BMW, Bentley, Mercedes, Range Rover: Vergleich

— 30.04.2013

Was ist heute eigentlich Luxus?

Zwei Edel-SUVs, ein Coupé und ein Kombi im Luxus-Vergleich: Wer hat am meisten Prestige – und welcher fährt wirklich königlich?

"Man umgebe mich mit Luxus, auf das Notwendige kann ich verzichten", schrieb Oscar Wilde. Der irische Schriftsteller, der lange in London lebte, war bekennender Snob. Würde er heute leben, stünde vor seinem Haus garantiert ein Luxusauto. Aber bitte keine Limousine à la S-Klasse oder Rolls-Royce. Viel zu normal. Ein abartig teures Coupé, ein SUV, sportlich oder edel, ein Shooting Brake – ja, das wäre etwas nach seinem Geschmack. Wir haben vier Typen gefunden, die Oscar Wilde geschmeckt hätten, und sie zu einem snobistischen Vergleich nach Hamburg geladen. Zwei kommen aus Wildes Wahlheimat: der neue Range Rover, die herrschaftliche Interpretation des Geländewagens. Und der Bentley Continental GT, ein Monument in Gestalt eines Coupés.

Überblick: Alle News und Tests zum Mercedes CLS Shooting Brake

Imposanter CLS: geduckt, mit schrägem Heck, winzigen Fenstern, Bügelfalten und Pausbacken.

Verglichen mit diesen Tempeln des Luxus, wirken die beiden deutschen Vertreter bescheiden, aber nicht volkstümlich. Der BMW X5 M50d fährt mit 381 PS vor und der Mercedes CLS 500 Shooting Brake mit einer barocken Form, die in ihrer Üppigkeit an feiste Botticelli-Engelchen erinnert. Design und Stil: Und damit fällt er richtig auf. Flach, geduckt, mit schrägem Heck, winzigen Fenstern, Bügelfalten und Pausbacken wirkt er imposant. Mutig, Mercedes. Solche Theatralik ist dem BMW fremd. Sachlich, glasklar gezeichnet, wirkt er in diesem Vergleichsfeld eher technokratisch. Neben dem Range etwa, für den der Begriff majestätisch noch eine Untertreibung wäre: Steil aufragende Flanken, glatte Flächen, feine Details und Reminiszenzen an den ersten Range von 1970. Der Bentley blickt auf eine stolze Ahnenreihe zurück. Er ist eine gewaltige Skulptur, wie aus Granit gemeißelt. Man muss vermutlich mal ein Weltreich erobert haben, um ein solches Monument zu entwerfen.

Überblick: Alle News und Tests zum Bentley Continental GT

Nichts für den Familienurlaub: Der Kofferraum des Bentley Continental fasst gerade mal 358 Liter.

Raum und Funktion: Viel Platz, so kann man sich angesichts der gewaltigen Dimensionen täuschen, gibt es an Bord des Bentley nicht. Schon gar nicht im gemütlichen Fond. Ein Gepäckabteil ist zwar vorhanden und öffnet sogar elektrisch, aber größenmäßig scheint es doch eher in der kompakten Golf-Region angesiedelt: 358 Liter. Ganz anders der Range, der nicht nur über Raum in Hülle und Fülle gebietet, sondern traditionell auch über eine äußerst angenehme, aufrechte Sitzposition und eine Aussicht wie aus dem Wintergarten der Queen. Die Größe seines Gepäckabteils bleibt unerreicht – 909 bis 2030 Liter gehen hinein. Der BMW muss da passen, sein Kofferraum schluckt 620 bis 1750 Liter. Fahrer und Passagieren bietet er ähnlich viel Platz und eine ebenso entspannte Sitzposition wie der Range. Im Mercedes sitzt man flacher über der Straße, miese Rundumsicht inklusive. Vorn ist es luftig, im Fond finden Heranwachsende bequem Platz, das Ladeabteil ist 590 bis 1550 Liter groß.

