BMW Alpina B3 S Biturbo (2017): Test

BMW Alpina B3 S Biturbo (2017): Test

— 07.07.2017

Alpina B3 S: alle Infos

Den Alpina B3 S Biturbo gibt es als Limousine oder Touring, mit Hinterrad- oder Allradantrieb. 440 PS und 660 Nm sind immer an Bord. AUTO BILD hat alle Infos!

Vorstellung: B3 S Biturbo als Limousine oder Touring
Interieur: Edel, aber in die Jahre gekommen
Fahren: Kraftvoller Motor und neutrales Fahrverhalten
Ausstattung: Akrapovic-Auspuff serienmäßig beim B3 S
Connectivity: Connected Drive-Navi kostet Aufpreis
Motor: Alpina baut den N55 auf Biturbo um
Technische Daten und Preis: Technische Daten und Preis

Vorstellung: B3 S Biturbo als Limousine oder Touring

Den BMW Alpina B3 S gibt es auch als Touring, den BMW M3 dagegen nicht.

BMW Alpina hat es eilig! Gerade erst hat BMW dem 3er der Baureihe F30/F31 ein Facelift verpasst, schon zieht Alpina mit dem B3 S Biturbo nach. Dabei belässt es der Kleinserienhersteller nicht bei einer optischen Überarbeitung, sondern holt auch mehr Leistung aus dem Dreiliter-Sechszylinder. Statt bisher 410 PS und 600 Nm leistet der B3 S nun 440 PS und 660 Nm maximales Drehmoment. Damit ist der BMW Alpina deutlich über dem stärksten 3er ohne M, dem 340i mit 326 PS, angesiedelt. Mit 440 PS und 660 Nm spielt der B3 S leistungstechnisch in der Liga vom M3 mit Competition Paket (450 PS und 550 Nm). Der B3 S wird zudem auch mit Allrad und auch als Touring angeboten, den M3 gibt es nur als Limousine mit Hinterradantrieb. Doch nicht nur die Modellauswahl unterscheidet B3 S und M3. Während die M GmbH ihre Autos in erster Linie für die Rennstrecke entwickelt, soll der Alpina hauptsächlich auf der Straße überzeugen. Die Optimierung auf der Nordschleife folgt bei Alpina eben erst ganz zum Schluss und nicht gleich zu Beginn. Auch optisch bleibt der B3 S sehr dezent. Frontspoiler mit Alpina-Schriftzug, die klassischen 20-Zoll-Vielspeichenfelgen und ein Vierrohrauspuff am Heck – fertig ist der gewohnt klassische Alpina-Look. Die typischen Dekorstreifen in Gold oder Silber können auf Kundenwunsch auch weggelassen werden. Der neue B3 S ist ab sofort bestellbar. Die Preise starten bei 72.900 Euro für die Limousine und 74.700 Euro für den Touring. Zum Vergleich: die M3 Limousine kostet mit Doppelkupplungsgetriebe mindestens 81.400 Euro, ein BMW 340i mit Sport-Automatik immerhin 54.090 Euro. Für Vielfahrer hat BMW Alpina übrigens auch noch den D3 Biturbo mit 350 PS Sechszylinder-Diesel ab 58.600 Euro im Angebot.

Alpina B5 Biturbo (2017): Vorstellung

 

Interieur: Edel, aber in die Jahre gekommen

Der Innenraum des Alpina B3 S ist Alpina-typisch gut ausgestattet und hochwertig verarbeitet. Eine gute Sitzposition ist dank vielfältiger Einstellmöglichkeiten von Sitz und Lenkrad schnell gefunden. Allerdings merkt man dem Innenraum der F30/31-Baureihe des Alter von über fünf Jahren langsam an. Im Vergleich zum brandneuen 5er G30 wirkt die Anmutung und Ausstattung in die Jahre gekommen.

Das Cockpit ist aufgeräumt und sehr gut verarbeitet. Der klobige Pralltopf des Lenkrads stört die Optik.

