BMW i8 trifft DeLorean MDC-12

BMW i8/DeLorean DMC-12: Vergleich

— 27.09.2014

Zukunfts-Sportler unter sich

DeLorean DMC-12 und BMW i8 eint mehr, als es ihr Altersunterschied von mehr als 30 Jahren vermuten lässt. Wir haben ein Treffen der beiden Sportler arrangiert.

Die Zeit ist eine physikalische Größe, die eine Abfolge von Ereignissen beschreibt und damit eine unumkehrbare Richtung hat. Was bitte will uns das Lexikon damit sagen? Ich versuche mal zu übersetzen: Zeit geht immer voran, niemals zurück, das Reisen in ihr ist folglich unmöglich.  Den Gang der Jahre umzukehren, das geht bestenfalls in Hollywood, wo die Filmemacher diverse Zeitmaschinen auf Zelluloid bannten. Die faszinierendste zog uns in den 80er-Jahren in den Bann: Das Flügelmonster DeLorean DMC-12 mutierte in der Trilogie „Zurück in die Zukunft“ zur Zeitmaschine. Beschleuniger war ein Fluxkompensator, ein Blechkasten mit blinkenden Röhrchen.

Modern am DeLorean DMC-12 ist nur sein Image

Schlechter als sein Image: Ein DeLorean ist nachlässig verarbeitet und fuhr sich auch noch nie modern.

Keine Frage, der DeLorean ist ein Showstar. Darüber hinaus hatte die Flunder aus Irland nicht viel auf dem Kasten. Es gibt 1982 kaum ein Auto mit schlechterem Ruf: Lässige Verarbeitung zählt ebenso zu den Schwächen wie der enorme Wendekreis, der hohe Verbrauch, die herbe Federung und die schwergängige Lenkung. Und ein Renault-Fünfganggetriebe kooperiert hakelig mit dem rauen 2.8er-V6. Nein, die Zukunft fuhr sich auch in den 80er-Jahren schon moderner. Heute würde der Filmproduzent die Rolle der Zeitmaschine wohl mit dem BMW i8 besetzen. Und hätte nicht nur eine futuristische Form gecastet, sondern tatsächlich ein Stück Zukunft auf Rädern. BMW zeigt mit dem i8, wie supermoderne Sportwagen angetrieben werden. Die Bayern kombinieren einen Verbrenner- mit je einem Elektromotor an Vorder- und Hinterachse. Einige Kilometer rollt der i8 so rein elektrisch durch die Lande – oder boostet den winzigen Dreizylinder im Heck flux in die Leistungsliga eines Porsche 911.

Nachhaltigkeit eint beide Sportler

Zwei Autos, eine Idee: Bei DeLorean DMC-12 und BMW i8 geht es neben Sport auch um Nachhaltigkeit.

Was beide Sportler eint, ist die Idee, die hinter ihnen steht. John DeLorean war Topmanager bei General Motors, versuchte dort, seine Vision eines Autos durchzusetzen: kompakt, sparsam, langlebig. Heute würde man es nachhaltig nennen. GM hatte an so was Anfang der 70er-Jahre kein Interesse. Der Rest ist Geschichte. DeLorean kündigt aus Frust über die Trantütigkeit des größten Autoherstellers der Welt, gründet 1975 die DeLorean Motor Company. Ihr liefert Italdesign Skizzen für einen Mittelmotor-Sportwagen. Es heißt, die Italiener recyceln einen Giugiaro-Entwurf, den Porsche als Vorschlag für den 928 ablehnte. DeLorean sucht nach einem Motor, am liebsten hätte er den Wankel aus dem Citroën GS Birotor. Am Ende bekommt er den Europa-V6, eine herbe Konstruktion aus den 70ern, die auch in bürgerlichen Limousinen von Volvo, Renault und Peugeot rumpelt.

BMW wagt sich mit dem Project i auf neues Terrain

Mutig: Zur Entwicklung des "Project i" investierte BMW drei Milliarden Euro – Marktchancen ungewiss.

Auch BMW ging es um nachhaltige Mobilität, als sie vor ein paar Jahren das "Project i" ins Leben riefen. Mutig, dafür rund drei Milliarden Euro zu investieren – ohne zu wissen, ob der Markt solche Autos überhaupt annimmt. Denn als die Gedanken bei den Bayern reiften, war vor allem Leistung, Leistung und noch mal Leistung die Währung auf dem Sportwagenmarkt. Trotzdem ist der i8 heute eines der aufregendsten Autos, die es zu kaufen gibt – weil BMW die Idee bis zum Ende gedacht hat. Der BMW ist die Blaupause für die nächsten Generationen von Sportwagen. Er ist aus federleichtem Carbon gebaut, verbraucht kaum mehr als ein Kleinwagen, summt rein elektrisch durch Innenstädte. Damit ist der i8 seiner Zeit weit voraus und irgendwie doch eine Zeitmaschine. Er kommt zurück aus der Zukunft – auch ganz ohne Fluxkompensator.

Autor: Stefan Voswinkel

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