Sicherheitslücke bei BMW Connected Drive

BMW: ADAC entdeckt Sicherheitslücke

— 30.01.2015

ConnectedDrive als Einbruchhilfe

Der ADAC hat per Zufall eine Sicherheitslücke beim ConnectedDrive-System von BMW aufgedeckt. Sie machte einen Einbruch über ein App relativ einfach. Inzwischen ist die Lücke wieder geschlossen.

Einbruch per Laptop: Ein IT-Experte des ADAC öffnet den BMW mit ConnectedDrive Technologie

(dpa/cj) Technisch versierte Autodiebe hätten bis vor wenigen Tagen unter Umständen bei weltweit 2,2 Millionen Fahrzeugen des BMW-Konzerns via Mobilfunk die Türen öffnen können. Die Funktionen zum Entriegeln oder zum Steuern der Heizung seien bei Autos mit dem sogenannten ConnectedDrive-System über Jahre unzureichend gegen Hackerangriffe geschützt gewesen, teilte der ADAC am Freitag (30. Januar 2015) mit. Der Autoclub hatte die Sicherheitslücke zufällig bei Tests entdeckt. Betroffen waren Autos, die seit März 2010 und bis zum 8. Dezember 2014 mit dem Vernetzungs-System ausgeliefert wurden – insgesamt also mehr als 50 Baureihen der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce.

Sicherheitslücke bei BMW Connected Drive

Der ADAC hatte den bayerischen Autobauer vor der Veröffentlichung bereits im Juli 2014 über seine Entdeckung informiert. Wie BMW jetzt mitteilte, habe man die Lücke "schnell und sicher in allen Fahrzeugen" schließen können, "bevor überhaupt von außen aktiv Daten von Unbefugten abgerufen werden konnten oder auch nur ein Versuch dieser Art gestartet wurde". Eine Fahrt in die Werkstatt sei dafür unnötig, betonte BMW. Die Anpassungen sollen bis 31. Januar 2015 automatisch online erfolgt sein, ohne dass die Kunden etwas tun mussten. Laut ADAC können die BMW-Halter aber nicht selbst erkennen, ob ihre Fahrzeuge bereits bearbeitet wurden. Wer hierzu Gewissheit haben will (etwa weil das Auto über einen längeren Zeitraum keinen Mobilfunkempfang hatte, z. B. in einer Tiefgarage oder wegen abgeklemmter Batterie), sollte sich an die BMW-Hotline (089/ 125 01 60 10) wenden.

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ConnectedDrive vernetzt Fahrzeuge mit BMW über ein eingebautes Mobilfunkmodul. Das ermöglicht neben Internetfunktionen die Übertragung von Servicedaten sowie die Bedienung von Funktionen wie Heizung, Türverriegelung oder Klimaanlage via Smartphone-App. Genau diese Funktionen waren betroffen, denn anders als etwa der Internetzugang war dieses System weniger geschützt. Diese Verschlüsselung habe BMW inzwischen angepasst. Nun übertragen auch diese Systeme die Daten über eine geschützte https-Verbindung, wie etwa beim Online-Banking.

Smartwatches und Apps: Das Auto am Handgelenk

Der Autoclub hatte das Schlupfloch zufällig gefunden. "Wir haben gar nicht nach Sicherheitslücken gesucht. Wir wollten vor allem wissen, was für Daten solche Autos übertragen", sagte ADAC-Technikexperte Arnulf Thiemel. "Um das herauszufinden, hat unser Mobilfunkexperte das Steuergerät des Fahrzeugs angeschaut. Dort haben wir die Lücke gefunden." Mit der nötigen Ausrüstung sei das Fahrzeug dann in wenigen Minuten geöffnet worden. "Der technische Aufwand, um das Auto mit diesem Wissen zu öffnen, ist überschaubar. Es ist Hardware im Wert von unter 1000 Euro nötig und eine frei verfügbare Software", sagte Thiemel. Allerdings: Für einen Autodieb dürfte das Verfahren erheblich mehr Aufwand bedeuten, als das Fahrzeug mechanisch zu öffnen.

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