Speziell das Lenkrad mit dem klobigen Pralltopf, das vom normalen 3er ohne M Sportpaket stammt, wirkt nicht besonders modern. Drehzahlmesser und Tacho bis 330 km/h sind klassisch blau hinterlegt und haben rote Zeiger. Sehr schön: Die Instrumente sind voll analog und werden lediglich durch ein kleines Digital-Display ergänzt. Außerdem setzt Alpina einen Zusatzbildschirm ins Cockpit, der über wichtige Fahrzeuginfos wie Öltemperatur oder Ladedruck informiert. Dafür kann man schon mal eine Lüftungsdüse einsparen, immerhin sind ja noch drei übrig. Ansonsten ergänzt Alpina das Cockpit mit unauffälligen Logos an Armaturenbrett und Sitzen sowie mit einer Plakette unterhalb der Klimaautomatik. Was die Innenraumfarbe angeht, haben die Kunden freie Auswahl zwischen allen original BMW-Farben inklusive Individual-Ausstattungen. Wem das nicht reicht, den versorgt die hauseigene Alpina-Sattlerei mit jeglichen Sonderwünschen.

Fahren: Kraftvoller Motor und neutrales Fahrverhalten

Alpina bestückt den B3 S mit dem 440 PS starken Dreiliter-Sechszylindee (660 Nm). Der Motor basiert auf dem N55-Monoturbo von BMW und wird bei Alpina aufwendig auf Biturbo umgebaut. Das Ergebnis im optisch dezenten ist B3 S beeindruckend. Mal ehrlich: 660 Nm in einem BMW 3er sind schon eine Ansage und wir sprechen hier nicht von einem Diesel, dem bei 4000 U/min die Luft ausgeht. Der B3 S dreht munter bis über 6000 Touren und schiebt mächtig an. Noch mal zur Erinnerung: ein M3 mit Competition Paket hat ein maximales Drehmoment von 550 Nm und somit über 100 Nm weniger als der B3 S. Im Sport-Modus ist die Alpina-Limousine auf der Rennstrecke neutral bis leicht untersteuernd ausgelegt. Dafür gewöhnt man sich sehr schnell an das Auto, was auch daran liegt, dass der B3 S die Leistung sogar mit Hinterradantrieb sehr gut auf die Straße bringt. Im Normalfall gehen die 660 Nm nicht in Rauch auf, sondern werden in Vortrieb verwandelt. Wer es drauf anlegt, der kann mit dem B3 S aber locker querfahren – Hinterradantrieb und ordentlich Leistung machen's möglich.

Sogar der Alpina B3 S Touring schlägt sich auf dem Bilster Berg mehr als wacker.

Das speziell bei Alpina entwickelte Fahrwerk hat ein Grad mehr Sturz als das Serienfahrwerk. Es hält den B3 S sicher auf Kurs und findet einen guten Kompromiss zwischen Komfort und Härte. Die Achtgang-Automatik wurde ebenfalls noch mal überarbeitet und schaltet zügig und meist zuverlässig. Bei höheren Drehzahlen agiert der Wandler selbst im Sportmodus manchmal etwas voreilig, sodass es schon mal vorkommen kann, dass die Automatik direkt vor der Kurve hochschaltet. Anders als beim großen Bruder B5 ergibt der manuelle Modus beim B3 S auf der Rennstrecke also Sinn. Natürlich fährt ein BMW M3 auch ohne Competition Paket auf der Rennstrecke deutlich sportlicher als der B3 S. Dafür, dass der B3 S eigentlich gar nicht für die Rennstrecke ausgelegt ist, schlagen sich Limousine und sogar der im Test mit xDrive ausgestattete B3 S Touring mehr als beachtlich. Da der Alpina sehr neutral ausgelegt ist, ist der Allradantrieb beim B3 S aus fahrdynamischer Sicht nicht unbedingt notwendig. Die minimalen Beschleunigungsvorteile sind bei trockener Fahrbahn nicht spürbar.

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Ausstattung: Akrapovic-Auspuff serienmäßig beim B3 S

Serienmäßig stattet Alpina den B3 S mit einem Edelstahl-Akrapovic-Auspuff aus. Auf den Doppelendrohren befinden sich jeweils beide Schriftzüge: Alpina außen und Akrapovic innen. Die Achtgang-Automatik mit Switch-Tronic gehört ebenso zur Serienausstattung wie LED-Scheinwerfer und die klassischen 20-Zoll-Vielspeichenfelgen-Räder mit innenliegendem Ventil. Das Navigationssystem "Connected Drive" kostet auch beim BMW Alpina 3100 Euro Aufpreis. In der Optionsliste finden sich weitere direkt bei BMW erhältliche Extras, daruter die Apple CarPlay-Vorbereitung für 300 Euro. Exklusiv für den Alpina gibt es das Zusatzinstrument für 890 Euro und ein Hinterachsgetriebe mit Differenzialsperre für 2590 Euro.

