BMW E36 318i von Markus Fleischer

BMW 318i von Markus Fleischer BMW 318i von Markus Fleischer

BMW E36 318i von Markus Fleischer

— 05.09.2005

Frisch vom Fleischer

Wenn der erste Eindruck täuscht und sich herausstellt, daß das neue Auto im vermeintlichen "Top-Zustand" technisch eine "alte Runkel" ist, dann bleibt nur die totale Schlachtung. Markus Fleischer kennt die Folgen.

Verlängerte Haube mit angeschweißter Niere

Der erste Eindruck ist prägend, sagt man, und ist er positiv ausgefallen, kann man hinfort einfach nicht widerstehen. Es hat sich im Kopf festgesetzt: das Objekt der Begierde. Man muß es unbedingt besitzen. Da übersieht man im Eifer des Reflexes schon mal ein paar versteckte Mängel.

So erging es dem 21jährigen Markus. Weil der 318i mit leichter Tieferlegung und M-Technik von außen ein gutes Bild abgab und dem Waldkirchner ein guter Zustand zugesagt wurde, kaufte er den BMW im "zarten" Alter von 17 Jahren. Als der Motorradmechaniker ihn dann bei seinem Arbeitgeber BMW in die Werkstatt rollte, entdeckten die Kollegen viele Mängel. Diese wurden behoben und das Auto fahrbereit gemacht. Somit stand dem ersten "Ausritt" am 18. Geburtstag nichts mehr im Wege. Ein Jahr lang ging es im unveränderten Zustand über erzgebirgische Straßen. Bis ein unverhofftes fünfmonatiges Fahrverbot alles zunichte machte. Kein Grund, um Trübsal zu blasen, dachte sich Markus und verschönerte in dieser Zeit seinen Wagen.

Zuerst setzte er das Messer bei der Haube an. Diese wurde verlängert und die Niere vom 97er Facelift angeschweißt. Dabei half ein ehemaliger Berufsschullehrer. Am Heck kam Markus ein Arbeitskollege zu Hilfe. Beide cleanten Emblem und Schloß weg und verkleinerten die Kennzeichenaussparung. Die originalen Rückleuchten wurden durch andere im Kristall-Style von FK ersetzt. Weil bei einem Auffahrunfall die hintere Stoßstange gerissen war, mußte eine neue her. Es sollte diesmal aber keine sein, die es zu kaufen gibt. Deshalb entschied man sich, zwei E46-Stoßstangen zu einer Einheit umzubauen, und verschaffte sich so zwei Wochen Arbeit. Dabei entfernte man gleich noch alle Stoßleisten.

Totalschlachtung im Januar 2004

Sitze, Rückbank, Hutablage und Türeinsätze wurden unterdessen bei einem Sattler bearbeitet und kamen in strahlend weißem Leder wieder zurück. Das war der erste Umbau am BMW. Und als der Führerschein endlich wieder in das mollig warme Portemonnaie des Inhabers durfte, konnte es mit dem neu aufgebauten Auto losgehen. Doch die Freude hielt nicht lange. Jeden zweiten Tag mußten die Zündkerzen gereinigt werden, weil sie voller Ölkohle waren. Dabei stieg der Ölverbrauch auch noch von Tag zu Tag an. Kurzerhand wurde der Wagen wieder abgemeldet und ein Winterauto beschafft. So begann der zweite Schritt des Umbaus.

Im Januar 2004 schlachtete man den Wagen total und riß ihm sämtliche Organe heraus. Zuerst nahm man sich das Herz vor. Nach dem Zerlegen war klar: Der Kolbenring ist gebrochen! Bis zum Juli 2005 sollte sich der Umbau ziehen. Während dieser Zeit wurden alle Teile des Motors sandgestrahlt und anschließend lackiert, verchromt oder bedampft. Der Unterboden wurde komplett entrostet und anschließend frisch versiegelt, alle Achsteile wurden neu gelagert und lackiert.

Damit die Felgen zukünftig ordentlich in den Radhäusern stehen, kam noch ein FK-Gewindefahrwerk zum Einsatz. Räder aus dem Zubehör wollte Markus nicht. Es sollte schon etwas Einmaliges sein. Er entschied sich für fette 19-Zöller vom 7er-BMW (E65). Kein Problem, schließlich sitzt er ja an der Quelle. Nach längerem Hin und Her mit der Dekra, bekam er die Freigabe! Um die besondere Optik zu erzielen, wurden die Sterne poliert und die Betten in Stratusgrau lackiert. Hinter den Betten glänzen goldene Bremssättel.

Jede Motorschraube erneuert

Die Radläufe zu bearbeiten, war nicht einfach. Die großen Felgen forderten viel Platz. Ganze 38 Stunden vergingen für das Weiten und Anschweißen der hinteren Bleche. Danach glättete man die Türen und befreite sie von den Stoßleisten. Nach all dem Schweißen und den Spachtelarbeiten ging das Auto in die Lackiererei. Dort blieb es für gute drei Monate und wurde in Blau/Violett-Perleffekt genebelt.

Unterdessen widmete man sich dem "kranken" Motor. Er wurde neu gebohrt und gehohnt. Danach lackierte man viele Teile oder ließ sie in der Galvanik baden (verchromen). Beim Zusammenbau wurde jede Schraube durch eine neue ersetzt und viele Anbauteile wurden gleich mitlackiert. Für die bessere Optik spendierte man dem Motor einen offenen Luftfilter und einen Fächerkrümmer. Das Aggregat wurde eingesetzt und lief. Die Freude war groß!

Nachdem das geschafft war, sollte das Äußere noch weiter verschönt werden. Die Scheinwerfer vom Fünfer E39 Facelift wurden zerlegt und zersägt. Danach wanderten die Xenonlinsen hinein. An den Seiten bekam der Bayer einen Satz E46-Schweller, die im nachhinein verlängert wurden und logischerweise den Weg zum Lackierer antraten.

11,2-Zoll-Monitor am Himmel

Den "Innereien" widmete man ebenfalls noch mal etwas mehr Aufmerksamkeit. Die komplette Elektronik wurde neu installiert, Musik und Licht eingebaut. Am Himmel hängt jetzt für die Passagiere im Fond ein 11,2-Zoll-Monitor. Das Armaturenbrett wurde mehrmals gefüllert und geschliffen, um es richtig glatt zu bekommen. Danach lackierte man es, in Stratusgrau-Perleffekt mit vielen anderen Innenraumteilen.

Für den ausgeschlachteten Kofferraum schnitt Markus Platten zu und kleidete ihn damit aus. In die Boxengehäuse schraubte er drei 30er-Woofer und verkleidete alles mit Leder. Vor die Woofer setzte er eine Plexiglasscheibe, in die er den BMW-Schriftzug mit Wasser einschneiden ließ. Das erste Treffen mit dem Auto in Bayreuth war dann auch ein voller Erfolg. Frisch vom Fleischer heimste der BMW gleich zwei Pokale ein.

Autor: Sebastian Schulz

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