Apple iCar und Co: Autonom fahrende Autos

BMW i-Strategie: Autonomes Fahren

— 06.12.2016

Roboterautos erobern München

2017 schickt BMW eine computergesteuerte Testflotte in die Münchner City. Die Autos sollen Daten für die Entwicklung autonomer Technik liefern.

Der BMW i der Zukunft soll emissionsfrei und computergesteuert fahren.

(Reuters/cj/cr) Im Jahresverlauf 2017 will BMW in der Münchner Innenstadt mit rund 40 computergesteuerten Fahrzeugen an den Start gehen, das sagte der bei BMW für autonome Autos verantwortliche Manager Klaus Büttner. Gegenverkehr erkennen, Parkplatzsuchende erfassen, Radfahrer und Fußgänger beobachten, all das soll der Computer mit Hilfe von Tausenden Testkilometern und -situationen üben. Versuche mit selbstfahrenden Autos fanden lange Zeit vor allem auf der Autobahn statt. Das autonome Fahren gilt als eine der Schlüsseltechnologien für die Mobilität der Zukunft. Autobauer wie BMW oder die Konkurrenten Daimler und Audi stecken Milliarden in Forschung und Erprobung der Technik – in der Hoffnung, irgendwann eine Führungsrolle einzunehmen.

Andere Hersteller zögern noch

Aus Carsharing soll bei BMW bald Ridesharing werden, bei dem der Kunde gefahren wird.

Andere Fahrzeughersteller scheuen vor solchen Kooperationen zurück, weil sie fürchten, zum Zulieferer degradiert zu werden, während die Technologiekonzerne die Gewinne abschöpfen. "Jeder spricht von Uber oder Lyft", sagte BMW-Chef Harald Krüger. "Wir setzen andere Schwerpunkte." Der Münchner Konzern werde die Mobilitätsdienstleistungen ausweiten und habe mit seinem Flottengeschäft dabei langfristig viele Möglichkeiten. BMW will gemeinsam mit dem US-Chip-Riesen Intel und dem israelischen Kameratechnik-Spezialisten Mobileye 2021 selbstfahrende Autos auf die Straße bringen. Experten des Autobauers zufolge machen bei Fahrdienst-Anbietern derzeit die Fahrer die Hälfte der Kosten aus. BMW-Manager Tony Douglas sagt: "Wenn der Fahrer weg ist, hat man die Lizenz zum Gelddrucken."

Verkaufszahlen des i3 bleiben hinter Erwartungen zurück

Die Verkaufszahlen des Elektroautos BMW i3 bleiben weit hinter den Erwartungen zurück, der Hybrid-Sportwagen i8 ist ohnehin kein Modell mit hohem Absatz. Jetzt baut BMW seine mit Milliardenaufwand gestartete Elektroauto-Tochter "BMW i" radikal um: Sie soll sich künftig auf autonomes Fahren konzentrieren, wie Entwicklungschef Klaus Fröhlich in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters sagte. "Wir haben einen Bereich namens Project i next, der sich mit der Befähigung zum vollautonomen Fahren beschäftigt", sagte Fröhlich. Nach dem Start im April sei die Einheit "jetzt im Hochlauf".
Blick in die Zukunft: Thema Connected Car

Video: BMW i Vision Future Interaction (CES 2016)

Spyder mit Extra-Touch

Ein neues Modell aus der i-Familie solle aber erst 2021 auf den Markt kommen, sagte Fröhlich. Dann sei die Batterietechnik so weit. Der BMW i der Zukunft soll dann alles können: emissionsfrei und computergesteuert fahren und für den Besitzer eine Art digitaler Diener sein, der das mobile Leben einfacher, komfortabler und sicherer macht. Er schlägt die ideale Route je nach Wetter oder Verkehr vor, er stellt vor dem Einsteigen ins Auto die gewünschte Sitzposition oder die Lieblingsmusik ein, warnt während der Fahrt vor Gefahren oder hilft beim Shopping oder Sightseeing.

BMW-Neuheiten auf der CES

Carsharing wird zu Ridesharing

BMW arbeite auch verstärkt an neuen Services wie der Weiterentwicklung des Carsharings: Beim sogenannten Ridesharing wird der Kunde gefahren – von einem Chauffeur oder künftig vom Roboterauto. "Eine Durchbruchstechnologie", so der Münchner Entwicklungschef. Wenn das Auto beim Ridesharing voll autonom fahre, gebe es eine enorme Kostensenkung. Die BMW-Strategie dazu sei noch in Ausarbeitung. Wie bei anderen Mobilitätsangeboten rechnet Fröhlich hier mit Kooperationen zwischen Autoherstellern und Anbietern von neuen Services, vor allem in China. Bei neuen Mobilitätsangeboten sei es sehr wichtig, schnellster und größter Anbieter zu sein. Ein Kunde werde auf der Suche nach einem Parkplatz nicht fünf Apps ausprobieren, so Fröhlich. BMW sei mit ParkNow bereits ein führender Anbieter und habe exklusiven Zugriff auf Parkplätze in vielen Städten der Welt. Das Geschäft verspreche hoch profitabel zu werden, vor allem in den USA.

BMW auf der CES 2015

Ab 2021: Autonome Serien-Autos von Ford

Gesucht: "Parkplatz, der wieder nachlädt"

Video: BMW i3 CES 2015

Der BMW Einpark-Butler

Der Entwicklungschef sieht zudem Chancen in der Kombination von ParkNow und ChargeNow, einem Service zum Suchen und Nutzen von Stromtankstellen: "Wenn man ein elektrifiziertes Auto hat, ist man nicht an einem Parkplatz interessiert, sondern an einem Parkplatz, der wieder nachlädt." Für den Durchbruch neuer Mobilitätsangebote setzt Fröhlich vor allem auf den größten Pkw-Markt der Welt: "China ist in der Durchsetzung solcher Technologiethemen in Summe sehr schnell." Dort seien 2015 mehr elektrifizierte Fahrzeuge verkauft worden "als in allen anderen Weltregionen zusammen". Auf Platz zwei folgten in dieser Hinsicht die USA. In Deutschland indes ist die Nachfrage nach E-Autos noch gering – da machen auch i3 und i8 keine Ausnahme.

BMW i3 Facelift (2016): Vorstellung

Fotos: Larson

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