Connectivity: Connected Drive-Navi kostet Aufpreis

Trotz des vorangeschrittenen Alters ist die 3er-Baureihe beim Thema Connectivity spätestens seit dem Facelift voll auf der Höhe. Von der Aktualisierung profitiert natürlich auch der Alpina B3 S Biturbo. Für 3100 Euro Aufpreis gibt es das Connected Drive-Navi mit Echtzeit-Verkehr. Ein Wlan-Hotspot, TV-Funktion und der Concierge Service sind für den B3 S genauso erhältlich wie das Entertainment-Package. Das Unterhaltungspaket (1600 Euro) umfasst Apple CarPlay, DAB-Tuner, Online-Entertainment und das Harman-Kardon-Soundsystem. Dazu hat der B3 S gleich mehrere Assistenten an Bord. Darunter: aktiver Tempomat mit "Stop&Go", Spurassistent mit Auffahrwarnung und ein Parkassistent.

Motor: Alpina baut den N55-Motor auf Biturbo um

Den Dreiliter-Sechszylinder baut Alpina aufwendig von Mono- auf Biturbo um. Basis ist der intern N55 genannte Motor.

Auf Basis des intern N55 genannten Sechszylinders hat Alpina den Motor von Monoturbo auf Biturbo umgebaut. Beim B3 S liegt der Hauptfokus der Weiterentwicklung auf der Mehrleistung und der entsprechend notwendigen Kühlung. Die komplett neuen Abgasturbolader haben einen maximalen Ladedruck von 1,4 bar. Das Resultat sind 440 PS und 660 Nm maximales Drehmoment. Im Vergleich zum Vorgänger steigt die Leistung um 30 PS und 60 Nm. Die Mehrleistung erfordert auch eine optimierte Kühlung. Dazu hat Alpina den ausgelagerten Wasserkühler und den Ölkühler vergrößert. Das Resultat sind Sprintwerte in den niedrigen Viersekunden-Regionen und bis zu 306 km/h Höchstgeschwindigkeit. Von 0 auf 200 km/h soll der neue B3 S eine glatte Sekunde schneller sein als der 410 PS starke Vorgänger.

BMW Alpina B3 S Biturbo (2017): Test

Technische Daten und Preis: Mehr Drehmoment als ein BMW M3

BMW Alpina B3 S Biturbo Limousine • Motor: Sechszylinder-Benziner • Hubraum: 2979 ccm • Leistung: 324 kW (440 PS) bei 5500 bis 6250 U/min • max. Drehmoment: 660 Nm ab 3000 bis 4500 U/min • Beschleunigung: 0-100 km/h in 4,3 s (4,0 s mit xDrive) • Vmax: 306 km/h (301 km/h mit xDrive) • Gewicht: 1705 kg (1780 kg mit xDrive) • Verbrauch: 7,9 l/100 km (8,3 l/100 km mit xDrive) • Preis: ab 72.900 Euro (ab 75.800 Euro mit xDrive).

BMW Alpina B3 S Biturbo Touring • Motor: Sechszylinder-Benziner • Hubraum: 2979 ccm • Leistung: 324 kW (440 PS) bei 5500 bis 6250 U/min • max. Drehmoment: 660 Nm ab 3000 bis 4500 U/min • Beschleunigung: 0-100 km/h in 4,3 s (4,1 s mit xDrive) • Vmax: 303 km/h (298 km/h mit xDrive) • Gewicht: 1780 kg (1845 kg mit xDrive) • Verbrauch: 8,1 l/100 km (8,4 l/100 km mit xDrive) • Preis: ab 74.700 Euro (ab 77.600 Euro mit xDrive).
Autor:

Jan Götze

Fazit

Der Alpina B3 S ist ein sehr ausgewogenes Auto mit richtig Power. Sogar auf der Rennstrecke schlagen sich Limousine und Touring mehr als gut, obwohl ihr Zuhause die Autobahn ist. Vor der Frage B3 oder M3 stehen wohl die wenigstens Kunden ernsthaft. Ich würde für den normalen Gebrauch einen M3 nehmen. Für Vielfahrer ist der komfortable Alpina die erste Wahl!

Stichworte:

Allradantrieb Alpina

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