in Hamburg, Fahrer nur Versicherungsnehmer und Partner (25 Jahre alt), jährliche Fahrleistung 15.000 km, Schadensfreiheitsklasse 1; **Preise inklusive Arbeitslohn und 19 Prozent Umsatzsteuer

Der BMW bietet viel Qualität für vergleichsweise wenig Geld

Das Thema Unterhalt gewinnt der Golf auch als 2.0 TDI deutlich. Der Volkswagen ist bei den Typklassen niedriger eingestuft, verbraucht einen Tick weniger und langt bei den Ersatzteilpreisen nicht so hin wie der BMW. Doch noch bevor die erste Rechnung der Versicherung im Briefkasten landet, haben die Gebrauchtwagenkäufer in unserem Vergleich durch den geringeren Anschaffungspreis einen dicken Kostenvorteil ergattert. Der wird – angesichts der Qualitäten des 5er – in den kommenden Jahren kaum aufgezehrt. Und selbst wenn außerplanmäßige Werkstattaufenthalte anstehen, zieht der geringere Wertverlust des Ersthand-5ers die Rechnung für BMW wieder glatt. Jetzt überzeugt?

Gebrauchtwagen-Test BMW 5er (F10) vs. Golf VII

BMW 520d Touring, VW Golf 2.0 TDIBMW 520d Touring, VW Golf 2.0 TDIBMW 520d Touring

Stefan Novitski

Fazit

Es muss partout ein kompakter Neuwagen sein? Okay, da ist der Golf einer der besten Vertreter seiner Klasse. Wer sich allerdings bei den äußeren Dimensionen noch nicht so festgelegt hat, stellt fest, dass die vielen Qualitäten des alten 5er den Neuwagenreiz des Golf glatt überschatten. Urteil für den BMW: 4,5 von fünf Punkten!

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