BMW 5er und 3er Touring: Test

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BMW 5er und 3er Touring: Test

— 11.06.2010

Wer bringt uns besser auf Touren?

Bei Kombis von BMW ging Fahrfreude stets vor Transport-Talent. Wie viel davon im neuen 5er Touring steckt, hat AUTO BILD bei einem brüderlichen Zweikampf mit dem 3er ausprobiert.

Kombi? Brrr, klingt das gewöhnlich! Irgendwie nach Klempner-Kutsche oder Pampersbomber. Auf jeden Fall: nicht sexy. Und schon gar nicht "premium". Kein Wunder also, dass BMW seine Transporter lieber Touring tauft. Schließlich reisen im Gepäckabteil statt Farbeimern und Kabeltrommeln eher Golftaschen und edle Schalenkoffer. Fixiernetze und Zurrösen fehlen zwar nicht – Ordnung muss auch in der Oberklasse sein. Ging es um schieren Laderaum, ließen die Bayern aber gerne anderen den Vortritt. Der Mercedes E-Klasse zum Beispiel, die den letzten 5er Touring beim maximalen Kofferraumvolumen um 300 (!) Liter übertrumpfte. Einpacken konnten die meisten Konkurrenten allerdings, wenn es auf die Piste ging. Ausgewogene Gewichtsverteilung, mitteilsame Lenkung, kräftige Motoren: Nicht ohne Grund wirbt BMW schon seit Jahrzehnten mit der "Freude am Fahren".

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Neuerdings macht sogar das Design wieder Spaß. Schon als Limousine zeigt der 5er sich in Bestform. Als Touring ist er fast noch eleganter. Knackpo statt Kastenheck. Schöne Kombis heißen nach dem 18. September 2010 (Markteinführung) nicht mehr nur Avant. Aber der Preis ... Unter 42.600 Euro läuft nichts. Und deshalb wagen wir hier mal die ketzerische Frage, ob es nicht vielleicht genauso gut ein 3er tut. Der kleine Bruder kostet 6850 Euro weniger – ein sattes Sümmchen, das sich einfach sparen ließe. Oder in nette Extras investieren. Davon gibt es nach Art des Hauses eine Menge. Die Aufpreislisten sind bei beiden eine abendfüllende Lektüre. Ganz so groß wie beim 5er, der sich vor allem im Fahrwerksbereich verfeinern lässt, sind die Möglichkeiten beim 3er zwar nicht. Aber schon das karge Basisniveau aufzupeppen, geht ins Geld. Ein billiges Vergnügen ist keiner der beiden Bayernkombis. Eher ein teurer Spaß.

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Druck ohne Ende, sahniger Durchzug aus dem tiefsten Keller: Der 320d ist ein Genuss.

Spaß? Gutes Stichwort! Dass es vor allem der 3er mit dem Thema Freude Ernst meint, wird schon auf den ersten Kilometern deutlich. Seit Erfindung des Turbodiesels muss es für vergnügliche Fortbewegung bei BMW nicht mehr ein Sechszylinder sein. Schon der Zweiliter-Diesel – vierzylindrig – schüttelt die Freude mit dem Füllhorn aus. Druck ohne Ende, sahniger Durchzug aus dem tiefsten Keller. Und das Beste daran: Selbst bleifüßiges Kilometerfressen bleibt frei von schmerzhaftem Expresszuschlag. Auch wenn die vom Werk versprochenen Verbräuche (320d: 4,8 Liter, 520d: 5,2 Liter) nur Pedalstreichler schaffen: Selbst wenn in der Praxis eine Sechs oder Sieben vor dem Komma steht, kann man damit angesichts der fulminanten Fahrleistungen mehr als zufrieden sein. In den 3er schlüpft man wie in einen körper-nah geschnittenen Sportanzug. Die Lenkung geht beim Rangieren etwas schwer, verdrahtet einen aber direkt mit der Straße. Durch Kurven zoomt der Kombi, als zöge jemand einen Magneten unter der Fahrbahndecke her. Gleichzeitig ist er ein ungemein entspannter Langstreckler – spurtreu, leise. Nur geflickte Fahrbahndecken scannt er manchmal ab wie Blindenschrift.

