Der neue BMW 7er

BMW 7er

— 06.09.2010

Der neue 7er

AUTO BILD-Archiv-Artikel 35/1986: BMW ist wieder auf der Überholspur. Auf leisen Sohlen zwar und in geduckter Haltung, aber das Ziel ist klar: Mit dem neuen 7er will BMW endlich an der Merce­des-S-Klasse vorbeiziehen.

AUTO BILD fuhr bereits das neue Luxus-Modell der Bayern, den BMW 735i Kat. Worte werden an Taten gemessen. BMW-Entwicklungschef Dr. Wolfgang Reitzle zeigt sich im Umgang mit Worten nicht zimperlich, wenn es um die neue Generation der BMW-Flaggschiffe geht. "Ich bin ganz sicher, Sie finden kein an­deres Fahrzeug, dass in kritischen Fahrsi­tuationen so mühelos zu beherrschen ist", verspricht er in punkto Fahrwerk. Noch eine Kostprobe: "...Das Auto ist leiser als alle anderen Limousinen, die Sie ken­nen." Mit anderen Worten: BMW baut endlich die beste Limousine der Welt – ohne Stern auf der Kühlerhaube. Dabei waren die alten, seit 1977 gebau­ten BMW 7er keineswegs glücklos. Und schlecht schon gar nicht. Aber halt nicht so gut wie die schwäbische Konkurrenz.

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AUTO BILD unterzog den BMW 735i Kat (7er ohne Kat gibt's künftig nur noch auf Sonderwunsch) die ersten Testfahrten. So­viel vorweg: Mercedes wird sich anstren­gen müssen, wenn die neuen großen BMW im Oktober 1986 zu den Händlern kom­men. Die Entscheidung der Käufer wird nicht mehr so einfach für die Stuttgarter ausfallen. Wir treten also ein in diese noble neue Welt. Der erste Eindruck: BMW scheint vor allem nach dem Grundsatz gehandelt zu haben: "Vertrautes einfach besser machen." Die Elektronik-freundlichen Münchner Techniker ließen sich nicht zu übermäßigen Experimenten mit Digital-Anzeigen hinreißen. Klar gezeichnete Rundinstrumente beherrschen den Fah­rerplatz. Ein Display übermittelt mit gan­zen Worten eventuelle Störungen.

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Und wie eh und je neigt sich die Mittelkonsole sanft zum Piloten. Da passt einfach wieder alles im Bereich des griffigen, mit Leder überzogenen Vier-Speichen-Lenkrads, das sich in typischer BMW-Manier Rich­tung Fahrer herausziehen lässt. Das Holz-Paneel, das offenbar zur Innenraum-Aufwertung gedacht ist, wirkt freilich etwas billig. Sensible 7er-erfahrene Po­pos registrieren schließlich noch ein neues Sitzgefühl: Man ist straff und dennoch komfortabel gebettet. Vor allem werden jetzt durch besseren Seitenhalt Oberschenkel und Hüften auch bei schneller Kurvenfahrt nicht über den Sitzrand hinausgedrückt. Davon kann sich Daimler-Benz getrost eine Scheibe abschneiden und zusätzlich noch einen Blick ins Fond-Abteil der neuen 7er wagen.

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