BMW 6er Cabrio: Fahrbericht — 21.01.2011

So fährt das neue 6er Cabrio

Die zweite Generation des BMW 6er Cabrios steht in den Startlöchern. Unter der Haube verrichten jetzt Turbomotoren ihren Dienst, die Karosserie wächst um sieben Zentimeter. Aber ist er auch besser? Das klärt ein erster Fahrbericht.

Sieben Jahre 6er Cabrio. Das macht weltweit rund 50.000 dieser offenen Luxus-Sportler vor allem aber uns ziemlich neugierig auf den Nachfolger. Nach dem Debüt in Detroit steht die zweite Auflage des BMW 6er Cabrios im März bei den Händlern: größer und attraktiver als bisher, aber auch besser? Wir haben es ausprobiert. Länge, Breite, Radstand – überall spendieren die Münchner ein paar Zentimeter mehr. So streckt sich der 6er jetzt auf 4,89 (bisher 4,82) Meter, ohne dass sich die Proportionen merklich ändern. Allerdings wirkt die gestraffte Karosserie eleganter und sportlicher, kommt der 2+2-Sitzer nicht mehr so barock rüber wie bisher. Das freut das Auge, ändert gefühlt aber nichts am Platzangebot. Bei unverändertem Kofferraum (300-350 l) müssen Fondgäste immer noch ziemlich klein oder verdammt leidensfähig sein. Wenn überhaupt scheint es vorn mehr Raum zu geben, doch da war es auch im alten Modell nicht wirklich eng.

Überblick: Alle News und Tests zum BMW 6er

Länge läuft: Der offene 6er wächst um 7 Zentimeter. Die gestraffte Karosserie wirkt jetzt deutlich eleganter.

Länge läuft: Der offene 6er wächst um 7 Zentimeter. Die gestraffte Karosserie wirkt jetzt deutlich eleganter.

Nach der Sitzprobe wollen wir fahren. Also Motor an und Dach auf. Das gewohnt solide Stoffverdeck, das wie gehabt in schicken seitlichen Finnen ausläuft, genehmigt sich 19 Sekunden bis zum Sonnenbad (umgekehrt 24 Sekunden), funktioniert bis 40 km/h auch während der Fahrt und sogar per Fernbedienung (nur bei schlüssellosem Komfortzugang für 950 Euro). Die kleine Glasheckscheibe lässt sich übrigens separat öffnen, so dass sich auch bei geschlossenem Verdeck ordentlich Wind machen lässt. Dabei helfen auch die beiden putzmunteren Motoren. Wir konnten den 650i fahren, in dem ein 4,4-Liter-V8 für Sturm und Klang zuständig ist.

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Größer, stärker, edler: Vorstellung BMW 6er Cabrio F12

Unbeeindruckt von den zwei Tonnen Leergewicht fegt der 6er dezent grollend über den Asphalt und verbreitet gute Laune.

Unbeeindruckt von den zwei Tonnen Leergewicht fegt der 6er dezent grollend über den Asphalt und verbreitet gute Laune.

Geschmeidige 407 PS gelangen über eine tadellose Achtstufenautomatik an die Hinterräder. Dort entfesseln sie eine wilde PS-Party. Unbeeindruckt von etwa zwei Tonnen Leergewicht fegt der Sechser sehr dezent grollend durchs Land und verbreitet gute Laune. Außer vielleicht beim Tanken: 10,7 Liter Mixverbrauch lassen nur die Mineralölkonzerne jubeln. Wer lieber selbst jubelt, sollte über den 640i nachdenken. Hier sorgt ein Dreiliter-Reihensechszylinder mit 320 PS für turbulentes Frischluft-Vergnügen und erträgliche Verbräuche (7,9 l/100 km im EU-Mix). Anders als sein großer Bruder hat der 640i nämlich Start-Stopp an Bord.

Komfort und Kurvenkunst beherrscht das 6er Cabrio in den meisten Fällen souverän. Straff genug, um auch anspruchsvolle Serpentinen-Strecken angstfrei und mit Lustgewinn zu meistern, muss doch niemand um seine Bandscheiben fürchten. Schon gar nicht, wenn wie in unseren Testwagen Adaptive Drive (3970 Euro) mitfährt. Die dynamische Dämpferverstellung mit Wankausgleich erspart den Insassen jedenfalls unangenehme Karosserieneigungen oder derbe Fahrwerksstöße. Einzig auf fiesen Waschbrettpisten beschleicht das 6er Cabrio ein unfeines Zittern, das sich bis in die Lenkung fortsetzt. Ein echter Schnitzer. Noch schlimmer treffen uns Normalverdiener allerdings die Preise. Das 640i Cabrio kostet 83.300 Euro, für den offenen 650i müssen 94.300 Euro angelegt werden. Da tröstet allenfalls, dass ein Jaguar XK Cabrio oder der Mercedes SL noch ein paar Tausender mehr kosten.

Technische Daten BMW 650i Cabrio V8-TwinPower-Turbo, vorn längs • vier Ventile pro Zylinder • Hubraum 4395 cm³ • Leistung 300 kW (407 PS) bei 5500/min • max. Drehmoment 600 Nm bei 1750/ min • Hinterradantrieb • Achtstufenautomatik • 0–100 km/h 5,0 s • Spitze 250 km • EU-Mix 10,7 l Super/100 km • CO2 249 g/km • Preis 94.300 Euro.

Carsten Paulun

Fazit

Der 6er bleibt ein Luxuscabrio mit Sportlerherz. Der V8 geht famos, das Ambiente begeistert, die Optik hat eindeutig gewonnen – die Kunden werden ihn lieben. Auch wenn der 6er auf schlechten Straßen das Zittern bekommt.

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Kommentare zum Artikel (60)

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Uwe
04.02.2011, 18:42Uhr

"Anders als sein großer Bruder hat der 640i nämlich Start-Stopp an Bord." Der günstigere BMW verfügt also über die bessere Technik. Muss man gottseidank nicht verstehen.

Kai
26.01.2011, 20:50Uhr

Kann es sein, dass hinter dem Pseudonym "Isetta" Bangle selbst steckt? Wie der dessen "Design" verteidigt ist ja echt irre, aber lobenswert! Seit wann hat ein Designer eigentlich ein Mitspracherecht, wenn es um Technik geht (Frontantrieb)? Ich bleibe jedoch dabei! Für mich ist alles, was Bangle jemals einem als Auto verkaufen wollte einfach nur potthässlich und äusserst krostek! Und ich spreche hier nicht von Leuchtdioden! Sondern von riesigen Heckdeckeln, Sicken, Kanten, Falzen und Fugen! Gruselig!

Uhu
25.01.2011, 18:41Uhr

Ich bin einfach mit der Gesamtsituation unzufrieden. Außerdem ist mein Fahrrad schon wieder kaputt. Klingt komisch, ist aber so!

RickX
25.01.2011, 16:14Uhr

Daimler schaut bei BMW ab (E-Klasse), BMW schaut bei Daimler ab: Der 6er Cabrio sieht dem SLK mal ziemlich ähnlich. Aber auch nicht zuletzt deswegen ist es ein schönes Auto :-)

erbu
25.01.2011, 07:08Uhr

innen endlich wieder chick und hochwertig, außen naja, sieht etwas nach seitenschaden aus und die billig wirkende plasitknase mit dem häßlichen spalt zwischen motorhaube u grill will einfach bei einem fahrzeug dieser preisklasse nicht passen.......warum zieht man die haube nicht runter mit integriertem grill, wie beim X5. dafür ist das heck chick geworden.

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