Und der 5er? Kann das meiste (fast) genauso gut, manches sogar besser. Sicher, ein Vierzylinder wirkt hier auf den ersten Blick nicht standesgemäß. Aber da das Dieselknurren nur im Leerlauf ganz gedämpft nach innen dringt, sind beim Thema Laufkultur kaum Kompromisse nötig. Und angesichts von 380 Newtonmetern Drehmoment ist auch die Furcht vor Kräftemangel unbegründet.
Erster Eindruck: alles schön weitläufig hier. Viel luftiger als im 3er, der im direkten Vergleich fast ein wenig unter den Achseln kneift – wie ein zu knapp gekauftes Hemd. Im 5er kommen dagegen fast schon 7er-Gefühle auf, nicht nur, weil das Cockpit ähnlich aussieht wie beim Topmodell. Eine richtige Luxus-Lounge, dieser Kombi. Auch in der zweiten Reihe, übrigens, wo es im Gegensatz zum kleinen Bruder auch groß gewachsene Passagiere niemals an den Knien kneift.

Überblick: News und Tests zum BMW 5er

Keine Frage: Ist der 3er ein Sportkombi, passt der Beiname Touring zum 5er deutlich besser.

Dass Größe auch Nachteile hat, merkt man beim Parken. 4,90 Meter führen in engen Innenstädten oder Parkhäusern früher zu Schweißausbrüchen als die 38 Zentimeter weniger des 3ers. Beim Fahren ist das alles aber wieder vergessen. Da scheint der breite BMW um den Piloten herum zu schrumpfen, sticht für einen Reisedampfer dieser Dimension verblüffend leichtfüßig in Kurven, verkneift sich dabei auch die bisweilen etwas knochige Härte des kleineren Bruders. Keine Frage: Ist der 3er ein Sportkombi, passt der Beiname Touring zum 5er deutlich besser. Wer viel zu transportieren hat, kommt um den 5er sowieso nicht herum. Mit 560 bis 1670 Litern (3er: 460 bis 1385 Liter) hat das Kofferraum-Duell einen eindeutigen Sieger. Die im Verhältnis 40/20/40 dreigeteilte Rückbank (Serie) und die in sieben Stufen um bis zu elf Grad kippbaren Lehnenkissen (Gepäckraumpaket, 380 Euro) bringen zusätzlichen Nutzen. Und damit neben der Freude am Fahren auch die Freude am Laden nicht zu kurz kommt, surrt das Kofferraumrollo beim Öffnen von Heckklappe oder Heckscheibe automatisch nach hinten. Beim preiswerteren 3er ist da noch Handarbeit gefragt.

Die AUTO BILD-WAHL

1. BMW 520d Touring (4,5 Sterne)
Luxus-Laster oder Freudenspender? Der 5er Touring beherrscht beide Rollen. Als Basisdiesel schluckt er weniger als manche Kompaktwagen; Wermutstropfen bleibt allein der hohe Preis.
 
2. BMW 320d Touring (4 Sterne)
Der 3er ist der lupenreinere BMW. Gieriger und nochmals fahraktiver. Mit seinem knappen Zuschnitt spricht er jedoch eher Kunden an, die einen Kombi wollen, aber keinen brauchen.

Technische Daten BMW 320d Touring: Vierzylinder, vorn längs, Turbo • 4 Ventile pro Zylinder • 1995 cm3• 135 kW (184 PS) bei 4000/min • max. Drehmoment 380 Nm bei 1900 bis 2750/min • Hinterradantrieb • 6-Gang-Schaltgetriebe • L/B/H 4527/1817/ 1418 mm • Kofferraum 460 bis 1385 Liter • Zuladung 540 kg • Anhängelast 1600 kg • 0-100 km/h in 7,7 s • Spitze 233 km/h • EU-Mix 4,8 l Diesel/100 km • CO2 128 g/km • Preis: ab 35.750 Euro

Technische Daten BMW 520d Touring: Vierzylinder, vorn längs, Turbo • 4 Ventile pro Zylinder • 1995 cm3• 135 kW (184 PS) bei 4000/min • max. Drehmoment 380 Nm bei 1750 bis 2750/min • Hinterradantrieb • 6-Gang-Schaltgetriebe • L/B/H 4907/1860/ 1462 mm • Kofferraum 560 bis 1670 Liter • Zuladung 650 kg • Anhängelast 2000 kg • 0-100 km/h in 8,3 s • Spitze 222 km/h • EU-Mix 5,2 l Diesel/100 km • CO2 137 g/km • Preis: ab 42.600 Euro

Weitere Details zum Touring-Zweikampf finden Sie oben in der Bildergalerie!

Das BMW 5er-Dossier enthält viele Versionen, Ausstattungen, Motoren und alle Erfahrungen und Testergebnisse, die wir mit der Münchener mittleren Oberklasse in den vergangenen Jahren gesammelt haben. Jetzt als PDF downloaden.


Das BMW 3er-Dossier enthält viele Versionen, Ausstattungen, Motoren und alle Erfahrungen und Testergebnisse, die wir mit der Münchener Mittelklasse in den vergangenen Jahren gesammelt haben. Jetzt als PDF downloaden.


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Autor: Martin G. Puthz

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