Antrieb und Fahrfreude: Angetrieben wird der CLS von einem mächtigen 4,7-Liter-V8-Biturbo mit 408 PS. Ein tief grollendes, kraftstrotzendes Aggregat. Der CLS fährt sich damit ausgesprochen zügig, souverän und geradezu lässig. Unter der Haube des Bentley lauert ein Vierliter-V8-Biturbo mit 507 PS. Er faucht ähnlich heiser wie der Benz, ist ein durchaus monströses Triebwerk – hat aber 2,3 Tonnen zu bewegen. So beschleunigt der Bentley zwar brachial, wird dadurch aber noch lange nicht zum Sportwagen. Sein Freund ist die Gerade. 400 Kilo leichter haben sie den neuesten Range gemacht, noch immer bringt er aber 2,4 Tonnen auf die Waage.

Überblick: Alle News und Tests zum Range Rover

Hochbeiniger Engländer: Leicht wankend bewegt sich der Range Rover durchs Verkehrsgewühl.

Natürlich hat sein geschmeidiger, leiser 4,4-Liter-V8-Diesel mit 339 PS dadurch keinerlei Mühe, doch dadurch ist eine gewisse Art der Fortbewegung vorgegeben: würdevoll. Leicht wankend bewegt sich der Range durchs Verkehrsgewühl. Der BMW wirkt da vergleichsweise angespannt, immer auf dem Sprung. Er ist mehr als stramm gefedert, sein dreifach aufgeladener Dreiliter-Reihensechser mit 381 PS geht angriffslustig zur Sache, dreht wild entschlossen und knurrt dabei wie ein bissiger Kettenhund. Komfort und Wellness: Eingerichtet ist der X5 stilvoll und funktional. Eine Chance lassen ihm die Briten in diesem Kapitel nicht. Bentley und Range führen mit ihrem knautschweichen Leder und naturbelassenen Holzvertäfelungen geschmackssichere Handwerkskunst vor. Das abgesteppte Leder im Bentley oder die klimatisierten Einzelsitze im Fond des Range sind ein Erlebnis der Extraklasse. Und der Mercedes CLS? Der wirkt im Vergleich zu diesen Luxusmonstern nur wie eine aufgehübschte
E-Klasse.

Kosten und Unterhalt: Der CLS steht mit 84.966 Euro in der Liste, günstiger ist hier noch der BMW mit 82.700 Euro. Schnäppchen, denn jetzt wird es ernst. Für den Range als Autobiography möchte Land Rover mindestens 120.600 Euro überwiesen haben, Bentley fängt bei 163.506 Euro überhaupt erst an zu rechnen. Ach ja, Oscar Wilde. Als er starb, war er völlig verarmt, wohnte aber kostenlos im besten Zimmer des Hotels. "Ich sterbe über meine Verhältnisse", sollen die letzten Worte gewesen sein. Wahrer Luxus.

Die Wertungs-Kategorien

Design & Stil

Hier geht es um den Auftritt, die Optik und die Details. Wer ist am stilsichersten?

1 von 5
Luxus-Wertung
Range Rover BMW Mercedes Bentley
Design & Stil ••••• ••• •••• •••••
Raum & Funktion ••••• ••••• ••• ••
Antrieb & Fahrfreude ••• •••• ••••• •••••
Komfort & Wellness ••••• ••• •••• ••••
Kosten & Unterhalt •• ••• ••
Gesamtwertung •••• •••• •••• •••
Platzierung 1. Platz 2. Platz 2. Platz 4. Platz
••••• = sehr gut, •••• = gut, ••• = befriedigend, •• = ausreichend, • =mangelhaft


Dirk Branke

Dirk Branke

Fazit

Jeder der vier steht für Luxus, auf seine Art. Der Bentley mit typisch britischem Interieur und brachialem Motor, der Mercedes mit barockem Design und V8-Kraftwerk, der BMW mit viel Platz, schneidigem Handling und schlauem Diesel. Luxus in Vollendung liefert aber der Range: Mit seinem noblen Ambiente, dem geschmeidigen V8-Diesel und dem hohen Komfort. Und ins Gelände könnte er ja auch noch.

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