BMW Alpina D3 Biturbo

BMW Alpina D3 Biturbo BMW Alpina D3 Biturbo

BMW Alpina D3 Biturbo

— 04.04.2008

Alpinas Spar-Sport-Diesel

So einen Diesel gibt es nicht von BMW: vier Zylinder, 214 PS und nur 5,4 Liter Verbrauch. Er zieht Kraft aus dem Keller wie ein ganz Großer. Der 3er von Alpina ist tatsächlich etwas ganz Besonderes.

"Dass sich der D3 so gut verkauft, hätte ich nie gedacht", verrät Alpina-Chef Andreas Bovensiepen. 850 Exemplare in zwei Jahren machten den Einstiegs- zum Erfolgs-Alpina. Nun legt der automobile Spezialitätenhandel aus dem Allgäu noch einen drauf und präsentiert den D3 Biturbo. Statt eines Turboladers machen dem Vierzylinder nun gleich zwei Abgasturbinen Druck. Das gibt es bislang nur im 123d, von dem der D3 die Antriebstechnik übernimmt. Nach dem Start klingt er eine Nuance rauer als der Serien-Diesel. Der Endschalldämpfer fehlt – für Bovensiepen kein Manko, sondern "Sound-Engineering". Mehr Hirnschmalz steckt in der Motorabstimmung. Das Common-Rail-System drückt den Sprit mit 2000 Bar in die Brennkammern. Statt 204 PS wie im 123d leistet der verfeinerte 320d 214 PS. Gleich nach dem Einkuppeln ist der D3 hellwach und drängt kraftvoll voran.

Souveräne Straßenlage und guter Komfort

Trotz großer 18-Zöller bietet der D3 erstaunlich guten Komfort.

Der Fahrspaß durch Drehmoment wird im Alpina besonders intensiv umgesetzt. Schon bei 1500 Umdrehungen liegen satte 400 Newtonmeter an, 500 Touren später sind es sogar 450 – ein völlig neues Durchzugs-Hochgefühl. In 6,9 Sekunden soll der D3 auf Tempo 100 sprinten. Wichtiger aber ist, wie souverän der D3 seine Kraft auf den Boden bringt: extrem entschlossen und sehr gleichmäßig. Der Übergang vom kleinen auf den großen Lader bei 3000 Touren bleibt dem Fahrer verborgen. Der Doppelturbo arbeitet so elegant, dass sich der D3 fast wie ein V8-Benziner fährt. Nur der versprochene Verbrauch von 5,4 Litern klingt etwas zu optimistisch. Selbst wenn der wahre Wert in der Praxis bei sieben Litern liegen sollte, arbeitet der Motor sehr sparsam.

Zumal alle Efficient-Dynamics-Maßnahmen wie das Start-Stopp-System erhalten bleiben. Trotz der straffen Abstimmung mit Tieferlegung, härteren Federn und dickeren Stabis gelingt Alpina der Spagat zwischen Diesel-Sportwagen und komfortablem Reisecoupé.

In Kurven liegt der D3 satt und reagiert präzise auf jede Lenkbewegung. Selbst auf schlechten Straßen bietet er eine sehr akzeptable Federung – weil Alpina auf die Runflat-Bereifung verzichtet. Zusätzlich wurde das elektronische Gaspedal etwas weniger empfindlich programmiert. Das Coupé kostet ab 40.600 Euro (Switchtronic plus 2350 Euro). Limousine und Touring folgen im Herbst. Fazit: Alpina zeigt mal wieder, dass es noch Lücken im BMW-Programm gibt – und es lohnt sich, sie zu füllen. Der doppelt aufgeladene Vierzylinder-Diesel ist ein Spaßauto, das den Dreiliter-Sechser nicht vermissen lässt. Dafür schont es den Geldbeutel erheblich mehr – vor allem an der Tankstelle.
BMW Alpina D3 Biturbo
Motor/Hubraum Vierzylinder, Bi-Turbo/1995 cm³
Leistung 157 kW (214 PS)
Drehmoment bei U/min 450 Nm/2000
0–100 km/h 6,9 s
Höchstgeschwindigkeit 244 km/h
EU-Verbrauch (l/100 km) – CO2 5,4 l D – 143 g/km
Bereifung v/h 245/40-265/40 ZR 18
Leergewicht/Zuladung 1480/480 kg
PREIS ab 40.600 Euro
PLUS: kräftiger Motor, sehr gleichmäßige Kraftentfaltung, sparsam, fairer Preis
MINUS: der Vierzylinder läuft rauer als der Reihensechser
NOTE: 1-
Konkurrenten: Audi A5 2.7 TDI, 190 PS, ab 41.250 € und MB CLK 320 CDI, 224 PS, ab 45.071 €

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