BMW 5er-Reihe

— 27.10.2004

Bitte nicht zu feste bremsen?

BMW 5er-Reihe
Kann es sein, daß ABS und DSC nach einer Vollbremsung versagen? Beim BMW 5er (E39) schon, sagt das Wirtschaftsmagazin "Plusminus".
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Zwei unerklärliche Unfälle bei der Berliner Polizei brachten den Technikfehler ans Licht: Bei einer Vollbremsung waren BMW-Streifenwagen vom Typ E39 Ende 2004 aus unerklärlichen Gründen außer Kontrolle geraten. Zunächst gab man den Fahrern die Schuld, beraumte ein Sicherheitstraining an. Dabei stellte sich aber heraus, daß vermutlich die Steuergeräte an den Unfällen schuld waren. Das ARD Wirtschaftsmagazin "Plusminus" hakte nach und führte in seiner Ausgabe vom 27.10.2004 eigene Bremsversuche mit einem BMW 5er Touring (Typ E39) durch. Die bestätigen offenbar das Phänomen: Bei einer Vollbremsung kommt es zum Ausfall des ABS und des Stabilitätsprogramms DSC – der Wagen gerät ins Schleudern.

Der vermeintlich konstruktive Mangel entpuppt sich bei zweitem Hinsehen aber als gewollter Effekt im Rahmen der Regelungsparameter der Software: Das System erkennt bei einer Bremskraft von mehr als 120 Kilopond eine Implausibilität – eine "normale" Vollbremsung erzeugt nur Impulskräfte von 70 bis 90 Kilopond – und schaltet ABS und DSC ab. "Allerdings erst dann, wenn das Fahrzeug zum Stillstand gekommen ist. Nicht während des Bremsvorgangs", erklärt BMW gegenüber autobild.de. Nach Abziehen des Zündschlüssels und erneutem Starten des Fahrzeuges arbeitet das System dann wieder einwandfrei.

Bei der Berliner Polizei hat BMW trotz des Verdachts "die ABS- und DSC-Ausfälle seien Schutzbehauptungen der Polizisten gewesen, um die Unfälle zu erklären" den Regelbereich der Software erhöht. Im normalen Straßenverkehr ist BMW "kein einziger Fall aus der Praxis" bekannt, in dem ein – gewolltes – Abschalten der Bremselektronik zum Unfall geführt hätte. Deshalb gebe es keinen Grund, den 5er BMW (Typ E39) in die Werkstatt zu bitten.
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